Militäreinsatz afrikanischer Truppen mit internationaler Unterstützung im Norden Malis

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Anfang dieser Woche einigten sich die Staats- und Regierungschefs der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS darauf, innerhalb des nächsten halben Jahres eine 3.300 Mann starke Truppe in den Norden Malis zu entsenden. Dieser Einsatz richtet sich nicht nur gegen Rebellen und Terroristen, sondern auch gegen den weltweiten Drogenhandel.1

Aktuell kontrollieren Rebellen und extremistische Islamisten den Norden Malis. Diese haben eine besonders strenge Form der Scharia, der islamischen Rechtsprechung, ausgerufen und herrschen mit extremer Gewalt. Extremisten werden auch aus anderen Ländern wie dem Sudan, Nigeria und Pakistan angezogen.2 Die Stabilität der gesamten Sahelzone ist gefährdet. Auch die europäischen Staaten und die USA sind beunruhigt, da eine neue Hochburg des Terrorismus befürchtet wird. Als Gefahr wird aber auch der stark zunehmende Drogenschmuggel in der unkontrollierten Region gesehen, wobei Extremisten und Drogenschmuggler in enger Verbindung zueinander stehen.3

Arbeiten die Schmuggler mit den Islamisten zusammen, haben sie derzeit nichts zu befürchten. Mali ist ein wichtiges Transitland auf der Schmuggelroute von Südamerika über die Küste Westafrikas bis Nordafrika und letztendlich nach Europa, dem bedeutendsten Absatzmarkt im weltweiten Drogenhandel. Die Route über Afrika wird aufgrund der unbewachten Küsten und der politischen Instabilität immer beliebter.4 60 Prozent des Kokains für die europäischen Länder kommen bereits auf diesem Weg.5

Terrorgruppen wie al-Qaida im Maghreb profitieren vor allem finanziell vom Drogenschmuggel. Mit diesem Geld können Trainingscamps und Waffen finanziert werden. Mit den Einkünften aus dem Drogenhandel werden sogar Kindersoldaten bezahlt, wie der UN-Generalsekretär-Assistenz für Menschenrechte Iwan Simonovic anmerkt.6

Dass der Handel mit Drogen und Terrorismus eng miteinander verbunden sind, zeigt auch das Beispiel Afghanistan. Dort ist die Taliban stark in den Opiumhandel verwickelt, was der Taliban auch weiterhin erlaubt, den gewaltsamen Widerstand zu finanzieren. Es wird sogar davon ausgegangen, dass die Taliban heute über größere Finanzmittel verfügt als zur Zeit ihrer Herrschaft.7

Um ein weiteres Afghanistan bereits frühzeitig zu verhindern, soll die öffentliche Ordnung im Norden Malis möglichst schnell wieder hergestellt und die Stabilität der gesamten Sahelzone verstärkt werden. Die afrikanischen Truppen werden deshalb auch von der EU unterstützt, die 200 Soldaten zur Ausbildung entsenden möchte.8 Die Ziele sind es, langfristig sowohl den Terrorismus als auch den Drogenschmuggel zu bekämpfen. Der Erfolg bleibt abzuwarten. Sicher ist allerdings, dass der Widerstand und die Gewaltherrschaft der extremistischen Rebellen in Mali auch durch Drogengelder finanziert werden.

  1. Internationale Unterstützung für Mali – Auswärtiges Amt – nicht mehr verfügbar []
  2. Gottesstaat Azawad, das Islamisten-Paradies in Mali – Die Welt []
  3. Westerwelle und Fabius: EU muss in Mali handeln – Auswärtiges Amt []
  4. West Africa: Drug Trafficking and the Crisis in Mali – allAfrica – Link nicht mehr abrufbar: 16.10.2014 []
  5. Gottesstaat Azawad, das Islamisten-Paradies in Mali – Die Welt []
  6. U.N. Security Council asks for Mali plan within 45 days – Reuters []
  7. Drogenanbau macht Taliban so reich wie nie zuvor – Zeit Online []
  8. ECOWAS-Staaten einigen sich auf 3300 Mann starke Eingreiftruppe – Süddeutsche Zeitung []
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