Indien – vom Drogenhandel zum Drogenkonsumenten

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Drogenabhängigkeit hat sich in Indien zu einem ernsten sozialen Problem entwickelt. In Staaten wie Maharashtra, Nordostindien, Karnataka, Goa und Punjab ist der Drogenkonsum stark angestiegen. Zusätzlich haben die Drogenbeschlagnahmungen im Land stark zugenommen. Da Indien sich in der Nähe zum Goldenen Halbmond (Afghanistan, Iran und Pakistan) sowie zum Goldenen Dreieck (Myanmar, Laos und Thailand) befindet, spielt der Drogenhandel eine wichtige Rolle, die das Land gefährdet.1

Laut einer Studie zur Drogenabhängigkeit, die zwischen Februar und April 2015 durchgeführt wurde, zeigte sich, dass 230.000 Menschen im Staat Punjab Rauschgiftkonsumenten sind. Das sind 830 Konsumenten auf 100.000 Einwohner.2 Besonders die Zahl der Jugendlichen, die der Droge verfallen, nimmt zu. Ein Grund für den Anstieg des Drogenkonsums ist, dass Drogen dort leicht erhältlich sind.3

Für die Dörfer in der Nähe der pakistanischen Grenze bedeuten die Drogen große gesellschaftliche Probleme. Punjab ist eine Transitroute für den internationalen Drogenhandel in andere Kontinente, aber eine Menge Drogen verbleibt in den indischen Städten. Die jungen Menschen sind am meisten davon betroffen und die Mehrheit wird drogensüchtig, da die Lieferung von Drogen nie unterbrochen wird. Durch den Hauptweg über den goldenen Halbmond schmuggeln die Drogenkartelle Heroin, Mohn, Opium und synthetische Drogen nach Indien. Die massive Sucht hat die Gesundheit vieler Menschen ruiniert. Viele haben ihre Ländereien verkauft und leben in Armut, weil sie ihr gesamtes Geld für den Kauf von Drogen ausgegeben haben.4 Die Kinder verlassen frühzeitig die Schule, um ihre Familien zu unterstützen und geraten dadurch leicht an Drogen. Viele Teenager nehmen Drogen und beginnen zu dealen, damit sie ihre Sucht finanzieren können. Als Folge wird die Kriminalitätsrate zunehmen und sich das Leben in diesen Regionen noch weiter verschlechtern.5

Berichte zeigen, dass nicht nur Menschen außerhalb Indiens für den Drogenhandel innerhalb des Landes verantwortlich sind, sondern auch die Familien der Bauern an der Grenze, die dort seit vielen Generationen leben. Sie schmuggeln Drogen mit verschiedenen Methoden. Beliebt ist der Transport durch sogenannte „Wasserpflanzen“. Dabei wird Kokain, Heroin oder Opium in Kunststoff gepackt. Diese Päckchen werden dann in die Flüsse geworfen, wo sie von indischen Dorfbewohnern wieder herausgefischt werden. In vielen Dörfern entlang der indisch-pakistanischen Grenze wie Toor, Chebbe, Lahsain und Bharial schmuggeln nach wie vor Familienunternehmen, die vom Vater auf den Sohn weitergegeben werden. Sie nutzen ihre Hauptbeschäftigung als Bauern, um die Drogen zwischen den Grenzen transportieren zu können.6

  1. Firstpost India: Udta India: Check out the country’s drug menace in five charts – am 16. Juni 2016 []
  2. Livemint:Six charts that show the seriousness of Punjab’s drug problem – am 10. Juni 2016 []
  3. DW: Drogenepidemie in Punjab – am 22. März 2013 []
  4. IndiaTimes: Inside Maqboolpura – The Village Of Widows And Orphans – am 9. Juni 2016 []
  5. Neue Zürcher Zeitung: Die verlorene Generation des Punjabs – am 31. Dezember 2012 []
  6. IndiaTimes: The Most Inconvenient Thing About #PunjabDrugCrisis Is Just How Much Of A Family Affair It Really Is! – am 14. Juni 2016 []
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