Fund eines Drogen-U-Bootes in Guyana

Bild: © US Navy - Wikimedia Commons

Die Polizei entdeckte Mitte August ein selbstgebautes U-Boot, welches vermutlich für den Drogenhandel verwendet werden sollte. Der Fundort lag im Nordwesten des Landes und war nicht weit entfernt von der venezolanischen Grenze. James Singh, Direktor der Antidrogeneinheit, sagte, es sei das erste Mal, dass sie im Atlantik ein U-Boot entdeckt haben.1 In anderen Ländern wie Kolumbien oder Mexiko sind U-Boote schon sehr verbreitet für den Drogenschmuggel, denn sie tauchen auf keinem Radar auf und sind sowohl aus der Luft als auch vom aus Wasser kaum erkennbar.2

Die Hauptopposition in Guayana, die APNU, nimmt den Fund als Anlass und forderte den Präsidenten Donald Ramotar auf, endlich gegen den illegalen Drogenhandel vorzugehen. Sie wollten keine leeren Worte mehr hören, sondern ihn handeln sehen. Die Aussage des Präsidenten war jedoch eher zurückhaltend: „Wir werden so viel ausgeben wie nötig ist. Ich kann aber nicht sagen, dass wir unendlich viel ausgeben. Wir haben begrenzte Ressourcen und wir haben andere Bereiche, die ebenfalls Geld benötigen.“3 Bei dieser Aussage ignoriert er, dass seine Partei PPP/C seit zwei Jahrzehnten Probleme hat, den illegalen Drogenhandel zu stoppen. Entweder die PPP/C hat das Interesse verloren, das Drogengeschäft zu beenden oder ist sorglos über die Schäden, die dieser Handel für das Land und die Leute mit sich bringt. Das Versagen der Partei zeigt sich in mehreren Punkten. Im Internationalen Strategiebericht zur Kontrolle von Narkotika warnt das amerikanische Außenministerium weiterhin, dass Guyana ein Umschlagspunkt für südamerikanisches Kokain auf dem Weg nach Nordamerika oder Europa ist. Der nationale Drogenstrategie-Plan von 2005 – 2009 wurde nie richtig umgesetzt und in den letzten fünf Jahren auch nicht erneuert. Außerdem fehlt es den zwei staatlichen Anti-Drogen-Organisationen an Überwachungsmaschinen, wie Flugzeugen, Booten, Geländewägen und trainiertem Personal. Deswegen fällt es ihnen schwer, die Drogenkartelle zu lokalisieren, zu identifizieren und zu verfolgen. Besonders schockiert hat die Guyaner die Tatsache, dass ein transatlantischer Mafiaring entdeckt wurde, welcher für den Kokainexport aus Guyana verantwortlich ist.

Mit diesem Hintergrundwissen wird deutlich, dass es an der Zeit ist, zu handeln. Präsident Donald Ramotar sollte mehr tun, als „begrenzte“ Versprechungen geben. Seine Aufgabe ist es, Verantwortliche zu bestimmen und konkrete Pläne auszuarbeiten, damit das illegale Drogengeschäft ein Ende hat. Zusätzlich verkündete die amerikanische Regierung, dass sie in ihrer Botschaft in Guyana ein spezielles Büro einrichten würde. Dieses soll die lokalen Behörden im Kampf gegen die Drogen unterstützen.4

  1. MailOnline: Police: Submarine used for drugs found in Guyana – Artikel vom 15.08.2014 []
  2. News Source: Narco submarine found in Waini River in Canu and GDF Operation – zuletzt aufgerufen am 29.08.2014 []
  3. Stabroek News: President must be personally involved in directing battle against illegal drugs – APNU – zuletzt aufgerufen am 29.08.2014 []
  4. ABC News: Police: Submarine used for drugs found in Guyana – nicht mehr verfügbar []

Über lena / earthlink

Hey, ich bin die Lena und studiere International Business in Nürnberg. Ich interessiere mich schon lange für Entwicklungspolitik und wollte nun mal in die Arbeit einer kleinen NGO hineinschnuppern. Deswegen mache ich ein 8-wöchiges Praktikum bei Earthlink e.V.
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