Der alternative Drogenreport 2015: Das Betäubungsmittelgesetz hat versagt!

Bild: © xandert - morguefile

Am 18.05.2015 wurde der Alternative Drogenbericht veröffentlich, um als Gegengewicht für den morgen erscheinenden Drogenbericht der Bundesregierung zu dienen. Laut Bericht ist das Betäubungsmittelgesetz gescheitert. Das Gesetz habe nicht nur versagt, sondern immense Schäden angerichtet.1 Der Alternative Drogenreport wurde von akzept e.V., dem Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitk, der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. und dem JES Bundesverband e.V. herrausgegeben.

Das zentrale Thema des Berichts zeigt die Umsetzung der Sucht- und Präventionsforschung in die Praxis. Er geht auch stark auf das Thema der legalen Drogen wie Tabak und Alkohol ein. Jedes Jahr sterben 100.000 Menschen durch Tabak-Konsum und über 40.000 alkoholbedingt. Ganz zu schweigen von den Folgeschäden, die diese legalen Substanzen mit sich bringen. In kaum einem Land wird so viel Werbung für Tabak und Alkohol gemacht wie in Deutschland.
Auch das Problem der Heroin- und Methamphetamin-Abhängigen wird im Bericht thematisiert. Alternative Therapien sollten für Heroinabhängige angeboten werden. Crystal Meth Abhängige sollten in Präventionsmaßnahmen integriert sein. Cannabis soll für Erwachsene zugänglich gemacht und in der Medizin eingesetzt werden. Das kleine Pflänzchen Hanf habe ein immenses therapeutisches Potenzial, das nicht verschwendet werden sollte, heißt es weiter im Bericht.2 Durch das Drogenverbot sei eine Unzahl an neuen Substanzen auf dem Markt gekommen, die sogenannten Legal Highs. Das sind Rauschstoffe, die hergestellt werden, um das Betäubungsmittelgesetz zu umgehen. Für den Konsumenten sind die gesundheitsgefährdenden Folgen und die Wirkung nicht absehbar.

Der Ruf nach dem Ende des Drogenverbots in Deutschland wird immer lauter. Es sind mehr als 40 Jahre vergangen, seit das Betäubungsmittelgesetz verabschiedet wurde, und anstelle einer Verbesserung, haben wir mehr Drogenabhängige als je zuvor. Dass die Substanzen illegal sind, führt auch dazu, dass die Konsumenten als Kriminelle behandelt werden. Falls es einen Notfall gibt, fürchtet man die Polizei und die Mitkonsumenten unterlassen vielleicht ausreichende Hilfeleistung. Die Bundesregierung sieht den Alternativen Drogenbericht nicht sonderlich positiv und wirft den Autoren mangelnde Einsicht vor. Jedoch selbst bei der Polizei und Staatsanwaltschaft hat man mittlerweile größtenteils eingesehen, dass das Drogengesetz in seiner jetzigen Form nicht die erhoffte Wirkung gehabt hat.3

Jedes Jahr werden vom Staat umgerechnet 2 Milliarden Euro ausgegeben, um Konsumenten zu verfolgen und zu bestrafen. Es bilden sich mafiöse Strukturen auf dem Schwarzmarkt. Die Qualität der illegalen Drogen ist vor allem wegen den Streckmitteln schlecht. Diese haben oft schwere Nebenwirkungen und sind giftig. Dadurch, dass die Drogen gestreckt sind, weiß man oft nicht genau, wie viel von der eigentlichen Droge enthalten ist. Es besteht die Gefahr der Überdosierung. Abhängige sind suchtkrank, sie brauchen Hilfe und keine Gefängnisstrafen.4

Nachdem am vergangenen Montag nun der Alternative Drogenreport veröffentlicht wurde, folgt morgen der neue offizielle Drogenbericht der Bundesregierung. Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, bezieht klar Stellung im Bericht. Sie hält sich vehement an das immer noch gültige Betäubungsmittelgesetz von 1971 und warnt vor den Folgen des Cannabis-Konsums. Sie denkt, dass die Maßnahmen, die Deutschland im Bereich Drogenpolitik einsetzt, etwas nützen. Zwar ist die Zahl der Drogentoten um drei Prozent, auf 1.032 Personen im Jahr, gestiegen und doch besteht die Bundesregierung darauf, dass ihre Maßnahmen Erfolg hatten.5

Der Alternative Drogenbericht zeigt auf, dass wir die bisherige Drogenpolitik hinterfragen sollten. Ist der Aufwand für Drogenprohibition gerechtfertigt?

Link zum Alternativen Drogenbericht

  1. Alternativer Drogen- und Suchtbericht: Pressemitteilung: Alternativer Drogen- und Suchtbericht: BtMG grundlegend erneuern – stand: 20.05.2015 []
  2. Deutsche Welle: Die große Gefahr legaler Drogen – stand: 20.05.2015 []
  3. Focus: Suchtexperten fordern Umkehr in der Drogenpolitik – stand: 20.05.2015 []
  4. Tagesschau: Richtig helfen, statt nur zu bestrafen – Artikel nicht mehr verfügbar []
  5. Focus: 600.000 Menschen betroffen: Bundesregierung warnt vor Hasch-Legalisierung – stand: 20.05.2015 []

Über veronika / earthlink

Ich bin die Veronika und mache den Bundesfreiwilligendienst bei Eartlink e.V.. Die Gesellschaft kann nur vorwärts kommen wenn sie aufgeklärt wird!
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