Peru: „Genosse Artemio“ wegen Terrorismus und Drogenhandel angeklagt

Bild: © n.v. -

Florindo Flores, besser bekannt unter „Genosse Artemio“, wurde von der peruanischen Staatsanwaltschaft u.a. wegen Terrorismus und Drogenhandel angeklagt. Sicherheitskräfte hatten den berüchtigten Anführer der linksgerichteten Terrororganisation „Sendero Luminoso” (Leuchtender Pfad) erst vor gut zwei Wochen bei einem Gefecht mit Drogenhändlern in einer abgelegenen Dschungelregion festgenommen. Vergangenen Donnerstag hat er die Verantwortung für den Tod von 131 Menschen übernommen. Die maoistische Gruppierung „Sendero Luminoso“, deren Gründer Abimael Guzman schon seit 1992 inhaftiert ist, war in den 80er Jahren im Zuge bürgerkriegsähnlicher Kämpfe für den Tod von fast 70.000 Menschen mitverantwortlich. Seit geraumer Zeit hat sich die Gruppierung von ihren ursprünglichen Zielen entfernt und finanziert sich u.a. mit dem Drogengeschäft.

Die Inhaftierung von Flores sei ein schwerer Schlag für die Terrororganisation,  erläuterte Coletta Youngers vom Washington Office on Latin America (WOLA) am vergangenen Samstag. „Das ist ein wichtiger Erfolg, da es sich um die Festnahme des letzten ursprünglichen Anführers des „Leuchtenden Pfades“ handelt, der noch auf freien Fuß war.“

Jedoch betreffe das nicht den ganzen Drogenhandel im peruanischen Dschungel,  gegen den das Land nun verstärkt vorgehen müsse. Ein besonderes Augenmerk sei hierbei auf die „Valleys of Apurimac and Ene rivers” (VRAE) zu legen, wo verbliebene Terroristen in die Produktion und den Handel von Drogen involviert sind.

In Peru liegen nach Kolumbien die zweitgrößten Anbauflächen für Koka-Sträucher. Aufgrund der massiven Drogenvernichtungsprogramme in Kolumbien könnte das Land schon bald Marktführer für Kokain sein. Um das zu verhindern, hat die neue Anti-Drogen-Strategie der peruanischen Regierung die Zielsetzung, den Anbau von Koka-Pflanzen einzudämmen und Geldwäsche zu bekämpfen. Gleichzeitig soll die soziale Entwicklung in den Anbaugebieten vorangetrieben werden.

 

Link zum Artikel der BBC-News (Englisch) 

Link zum Artikel zu Coletta Youngers Stellungnahme

Über Lukas D. / EarthLink

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