Algerien: Nordafrikas Drehscheibe für Drogenhandel

Algerien ist zentrales Transitland und Umschlagplatz für Drogenhandel in Nordafrika. Das aus Marokko stammende Cannabis, insbesondere Haschisch, stellt einen Großteil der durch Algerien geschmuggelten Drogen dar. Zudem steigt auch die Menge an Kokain aus Lateinamerika stetig.

Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht des Internationalen Suchtstoffkontrollrats (OICS). Der Bericht lobt zum einen die Bemühungen der algerischen Sicherheitskräfte für die konsequente Bekämpfung des Terrorismus und des internationalen Drogenhandels. Zum anderen verweist der Bericht auf die Aussagen von algerischen Vertretern der Sicherheitskräfte, angesichts der besorgniserregenden Verbindung zwischen der radikal-islamistischen Gruppierung „Al-Qaida im Maghreb“ und dem Drogenhandel im Land.1

Bereits im Jahr 2008 warnte das algerische Nationalbüro im Kampf gegen Suchtstoffe und Drogenabhängigkeit vor den Gefahren die sich hieraus ergeben. Demnach sind Drogenhandel, Zigarettenschmuggel, Falschgeld, Geldwäscherei, Korruption, illegale Einwanderung und Terrorismus allesamt mit den Netzwerken der Drogenkartelle verknüpft.2 Das Kokain wird von den Rauschgiftkartellen aus Kolumbien und Peru nach Nordafrika geschmuggelt. Mit dem Geld aus dem Drogenhandel werden von der Terrororganisation Waffen gekauft, Kämpfer angeworben und Familien von Selbstmordattentätern finanziell unterstützt.3

Ein zentrales Problem der algerischen Sicherheitskräfte sind die 6.000 Kilometer langen Grenzstreifen, die das Land mit Marokko, der Westsahara, Mauretanien, Mali, Niger, Libyen und Tunesien verbinden. Die meisten von ihnen liegen an wenig kontrollierten und durchlässigen Gebieten der Sahara-Wüste. Dies erschwert das Aufspüren von Schmugglern und deren Festnahme. Was die Produktion illegaler Suchtstoffe anbelangt, sei vor allem der Anbau von geringen Mengen an Cannabis im Südosten des Landes und nahe der Hauptstadt Algier erwähnt.

Obwohl es landesweit rund 300.000 Drogenabhängige zwischen 12 und 35 Jahren gibt,4  betont der Bericht, dass der Konsum von Suchtstoffen kein generelles Problem darstelle. Marihuana ist die am häufigsten konsumierte Droge, daneben gibt es auch einen kleinen steigenden Anteil harter Drogen, darunter Kokain und Heroin.

Die Mehrheit der Drogen gelangt auf dem Seeweg nach Europa, ein kleiner Teil wiederum wird auf dem Festland über den Mittleren Osten geschmuggelt. Da Algerien in Europa nicht als typisches Drogenland gilt, wurden die algerischen Häfen in der Vergangenheit zunehmend zu Dreh- und Angelpunkten im internationalen Drogenhandel.

Die algerische Regierung unternahm in der Vergangenheit zahlreiche Schritte, um dem Drogenproblem angemessen zu begegnen, dazu zählen Verstärkung sowie gezielte Ausbildung von Personal und moderne Ausstattung. Ferner wurde auch Fünf-Jahres-Strategie entwickelt, die von 2011 bis 2015 einen effektiveren Umgang mit dem Drogenproblem erreichen möchte.

 

Quelle:

  1. Die Salafisten-Gruppe für Predikt und Kampf hat sich im Jahr 2007 umbenannt in „Organisation al-Qaida des Islamischen Maghreb“. []
  2. DjaZairess: La connexion entre les réseaux de drogue, d’armes et le terrorisme etablie en Algérie (24.11.2014) []
  3. Der Spiegel: Drogen für den Terror (31.01.2011) []
  4. AfricaNews : Algeria: 300,000 youths use drugs – Seite nicht mehr verfügbar []

Über lisaK / earthlink

Praktikantin bei EarthLink / Studiert Politikwissenschaft und VWL an der LMU München
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2 Antworten zu Algerien: Nordafrikas Drehscheibe für Drogenhandel

  1. k.elbaki sagt:

    Das dass grösste teil der harte drogen durch das meer an die Algerische Häfen an kommt ist unwahr .Das werd von die südlische nachbarnsländer durch die Sahaara nach Algerien geschmugelt zum bei spiel aus dem Senegal dort sind politiker und hochrangiger Militair personen von die Drogen kartells aus Süd Amerika mit Geld bestochen Ende.

    • christian / EarthLink sagt:

      Hallo Kadour,

      danke für Deine Nachricht. Hast Du noch mehr Informationen zu diesem Thema? Woher weißt Du das denn?
      Wäre schön, wenn wir noch mehr dazu schreiben könnten. Wir haben immer ein offenes Ohr für solche Hinweise.

      Dein Earthlink-Team

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