Andauernder Konflikt zwischen USA und Bolivien um Drogenpolitik

Bild: © Agência Brasil - Wikimedia Commons

In Bolivien hat sich die Anbaufläche der Kokapflanze im Zeitraum 2013 bis 2014 um elf Prozent verringert.
Das besagt ein Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen und Verbrecherbekämpfung (UNOPC) vom vergangenen August.1

Kurz zuvor hatte das US-Außenministerium jedoch verlauten lassen, die Anbauflächen in Bolivien hätten zugenommen.2 Daraufhin warf der Präsident Boliviens, Evo Moralis, der US-Regierung eine Manipulation der Daten vor.
Die Motivation der Amerikaner sei es offenbar gewesen, das eigene Scheitern des Krieges gegen den Drogenhandel zu verschleiern, so Moralis.

Jüngst überreichte US-Präsident Barack Obama dem Kongress einen Jahresbericht. Darin wird der bolivianischen Regierung vorgeworfen, die vereinbarten Maßnahmen im Kampf gegen den internationalen Rauschgiftmarkt nicht eingehalten zu haben.3
Laut dem Bericht stehen neben Bolivien auch Venezuela, Myanmar und 19 andere Staaten auf der schwarzen Liste der wichtigsten Produktions- und Transitländer. Auch sie werden der mangelhaften Einhaltung vereinbarter Maßnahmen und Ziele beschuldigt. Speziell Venezuela, Bolivien und Myanmar wird vorgeworfen, ihren Verpflichtungen aus internationalen Abkommen über Betäubungsmittel nicht gerecht zu werden. Diese Anklage seitens Amerikas, könnte der Beginn wirtschaftlicher Sanktionen sein.3

Moralis liegen auch neue Informationen vor. Der Whistleblower Carlos Toro, ein ehemaliger Mitarbeiter der US-amerikanischen Antidrogenbehörde DEA, hat kürzlich zahlreiche Dokumente veröffentlicht, welche deren Arbeit in ein kritisches Licht stellt. Unter dem Namen „Operation Naked King“ plante demnach die US-Behörde eine geheime Operation in Bolivien. Ziel sei es gewesen, eine Verwicklung der Landesregierung mit dem Drogenhandel vorzutäuschen, um von den Folgen der destabilisierten Regierung zu profitieren und dort Einfluss nehmen zu können.
Die Forderung einer Stellungnahme zu den Beschuldigungen lehnte die DEA ab.3

Toro selbst war vor seiner 27 Jahre langen Dienstzeit als DEA-Mitarbeiter
Mitglied des kolumbianischen Medellín-Kartells. Nach seiner medialen Aufmerksamkeit als Whistleblower muss er, als Aufenthaltsgenehmigter in den USA, seine Abschiebung nach Kolumbien befürchten. Dort droht ihm seine Ermordung durch Angehörige des Medellín-Kartells, von denen er einige hat auffliegen lassen.4

2008 hat Moralis‘ Regierung die DEA aufgrund von Spionage innerer Angelegenheiten des Landes verwiesen. Zudem hat sie sich der Mithilfe im War on Drugs entsagt.5 Das Land verfolgt eine bisher erfolgreiche Kampagne, die aus enger Zusammenarbeit mit den Kokabauern besteht und versucht, ihnen wirtschaftliche Alternativen zu bieten.3

  1. Amerika21.de: Weniger Koka Anbau – Zuletzt aufgerufen am 2.10.15 []
  2. Amerika21.de: Morales USA Coca-Anbau – Zuletzt aufgerufen am 2.10.15 []
  3. Amerika21.de: Konflikt zwischen Bolivien und USA – Zuletzt aufgerufen am 2.10.15 [] [] [] []
  4. Huffingtonpost.com: Carlos Toro – Zuletzt aufgerufen am 2.10.15 []
  5. Democracynow.org: Operation Naked King – Zuletzt aufgerufen am 2.10.15 []

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