Erweiterung des Panamakanals – mehr Chancen für den Drogenhandel

Bild: © Roger W [CC BY-SA 2.0] - Flickr

Interpol hat davor gewarnt, dass die Drogenhändler von der Erweiterung des Panamakanals profitieren könnten. Der 5,2 Milliarden US-Dollar teure Ausbau des Kanals, der im vergangenen Monat eröffnet wurde, hat die Kapazität für die Befahrbarkeit der Schiffe verdoppelt.1 Bislang konnten Schiffe mit maximal 4.000 geladenen Containern die Wasserstraße passieren.  Jetzt ist der Kanal für Schiffe mit bis zu 14.000 Containern befahrbar. Eine deutliche Steigerung von ungefähr sechs Prozent des Welthandels wird nun erwartet.2

Obwohl Flugzeuge und Drogenkuriere die bekanntesten Transportmittel für den globalen Drogenhandel sind, spielt auch die Schifffahrt eine wesentliche Rolle, die aber meistens unterschätzt wird. Nach dem Global Container Control-Programm der Vereinten Nationen, werden rund 90 Prozent des gesamten Handels über Container geführt, und nur zwei Prozent davon werden in den Häfen nach Drogen kontrolliert oder untersucht.3

Panama ist das „Eingangstor“ der Drogen, die in Südamerika produziert werden und deren Bestimmungsort die USA sind. Nach Einschätzungen von Experten werden etwa 90 Prozent des in den USA konsumierten Kokains – einer der größten Kokainverbraucher weltweit  –  durch das mittelamerikanische Land geschmuggelt. Außerdem benutzen die Drogenhändler und kriminellen Gruppen die Häfen nicht nur für den Drogenhandel sondern auch für Geldwäsche. Diese illegalen Aktivitäten führen zu einer Steigerung der Kriminalitätsraten in Mittelamerika.4

Panama ist eines von 20 Ländern auf der ganzen Welt, das ein gemeinsames „Port Control Unit“ mit dem UNODC etablieren konnte. In den letzten sieben Jahren hat die panamaische Regierung mithilfe der Vereinten Nationen 25 Tonnen Drogen, die in Containern versteckt waren, beschlagnahmt. Man befürchtet aber, dass diese Menge nach dem Ausbau des Kanals zunehmen wird. Die Erweiterung des Kanals bedeutet für Panama nun eine große Herausforderung bezüglich der Verminderung und Kontrolle des Drogenhandels.4

Drogenhandel und organisierte Kriminalität in Panama waren für mehr als zwei Drittel der Straftaten im Jahr 2015 verantwortlich.5 Außerdem ist die panamaische Polizei besorgt über die mögliche Zunahme der Produktion und des Handels von Drogen in Kolumbien nach dem Friedensprozess, da viele Guerillas nicht mit der Vereinbarung mit der kolumbianischen Regierung einverstanden sind und sich weiterhin in nahe gelegenen Ländern wie Panama dem Drogenhandel widmen könnten. Mit dem neuen Kanal wird Panama attraktiver für Drogenhändler: dadurch wird auch sein Status als Transitland verstärkt.6

  1. Insight Crime: Panama Canal Expansion Could Boost Drug Trafficking: Interpol – am 11. July 2016 []
  2. Zeit Online: Breiter und tiefer durch Panama – am 26. Juni 2016 []
  3. UNODC: UNODC-WCO Global Container Control Programme – Stand: 12. July 2016 []
  4. Noticias RCN: Interpol cree que ampliación del canal de Panamá abre nuevas rutas criminales – am 6. July 2016 [] []
  5. El Heraldo: El 70% de crímenes en Panamá son por narcotráfico dice presidente – am 18. Februar 2016 []
  6. El Nuevo Heraldo: Panamá teme un aumento del narcotráfico tras el proceso de paz en Colombia – am 6. July 2016 []
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