Crystal Meth: einfach im Internet bestellen und per Post bekommen

Bild: © Rafael Garcia-Suarez - Wikimedia Commons

Diese Woche begann in Berlin der Prozess gegen zwei mutmaßliche Dealer, die gemeinsam den Handel mit Crystal Meth, welches schon beim ersten Konsumieren abhängig machen kann, aus Schöneberg europaweit betrieben. Die Berliner Polizei beschlagnahmte 4,5 Kilogramm der gefährlichen Droge, der größte je in Berlin sichergestellte Fund. Er hatte einen Straßenwert von rund 680 000 Euro.1

Von der Staatsanwaltschaft wird den Angeklagten nun vorgeworfen, einen Versandhandel mit Rauschgift, aber auch illegal hergestellten Potenzmitteln und Dopingmitteln betrieben zu haben. Sie sollten von September 2014 bis Juli 2015 knapp 100 Online-Bestellungen angenommen und per DHL an Kunden verschickt haben.2 Es habe sogar „Geschäftszeiten“ für den illegalen Handel gegeben: täglich von 10 bis 22 Uhr. Die Bezahlung sei entweder in bar oder per Überweisungen auf ein Schweizer Konto erfolgt.3

Es ist heutzutage so einfach wie nie zuvor, Drogen zu kaufen. Da der Onlinehandel im Allgemeinen boomt, ist es nicht verwunderlich, dass sich auch Drogen-Geschäfte ins Netz verlagern. Der moderne Konsument kauft sein Crystal Meth genauso wie seine Bücher oder seine Kleidung per Mausklick, und die Ware wird mit der Post nach Hause geschickt. Möglich macht diese Art der Wohnzimmer-Kriminalität ein bestimmter Teil des Netzes: das Darknet, ein Teil des Netzes, der nicht über Google, Bing und Co. auffindbar ist. Zugang zum Darknet verschafft ein verschlüsselter Router. Als führend gilt dabei das „Tor“-Netzwerk. Es verhindert, dass der Ort des Senders und des Empfängers ausgelesen werden kann.

Zugleich muss erwähnt werden, dass das Darknet an sich nicht nur kriminellen Machenschaffen dient. Das ist auch ein Rückzugsraum für Datenschützer und Dissidenten, die um ihr Leben fürchten.4 Für Aktivistengruppen in Ländern, in denen freie Meinungsäußerung ein Todesurteil bedeuten kann, ist das Darknet überlebenswichtig. Eine Studie des Unternehmens Trend Mirco belegte jedoch, dass die meisten das Darknet für illegalen Handel, vor allem für Drogenhandel, nutzen.5

  1. 20 Minuten: Schweizer vertrieb Crystal Meth per DHL – zuletzt aufgerufen am 19.11.2015 []
  2. Bild: Architekt und sein Mann verkauften die Droge im Netz – zuletzt aufgerufen am 19.11.2015 []
  3. Berliner Morgenpost: Drogenversand per Post – Wie zwei Männer Crystal Meth verkauften – zuletzt aufgerufen am 19.11.2015 []
  4. Die Welt: Auf den dunklen Seiten des Netzes – zuletzt aufgerufen am 19.11.2015 []
  5. Der Tagesspiegel: Im Rausch des Darknets – zuletzt aufgerufen am 19.11.2015 []
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