Kampf gegen Drogenschmuggel wird zur Chefsache: Putin besucht Gipfel in Kirgisistan

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5,9 Millionen Drogenabhängige soll es in Russland geben. Eine Million (!) Betroffene zwischen 15 und 34 Jahren mussten seit 2001 ihre Sucht mit dem Leben bezahlen. Täglich sind es 82.1

Es ist also sicherlich nicht untertrieben, von einem massiven Drogenproblem zu sprechen. Schon längst hat sich Russland zu einem der größten Heroinmärkte der Welt aufgeschwungen – und ein Großteil kommt aus dem benachbarten Afghanistan, wo immer noch knapp 90% des Weltopiums produziert wird.2

Auch dieses Thema steht nun nächste Woche auf der Agenda, wenn der Gipfel der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) – bestehend aus Russland, Armenien, Kasachstan, Tadschikistan, Weißrussland sowie Kirgisistan – in Bishkek, Hauptstadt des letztgenannten Mitgliedstaates, stattfindet. Schon seit geraumer Zeit fürchtet Russland, der ohnehin exzessive Drogenschmuggel aus Afghanistan könnte sich noch weiter intensivieren, sollten die ISAF-Truppen 2014 abziehen. Damit würden sich möglicherweise mehr Möglichkeiten für die Taliban ergeben, welche sich auch über den Rauschgifthandel finanzieren.

Nun greift jedoch Präsident Wladimir Putin ein. So wird er höchstpersönlich beim Gipfel zugegen sein und dabei u.a. auch Vorschläge zur Bekämpfung des Drogenhandels präsentieren. Diese beinhalten insbesondere nicht nur die Unterbindung des Rauschgifthandels aus, sondern auch innerhalb Afghanistans. Das soll durch die Zerstörung von Mohnfeldern, Laboren, Lagerhäusern und Fabriken vonstatten gehen. Hierbei sollen nicht nur militärische, sondern auch humanitäre Wege genutzt werden. Dies könnte beispielsweise durch die Gründung von Staatsunternehmen, welche gezielt die Entwicklung Zentralasiens vorantreiben, geschehen. Ebenso sollen wirtschaftliche Maßnahmen eingeleitet werden, bei denen namhafte Vereinigungen wie die Vereinten Nationen (UN) oder die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) partizipieren könnten.3

Bereits seit 2006 existiert eine Kooperation zwischen der OVKS und der UNODC. Besonders die Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärungskampagne über die Folgen von Drogenkonsum wurde damals hervorgehoben.4

All diese Maßnahmen sind auch bitter nötig, erleichtern es die strukturellen Gegebenheiten zurzeit doch, den Drogenhandel zu organisieren. So ist die afghanische Nordgrenze zu Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan sehr schlecht bewacht. Von dort können die Opiate dann via Kasachstan nach Russland geschmuggelt werden. Da es zwischen den beiden Ländern keine Visumspflicht gibt, sind die Widerstände, die Drogenkuriere überwinden müssen, vergleichsweise gering.5 Es bleibt zu hoffen, dass sich dies in Zukunft ändert.

  1. Drogensucht in Russland: „Tragödie mit apokalyptischem Ausmaß“Drogen Macht Welt Schmerz – aufgerufen am 29.05.2013 []
  2. Afghan Opium Production Up for Third Year Running – The Fix – aufgerufen am 30.05.2013 []
  3. Putin goes to Kyrgyzstan to solve the fate of Afghan drug trafficking – Pravda – aufgerufen am 30.05.2013 []
  4.  United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) to Cooperate with Collective Security Treaty Organization in Fighting Drug Trafficking and Crime – United Nations Information Service (UNIS) – aufgerufen am 30.05.2013 []
  5. Drogensucht in Russland: „Tragödie mit apokalyptischem Ausmaß“ – Drogen Macht Welt Schmerz – aufgerufen am 29.05.2013 []
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