Waldbrände in Guatemala – Verantwortung der Drogenhändler?

Bild: © Tan Kian Yong - Dreamstime

Der Norden Guatemalas war in den letzten Monaten von schweren Waldbränden betroffen. Bisher seien mehr als 80 Quadratkilometer Wald niedergebrannt, so ein Regierungssprecher. Bedroht sind letztlich mehr als 2.000 Quadratkilometer, zu denen die Region Petén und das Maya-Biosphärenreservat an der Grenze zu Mexiko und Belize gehört. Es wird angenommen, dass die guatemaltekischen Drogenhändler die Waldbrände legen, zur Pflanzung von Schlafmohn und Marihuana, und um geheime Landebahnen für kleine Flugzeuge zu bauen. 1

Das Maya-Biosphärenreservat, das ein Fünftel von Guatemala bedeckt, ist eines der wichtigsten Tropenwaldgebiete nördlich des Amazonas. Es ist in verschiedene Zonen untergliedert. Die Kernzone besteht aus vier Nationalparks und vier geschützten Biotopen. Das Reservat wurde 1990 geschaffen, um die größte Fläche des tropischen Waldes zu schützen, die in Zentralamerika noch existiert. Das Modell Biosphärenreservat ist von der UNESCO eingeführt und hat als Ziel, ein Gleichgewicht zu schaffen, zwischen menschlichen Aktivitäten und der Biosphäre – gefördert durch eine nachhaltige wirtschaftliche Naturschutzpolitik.2Trotz der erfolgreichen Reduzierung der Entwaldung in einigen Gebieten dieser Reservate,  sind die Öl-Förderung, illegale Siedler sowie Drogenhändler und andere bewaffnete Gruppen eine ständige Bedrohung.3

Die dichten Wälder sind wichtige, strategische Verstecke für Drogenkartelle, um Kokain aus Südamerika in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln.  „Es gibt eine starke Präsenz von Drogenhändlern, die nicht zweimal darüber nachdenken, Feuer im Wald zu legen oder arme Menschen dafür zu bezahlen“, so Alma Polanco, Direktor des nationalen Rats für Naturschutzgebiete in Petén. Außerdem haben die mexikanischen Drogenkartelle in dieser Region bedeutende Fortschritte mit lokalen Banden gemacht. Das Land hat sich zu einer wichtigen Drehscheibe für den Transport und die Geldwäsche entwickelt. Doch diese Situation hat sich in Guatemala in einen Drogenkrieg verwandelt, der die Kriminalität und Korruption in der Region verstärkt.1

Die Folgen solcher Waldbrände betreffen alle Bereiche der Natur im Land. Auf die Vegetation kann ein Feuer schwerwiegende negative Auswirkungen haben, wie die Zerstörung aller Arten von Pflanzen und Bäumen.  Studien des Ministeriums für Umwelt und natürliche Ressourcen behaupten, dass das Feuer den Verlust und die Erosion von Waldflächen verursacht und so das Risiko von Erdrutschen erhöht.4

  1. Capital news: Guatemalan drug lords burning forests to land planes – am 7. Juni 2106 [] []
  2. Wikipedia: Maya-Biosphärenreservat – Stand: 8. Juni 2016 []
  3. Mongabay: Successes and many challenges in Guatemala´s Maya Biosphere Reserve – am 2. Juni 2016 []
  4. Correo: Guatemala: Incendios destruyen 12.000 hectáreas de bosque – am 2. Juni 2016 []
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