Mosambik – Umschlagsplatz für Drogen

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Atemberaubende Strände, tolle Gelegenheiten zum Tauchen und Schnorcheln und traumhafte Inseln. Und bis jetzt hat der Massentourismus Mosambik noch nicht für sich entdeckt. Doch eine Gruppe ist in dem südostafrikanischen Staat schon angekommen – die Drogenschmuggler.

Drogen werden auch in Mosambik verkauft. Kokain ist billig, aber sein Konsum gefährlich – manchmal wird Strychnin, das sich auch in Rattengift findet, als Streckmittel beigemischt. Zudem ist der Injektionsdrogen- und Heroinkonsum in der Region gestiegen. In Afrika ist jedoch die Chance auf eine Behandlung der Drogensucht vergleichsweise gering.1

Doch lokaler Drogenkonsum ist nur ein Beiprodukt. Dahinter versteckt sich Mosambiks wachsende Rolle als Umschlagspunkt des internationalen Drogenhandels. 2 Bereits 2010 gab es Warnungen von Interpol, Mosambik werde zunehmend zu einem Transitzentrum im Drogenschmuggel von Lateinamerika nach Europa.3

Man weiß wenig über die Mengen, die Mosambik passieren. Sie sind aber wahrscheinlich deutlich geringer, als die, die in Guinea-Bissau umgeschlagen werden. Guinea-Bissau ist eines der berüchtigtsten Umschlagszentren für illegale Drogen in Afrika. Bis zu fünfzig kolumbianische Drogenbarone haben ihren Sitz in dem westafrikanischen Land. Als Ursache wird eine Kombination von korrupter und zentralisierter Regierung und ein unzureichendes und unterfinanziertes Justizsystem genannt – und das in einem Land, welches von Unruhen und großer Armut betroffen ist. Das Land wird heute oft als „Drogenstaat“ bezeichnet.4

Aber wohl gerade weil der Drogenschmuggel in Guinea-Bissau und Westafrika so viel internationale Aufmerksamkeit erregt, tauchen andere afrikanische Umschlagszentren auf – wie beispielsweise Mosambik. Die Schmuggler müssen neue Routen finden und manche afrikanische Länder bieten sich an. Die Grenzen Mosambiks sind durchlässig und die Küste lang. Zudem ist das Land relativ stabil, aber die Regierungsgewalt reicht nicht bis in alle Teile. Dies macht den südostafrikanischen Staat zu einem guten Transitzentrum für Drogen.2

Als Transitland für Kokain aus Lateinamerika scheint Mosambiks geografische Lage eher schlecht, besonders im Vergleich zu der westafrikanischer Länder, wie beispielsweise Guinea-Bissau. Die Methoden der Schmuggler haben sich jedoch sehr wahrscheinlich angepasst. Es wird angenommen, dass hauptsächlich kommerzielle Flüge und Containerschiffe zum Transport der Drogen nach Ostafrika genutzt werden.5 Kokain wird dann zum Beispiel durch afrikanische Drogenkuriere über den Luftweg von Kolumbien und Brasilien nach Mosambik geschmuggelt. Von dort geht es nach Südafrika oder per Luftweg nach Europa oder Ostasien.2

Auch andere Drogen werden in dem südostafrikanischen Land umgeschlagen. Heroin, Haschisch und Mandrax, eine synthetische Droge in Tablettenform, kommen hauptsächlich aus Pakistan, Afghanistan und Indien – häufig über den Seeweg und inmitten legaler Waren. An Land werden diese Drogen dann nochmals verpackt und überland nach Südafrika geschmuggelt oder in die USA beziehungsweise Europa geflogen.2

Der afrikanische Kontinent wird zunehmend wichtiger und verwundbarer in der Verbreitung der Schmuggelrouten. Die Datenlage ist allerdings sehr schlecht und es ist schwierig, genaue Zahlen zu generieren. Die Behörden versuchen dagegen vorzugehen. Seit 2009 wurde deutlich mehr Heroin beschlagnahmt, besonders in Ostafrika. Dort hat sich die Zahl der maritimen Beschlagnahmungen fast verzehnfacht.1 Zudem nimmt Mosambik an regionalen Programmen von Organisationen wie etwa Interpol zur Bekämpfung des Drogenhandels teil und es betreibt bilaterale Initiativen mit beispielsweise Südafrika.2

Kritiker befürchten jedoch, dass die Behörden nur halbherzig gegen große Fische im Drogenschmuggel vorgehen – besonders wenn diese gut mit der politischen Elite des Landes vernetzt sind und zudem im Land als Wohltäter gelten.6 Obwohl es zu einigen Festnahmen im Zusammenhang mit Drogenschmuggel kommt, sehen Kritiker eine Mitschuld der Behörden und der Regierung. Es wird ihnen Bestechlichkeit vorgeworfen oder gar eine aktive Beteiligung, besonders wenn es um Heroin geht.2

Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das südostafrikanische Land belegte Platz 185 von 186 beim 2012 Human Development Index. Zudem leidet ein Drittel der Bevölkerung des Staates dauerhaft unter einer unsicheren Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln.7 Der Drogenhandel wird die Lage im Land nicht verbessern – er hat negative Auswirkungen; wirtschaftliche, soziale und politische Folgen. Auch ein schöner Strand und bunte Fische können darüber nicht hinwegtäuschen.

  1. United Nations Office on Drugs and Crime: World Drug Report 2013 – aufgerufen am 29.04.14 [] []
  2. Think Africa Press, 17.04.14: Mozambique: A new hub in the global drugs trade? – aufgerufen am 24.05.14 [] [] [] [] [] []
  3. BBC, 14.07.10: Mozambique becoming a drug-trafficking hub – Interpol – aufgerufen am 29.04.14 []
  4. InSight Crime, 29.08.13: LatAm drug traffickers set up in Guinea-Bissau, expand in Africa – aufgerufen am 29.04.14 []
  5. InSight Crime, 22.04.14: Is Mozambique set to become Africa’s next hub for LatAm cocaine? – aufgerufen am 29.04.14 []
  6. News 24, 22.03.11: Mozambique drug lord well connected – aufgerufen am 29.04.14 []
  7. World Food Programme: Mozambique – nicht mehr verfügbar []

Über Carina / earthlink

Mein Name ist Carina und ich bin 24 Jahre alt. Ich habe im April 2014 mein Bachelorstudium der Politikwissenschaften (Nebenfach Rechtswissenschaft) abgeschlossen und mache nun ein Praktikum bei earthlink e.V.
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