Tadschikischer Soldat kommt bei Kämpfen mit Drogenhändlern ums Leben

Bild: © n.v. -

Wie das tadschikische Nationalkomitee für nationale Sicherheit bekanntgab, kam ein einheimischer Soldat bei Kämpfen an der Grenze zu Afghanistan ums Leben. Eine nächtliche Patrouille hatte 20 Drogenschmuggler ausfindig gemacht, welche daraufhin das Feuer eröffneten und dann flohen. Dabei töteten sie besagten Soldaten und verwundeten einen weiteren. Der Vorfall hatte bereits am Neujahrstag stattgefunden, wurde aber erst diese Woche publik gemacht.1

Tadschikistan teilt eine 1.300 Kilometer lange Grenze zu Afghanistan, welche als sehr durchlässig gilt. Insgesamt produziert Afghanistan circa 90% des Opiums für den Weltmarkt, 30% dessen gelangt über Zentralasien nach Russland. Haupttransitland ist hierbei Tadschikistan. Trotzdem sind die Menge an beschlagnahmten Drogen zwischen 2005 und 2010 um 58% gefallen, obwohl die afghanische Produktion in diesem Zeitraum gestiegen war.2 Letztes Jahr lag diese Zahl bei ungefähr drei Tonnen.

Ein derartiger Zusammenstoß gilt als nicht unüblich – alleine 20 sollen es im Jahr 2012 gewesen sein, mindestens.3

Als besonders anfällig gelten die Grenzen zu den afghanischen Provinzen Kunduz und Badachschan. Diese sind mit einer Transportbrücke über dem Pjandsch-Fluss mit Tadschikistan verbunden.4

Die gesamte Problematik ist auch historisch bedingt: Während des Bürgerkriegs von 1992 bis 1997 finanzierten sich die Kriegsparteien über den Drogenhandel. Auch danach blieb die Infrastruktur für den Rauschgifttransport bestehen. Bis heute ist es der Regierung nicht möglich, alle Gebiete des Landes zu kontrollieren, dies gilt vor allem für gebirgige Regionen wie das autonome Gebiet Berg-Badachschan, welches an Afghanistan grenzt. All dies wird durch die Armut der Bevölkerung nicht erleichtert: Tadschikistan gilt als ärmstes Land aller ehemaligen Sowjet-Staaten, angeblich leben bis zu 80% unter der Armutsgrenze.5

Der Drogenhandel hat längst auch den landeseigenen Konsum angekurbelt. Dies hat auch gesundheitliche Folgen: So hat sich die Anzahl an Häftlingen, welche mit dem HI-Virus infiziert sind, nahezu verdoppelt.

Besserung ist nicht in Sicht – das Übel fängt bei der Basis an. Tadschikistan gilt als eines der korruptesten Länder der Welt, demnach sind Offizielle direkt am Drogenhandel beteiligt.6

So verwundert es nicht, dass Deidre Tynan von der NGO „International Crisis Group“ feststellt: „Das Drogengeschäft spielt in allen Aspekten und Bereichen von Tadschikistan eine wesentliche Rolle. Der grenzüberschreitende Drogenhandel stellt deswegen auch eine konkrete Gefahr dar für dessen Staatlichkeit.“7

  1. Soldier in Tajikistan killed by Afghan smugglers – Kyiv Post – Englisch []
  2. Tajikistan: On Afghanistan’s Heroin Highway, Corruption Fuels Addiction and HIV – EurasiaNet.org – Englisch []
  3. Suspected Afghan Drug Traffickers Kill Tajik Soldier – RFERL – Englisch []
  4. Nato-Soldaten fördern Drogenhandel in Afghanistan – Radio Stimme Russlands []
  5. Der Drogenhandel in Zentralasien – Internationales Studienzentrum Berlin – PDF-Datei – Seite 1 []
  6. Tajikistan: On Afghanistan’s Heroin Highway, Corruption Fuels Addiction and HIV – EurasiaNet.org – Englisch []
  7. Unruheherd Tadschikistan – Deutschlandfunk []
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