Panama Papers: Im Dienste der Drogenbosse

Geld, Geldwäsche

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Rafael Caro Quintero gehörte in den 1980er Jahren zu den meistgesuchtesten Drogenbossen Mexikos. Nun ist auch sein Name in den „Panama Papers“ aufgetaucht.

Der Drogenhändler Rafael Caro Quintero, Mitbegründer des Kartells von Guadalajara, wurde 1985 aufgrund der Ermordung des DEA-Agenten Enrique „Kiki“ Camarena, seiner Drogengeschäfte sowie Verstößen gegen das Waffengesetz verhaftet.1

Enrique Camarena hatte seit 1981 verdeckt in Quinteros Kartell ermittelt und im November 1984 die Beschlagnahme von 8.000 Tonnen Marihuana auf dessen Farm „El Búfalo“ in Chihuahua ermöglicht. Im Februar 1985 wurde der Agent von Polizisten verhaftet, welche für Quintero arbeiteten. Im Anschluss wurde er bis zu seinem Tod drei Tage lang von dem Drogenboss gefoltert.2

Rafael Caro Quintero wurde daraufhin 1989 zu 40 Jahren Haftstrafe verurteilt, musste aufgrund juristischer Formfehler jedoch nur 28 Jahre seiner Strafe absitzen. Da er unter anderem nicht von einem Bundesgericht, sondern von einem Regionalgericht hätte verurteilt werden müssen, ist der Drogenboss seit 2013 auf freiem Fuß.3

Nun wurde im Rahmen erster Veröffentlichungen von Daten aus den „Panama Papers“ bekannt, dass Quintero bereits vor seiner Verhaftung eine Immobilie an eine Briefkastenfirma überschrieben hatte.4

Bei den „Panama Papers“ handelt es sich um  rund 11,5 Millionen Dokumente umfassende Unterlagen der Firma Mossack Fonseca. Ein Offshore-Dienstleister aus Panama, der seinen Kunden durch die Gründung von Briefkastenfirmen Steuer- und Geldwäschedelikte ermöglichte. Die Daten wurden 2015 von einem anonymen Whistleblower an die Süddeutsche Zeitung übermittelt. Anschließend wertete eine Gruppe von 376 Journalisten aus 76 Ländern die Quelle aus.5

Am 3.04.2016 wurden nun erstmals Informationen des Datenleaks veröffentlicht, darunter jene über Rafael Caro Quintero. Seit seiner Entlassung 2013 wird Quintero gesucht – das U.S. Departement of State hat fünf Millionen Dollar auf Informationen, die zu seiner Verhaftung führen könnten, ausgesetzt.6

Laut den „Panama Papers“ führt Mossack Fonseca die Quintero-Gesellschaft noch heute. Neben dem Mexikaner nahmen bis zum aktuellen Zeitpunkt noch weitere internationale Drogenbosse die Dienste des Unternehmens in Anspruch,  so zum Beispiel Arturo del Tiempo Marquès aus Spanien sowie Marllory Chacón Rossell aus Guatemala.7

  1. tagesanzeiger.ch: Ein mexikanischer Capo kommt frei – Stand 07.04.2016 []
  2. spiegel.de: Mexikos Drogenboss Quintero – Stand 07.04.2016 []
  3. tagesanzeiger.ch: Ein mexikanischer Capo kommt frei – Stand 07.04.2016 []
  4. tagesschau.de: Zweifelhafte Kundschaft – Stand 07.04.2016 []
  5. wikipedia.org: Panama Papers – Stand 07.04.2016 []
  6. state.gov: Narcotics Rewards Program: Rafael Caro-Quintero – Stand 07.04.2016 []
  7. tagesschau.de: Zweifelhafte Kundschaft – Stand 07.04.2016 []
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