Mexiko City: Kiffen bald erlaubt?

Bild: © Atlantida - MorgueFile

Bald schon könnte der Traum eines jeden Cannabis-Konsumenten in der mexikanischen Hauptstadt in Erfüllung gehen: Erwerb, Besitz sowie Konsum sollen in Zukunft legalisiert werden.

Mit Uruguay, Washington und Colorado als Vorbild reichten in den vergangenen Tagen linksgerichtete Parlamentsmitglieder einen Gesetzesentwurf für eine Legalisierung der Droge ein.

Auch wenn laut FoxNews der Antrag in den wohl springendsten Punkten noch sichtlich schwammig verfasst sei und noch einige Hürden existieren, die es zu überwinden gilt, verspricht er die Aussicht auf eine kleine Insel der Legalisierung innerhalb eines Landes, das seit Jahren unter dem Drogenkrieg leidet.

Der Entwurf sieht die Einrichtung offizieller Ausgabestellen sowie eine zulässige Besitzmenge von bis zu fünf Gramm vor – auch für harte Drogen wie LSD und Kokain. Obwohl seit 2009 der Eigenbesitz von bis zu fünf Gramm Cannabis erlaubt ist, wird jeglicher Kauf und Verkauf der Droge strafrechtlich geahndet. Über die Anzahl der Ausgabestellen schwiegen die Politiker bisher noch. Ebenso über Regulierung, Versteuerung und letztendliche Durchsetzung. Klar ist auch nicht, ob die Droge lediglich an Bürger der Stadt oder auch an Besucher ausgehändigt werden soll.

Obschon der Entwurf einige inhaltliche Lücken aufweist, gilt er als entscheidender Schritt in der mexikanischen Legalisierungsdebatte, besonders in Hinblick auf die vergangenen Entkriminalisierungs-Beschlüsse in Washington, Colorado und Uruguay. Viele Mexikaner halten es für vollkommen absurd Unmengen an Aufwand und Geld bereitzustellen, um den Drogenhandel zu nördlichen Staaten zu unterbinden. Laut einem Unterstützer des Antrags, erhielte Mexiko dadurch die Chance sich der Drogenproblematik auf einem anderen Weg zu stellen.

Sponsoren des Antrags gehen sogar soweit, eine landesweite Legalisierung von Marihuana zu fordern. In gesamt Mexiko sollen unzählige Ausgabestellen errichtet werden und Bürger sollen einen Eigenbedarf von bis zu 30 Gramm besitzen dürfen. Es ist jedoch bereits absehbar, dass der bundesweite Gesetzesentwurf keinen Weg in die gegenwärtige Politik finden wird. Die Partei des amtierenden Präsidenten Pena Nieto sowie die konservativ nationale Partei dominieren die mexikanische Politik und sträuben sich konsequent gegen eine Legalisierung. Eine Legalisierung von Cannabis würde in keinerlei Weise die anhaltende Gewalt reduzieren.

Ob der sich der Gesetzesentwurf in Mexiko City tatsächlich erfolgreich umsetzen lässt steht allerdings noch in den Sternen. Und obwohl sich viele Gesetzesgeber noch nicht zu dem Antrag geäußert haben, scheint eine Durchsetzung sehr wahrscheinlich, denn das Parlament der Hauptstadt wird von der linksorientierten demokratischen Revolutionspartei, die den Antrag erst stellte, dominiert. Bereits in anderen Bereichen gelang es der Partei revolutionäre Beschlüsse durchzusetzen: die Legalisierung von Abtreibungen sowie Ehen von Homosexuellen. Bleibt nun abzuwarten, ob die liberale Partei der Hauptstadt auch in diesem Fall Erfolg haben wird und ihren Gesetzesentwurf durchsetzten kann. 123

  1. Telegraph: Mexico City government mulls legalisation of marihuana – aufgerufen am 17.02.14 []
  2. FoxNews: Already 7,500 Feet High, Mexico City Considers Legalization Of Marihuana – aufgerufen am 17.02.14 []
  3. euronews: Mexiko: Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Drogen – aufgerufen am 17.02.14 []

Über Franziska / earthlink

Nach 9 wundervollen Monaten bei earthlink, beende ich nun meinen Bundesfreiwilligendienst und werde noch in ein paar weitere soziale Bereiche hineinschnuppern, bis ich Oktober 2014 hoffentlich zu studieren beginne ;-)
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3 Antworten zu Mexiko City: Kiffen bald erlaubt?

  1. DerfetteJoel sagt:

    LSD ist keine „harte“ Droge! Es macht nicht einmal süchtig und der Körper baut fast sofort eine Immunität dagegen auf. Es konnte außerdem noch nie ein Tod direkt mit einer Überdosis von LSD in Verbindung gebracht werden.

    • Patrick Riem sagt:

      Ja, ich wollte eigentlich an earthlink e.V. wegen der tollen Anti-Kinderarbeit-Seite spenden, aber solche Aussagen haben mir als interessierten Psychonauten diesen Gedanken sofort wieder genommen.
      Sehr schade, dass das so pauschalisiert wird, anstatt neutral darzustellen, dass es ausschließlich psychische Folgen haben kann (auch wenn diese bei genetisch Vorbelasteten sehr gravierend sein können).

      • christian / earthlink sagt:

        Hallo Patrick,

        wir haben leider überhaupt keine Ahnung, auf welche Aussage Du Dich hier beziehst. Was meinst Du denn mit „solchen Aussagen“?!? In dem Artikel geht es um die Legalisierung von Cannabis in Mexiko. Zu keiner Zeit wird hier auf irgendwelche Folgen eingegangen. Oder bezieht sich Dein Kommentar auf den vorigen Kommentar? Der ist auch nur von einem Leser.

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