Kolumbien – Drogenschmuggler liefern in die ganze Welt

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Circa vier Prozent der Weltbevölkerung hat schon einmal Kokain konsumiert. Das entspricht unglaublichen 300 Millionen Menschen. Alleine im letzen Jahr haben schätzungsweise 17 Millionen Menschen Kokain in einer Menge von 600 – 700 Tonnen konsumiert – was einem Wert von mindestens 20 Milliarden Dollar entspricht.

Angebaut wird die Koka Pflanze – aus der später Kokain gewonnen wird – hauptsächlich in abgeschiedenen Gebieten, welche sich dem Einfluss der Regierung entziehen. Bedingt durch den lang anhaltenden Krieg sind bestimmte Gebiete Kolumbiens der Hand der Regierung entglitten und werden von rechten Paramilitärs oder linken Guerillas kontrolliert. Um sich zu finanzieren, sind diese Gruppierungen tief in den Drogenhandel verstrickt. Sie kooperieren mit Drogenkartellen und beziehen Steuern von den Koka-Bauern.1

Vor wenigen Jahren noch kam die Hälfte des weltweit konsumierten Kokains aus kolumbianischer Produktion. Heute kommt etwa die Hälfte aus peruanischer Produktion. Zerstörung der Drogenfelder in beiden Ländern – in Kolumbien mehr als in Peru – hat dazu geführt, dass Peru Kolumbien den fragwürdigen Titel abgerungen hat.2

Das Ausmaß der Drogenproduktion lässt sich in konkreten Zahlen wiedergeben. 2014 waren laut dem Militär 9.500 Hektar mit der Koka Pflanze kultiviert. Das entspricht ca. 0,2 Prozent der landwirtschaftlich erschlossenen Fläche. Trotz der vermeintlich geringen Fläche, die der Drogenanbau für sich einnimmt, bildet der Anbau die Existenzgrundlage von 6.500 kolumbianischen Familien – etwa 300.000 Menschen.3

Nachdem das Kokain aus den Koka-Pflanzen durch verschiedene chemische Prozesse extrahiert wurde, wird es gepresst, verpackt und an die Grenzen Kolumbiens transportiert. Mit Lastwagen und kleinen Booten kommt das „kolumbianische Gold“ dort an. Der dichte Regenwald bietet den Booten einen guten Schutz und so gelangen sie meist unbemerkt an ihr Ziel.

Die Droge wird dann über Häfen an den zwei Küstenlinien nach Mittelamerika und Asien, oder über die Ländergrenzen nach Peru, Ecuador oder weiter in den Norden, Richtung Mexiko und die USA, geschmuggelt. Venezuela spielt als Transitland eine große Rolle im kolumbianischen Drogenhandel. Von dort aus wird das Kokain nach Mittelamerika und auf karibische Inseln wie die Bahamas, Puerto Rico oder die Dominikanische Republik geflogen.

Drogen, die in die USA und Mexiko geschmuggelt werden sollen, kommen zu 87 Prozent über die Gewässer Mittelamerikas. Ein nicht geringer Anteil wird auch über den Luftweg nach Europa transportiert. Kokain ist also überall vorhanden, selbst in den abgelegensten Ecken der Welt.4

Korruption an den Grenzen ermöglicht es, dass das meiste Kokain Kolumbien über die Landesgrenzen verlässt. Eine riskantere Variante des Schmuggels erfolgt über den Luftweg. Drogenkuriere schlucken pflaumengroße Beutel mit Kokain und schmuggeln es so in die jeweiligen Zielländer. Teilweise wird das Gepäck auch als Versteck genutzt.

„La Empresa“ eine kolumbianische Drogenbande, die schon seit längerem Kolumbiens größten Hafen Buenaventura kontrolliert, organisiert den Schmuggel. Sie pflegt gute Kontakte zu Menschen in den Empfangsländern. Korruption passiert also nicht nur in den Produktionsländern, sondern auch an den Grenzen und Häfen der Importländer.

Die Produktion von Kokain ist zwar rückläufig, dennoch sind noch keine großen Ziele erreicht worden. Zudem sind die Methoden, mit denen versucht wird, die Produktion einzudämmen, sehr fragwürdig. Es werden keine alternativen Grundlagen für die 6.500 Familien geschaffen. Werden ihre Felder zerstört, so geht auch ihre Existenzgrundlage zugrunde. Die Folgen sind Arbeitslosigkeit und Armut.5

  1. Colombia Reports: Drug trafficking in Colombia – zuletzt aufgerufen am 09.09.2015 []
  2. Insightcrime: Four Reasons Why Peru Became World’s Top Cocaine Producer – zuletzt aufgerufen am 09.09.2015 []
  3. Wikipedia: Kolumbien – zuletzt aufgerufen am 09.09.2015 []
  4. Colombia Reports: El Salvador seizes over five hundred kilos of cocaine from Colombian traffickers – zuletzt aufgerufen am 09.09.2015 []
  5. Colombia Reports: Drug trafficking in Colombia – zuletzt aufgerufen am 09.09.2015 []
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