Mexiko: Calderón fordert mehr Unterstützung und Verantwortung von den USA

Bild: © Gustavo Benítez - Wikimedia Commons

Der mexikanische Präsident Felipe Calderón verstärkte am Montag den Druck auf die Vereinigten Staaten und forderte das Nachbarland auf, die Nachfrage nach illegalen Drogen stärker und besser zu kontrollieren. Außerdem deutete er an, dass die Legalisierung der Drogen doch notwendig werden könnte, um die Drogenkartelle zukünftig zu schwächen. Außerdem könnten so die astronomischen Gewinne des organisierten Verbrechens reduziert werden.

Calderón kritisierte in einer Ansprache vor der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der OECD in New York, dass Mexiko den Preis für seine Nähe zu den Vereinigten Staaten zahlen müsse. Er erklärte weiterhin: „Wir leben alle im gleichen Haus. Unser Nachbar ist der größte Drogenkonsument der Welt. Und alle wollen ihm Drogen durch unsere Türen und Fenster verkaufen.“

Laut Calderon müsse alles dafür getan werden, um die Nachfrage nach Drogen in den Vereinigten Staaten zu reduzieren. Wenn dies jedoch nicht möglich sei, müssten die zuständigen Entscheidungsträger bessere und andere Lösungen finden.

Calderón ging nicht weiter auf Details ein, seine Kommentare lassen jedoch darauf schließen, dass es ein Umdenken in seinem Handeln und seinen Forderungen gibt. Vor allem was die staatlichen Regulierungen von Drogen betrifft. Wenn diese gelockert werden würden, könnte die Macht der Kartelle und deren Gewinne eingeschränkt werden.

Mexiko erlebte vergangenen Monat einen der schlimmsten Anschläge im Kampf gegen den Drogenhandel und die Kartelle. 52 Menschen starben bei einem Brand in einem Kasino in Monterrey. Das Feuer wurde höchstwahrscheinlich von Mitgliedern eines Drogenkartells gelegt. Schon damals hatte Calderón die Regierung der Vereinigten Staaten stark kritisiert und ihr vorgeworfen, nicht genug zu unternehmen, um den Drogenkonsum im eigenen Land einzuschränken und langfristig zu reduzieren.

Calderón kritisierte außerdem zum wiederholten Male das liberale Waffengesetz in den Vereinigten Staaten. Während Drogen von Mexiko in die Vereinigten Staaten geschmuggelt werden, tauchen viele amerikanische Waffen wieder in Mexiko auf, wo sie meist in den brutalen Bandenkriegen eingesetzt werden. Das Waffengesetz in den Vereinigten Staaten und dessen Auswirkungen in Mexiko sind ein ständiger Konfliktpunkt zwischen den USA und Mexiko.

 

 

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Über Nadine / EarthLink

Ich studiere momentan im 5. Semester Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen in Fulda. Im Rahmen dieses Studiums absolviere ich nun ein 8-wöchiges Praktikum hier bei EarthLink. Ich schreibe vor allem Blog-Einträge zum Thema Kinderarbeit und Drogen, recherchiere für die Kampagne Facing Finance und mache bei der Radiosendung zum selben Thema mit.
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