Wahlen in Myanmar: Können sie das Drogenproblem im Land lösen?

Bild: © Wolfgang Horlacher - Wikimedia Commons

Der 8. November 2015 ist für viele in Myanmar ein historischer Tag, da dies der Tag der Parlamentswahlen ist. Es wären demnach die ersten freien und offenen Wahlen seit über 25 Jahren in einem Land, welches jahrzehntelang unter einer Militärherrschaft stand. Die letzten freien Wahlen 1990 gewann die Nationale Liga für Demokratie (NLD) unter der Führung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Die Militär-Junta erkannte jedoch damals das Ergebnis nicht an und stellte Suu Kyi jahrelang unter Hausarrest. Erst nach hohem internationalem Druck im November 2010 wurde sie letztendlich entlassen.1

Während ihrer Wahlkampfreise nach Shan-Staat (eine der vierzehn Verwaltungseinheiten in Myanmar) im September 2015 plädierte Aung San Suu Kyi dafür, dass eine von der NLD gebildete Regierung Probleme lösen würde, die durch Drogenhandel und Opiumanbau verursacht wurden. Bisher hatte die Partei keine Möglichkeit, die Situation zu ändern, da ihr einfach die Macht fehlte. „Falls wir die Regierung nach den Wahlen bilden können, verspreche ich, dass die NLD all diese Probleme lösen wird“.2

Dabei nutzte Aung San Suu Kyi die Chance, sich mit Bauern zu treffen, welche Kaffee als alternative Kulturpflanzen zu Opium pflanzen. Das UNODC unterstützt diese Bemühungen zur Ersetzung von Anbauprodukten im Shan-Staat, der bis vor einem Jahrzehnt als der weltgrößte Opium-Produzent galt. Aung San Suu Kyi meint jedoch dazu, dass ländliche Entwicklung mehr als nur das Einpflanzen vom Kaffee erfordert. Wie die NLD Führerin in ihrer Rede in Hopong sagte, sollten Gesundheitsdienste, Entwicklung der Bildung, Verbesserungen des Transport- und Kommunikationssystems und eine Verringerung der Arbeitslosenquote auch mit einbezogen werden.3

Ihre Erklärung ist besonders wichtig bezüglich der Tatsache, dass das Land zu den wichtigsten Opiumherstellerstaaten in der Welt und damit zu den wichtigsten Mitspielern im internationalen Drogenhandelsnetz gehört.4 In der Vergangenheit haben sich die Behörden grundsätzlich darauf konzentriert, die Mohnfelder einfach zu zerstören. Dabei haben sie einen gewissen Erfolg erreicht: Die Opiumproduktion in der Shan Region fiel von 1,3 Millionen Tonnen 1998 auf etwas über 690 Tonnen im Jahr 2011.5

Ob die Wahlen tatsächlich das Land im Rahmen der Drogenproblematik stark verändern können, wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen. Die Nationale Liga für Demokratie hat bei den Wahlen sehr gute Chancen. Es ist jedoch immer zu bedenken, dass das Militär weiterhin seine 25 Prozent Sperrminorität im Parlament behalten wird und damit eine wichtige Rolle im politischen Prozess Myanmars spielen wird. Dem Regime wurde bereits vorgeworfen, den Drogenanbau gezielt zu fördern, um seinen Militärapparat am Leben zu halten und damit seine Macht im Land zu sichern.6

  1. Zeit Online: Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist frei – zuletzt aufgerufen am 30.10.2015 []
  2. Frontier Myanmar: An NLD government will solve drug trade problems, says party leader – zuletzt aufgerufen am 30.10.2015 []
  3. Frontier Myanmar: An NLD government will solve drug trade problems, says party leader – zuletzt aufgerufen am 30.10.2015 []
  4. Sensi Seeds: Cannabis in Myanmar – zuletzt aufgerufen am 30.10.2015 []
  5. Stern: Florierender Drogenhandel in Birma – zuletzt aufgerufen am 30.10.2015 []
  6. Palaung Women´s Organization: Poisoned Hills – zuletzt aufgerufen am 30.10.2015 []
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