Schneller, billiger, tödlicher: Fentanyl ist weit gefährlicher als Heroin

Fentanyl

Opioide, wie beispielsweise Fentanyl, sind in den USA für die meisten Drogentode verantwortlich. Bild: © Boris Ott [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Einem aktuellen Bericht der US-amerikanischen Drogenbehörde (DEA) zufolge, ist die Menge des illegal importierten Fentanyls in jüngster Zeit rasant angestiegen. Die Droge ist hochgefährlich, da sie innerhalb kürzester Zeit süchtig macht und eine weit stärkere Wirkung erzielt als Morphium oder Heroin. Für lateinamerikanische Kartelle ist der Handel mit der Droge sehr profitreich, was die steigende Fentanylproduktion erklärt.1

Fentanyl ist ein opiathaltiges Schmerzmittel und kann zum Beispiel in den USA legal an Schwerstkranke verschrieben werden. Die Droge findet auch als Anästhetikum Verwendung und hat eine bis zu 40-mal stärkere Wirkung als Heroin. Illegal wird Fentanyl hauptsächlich als Pulver vermarktet, kann aber auch mit Heroin vermischt werden, um einen stärkeren Rauschzustand zu erzielen. Marktführer im Fentanyl-Handel ist das mexikanische Sinaloa-Kartell unter dem inhaftierten Drogenbaron Joaquín Guzmán. Die Droge ist sehr rentabel für die Vertreiber, denn die Inhaltsstoffe können billig aus China oder Russland importiert werden. Ein Kilo reines Fentanyl kann auf zehn bis 25 Kilogramm gestreckt werden. Pro Kilo können in den USA um die 80.000 US-Dollar erwirtschaftet werden. Damit lässt sich 20-mal mehr Geld verdienen, als mit der gleichen Menge Heroin.2

Der DEA zufolge breitet sich der Fentanyl-Handel auf dem US-Markt mit enormer Geschwindigkeit aus. Die Zahl der Beschlagnahmungen stieg von 934 im Jahr 2013 auf über 13.000 im letzten Jahr an. Für dieses Phänomen ist mitunter der Rückgang in der Heroinproduktion verantwortlich. „Kaum jemand stellt mehr reines Heroin her, denn mit Fentanyl durchsetztes Heroin ist um einiges stärker“, gab ein mexikanischer Drogenschmuggler der Nachrichtenplattform Fusion gegenüber an.3

Fentanyl kann durch bloßen Kontakt mit der Haut süchtig machen, ist billig in der Produktion und erziehlt hohe Einnahmen.

(c) markarinafotos (Public Domain)Wikimedia Commons

Um dem Drogenhandel entgegenzuwirken, schränkt die chinesische Regierung die Zahl der erlaubten Exportsubstanzen immer weiter ein. Doch chinesische Chemiker sind im Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden einfallsreich. Indem sie nicht das Fentanyl an sich, sondern lediglich Vorprodukte der Droge synthetisieren, können sie viele Verbote umgehen. Manche Produktionsstätten in Asien stellen neben illegalen Stoffen auch legale Chemikalien her und tarnen so ihre kriminellen Machenschaften. Von China aus wird der Großteil der Fentanyl-Vorprodukte direkt nach Mexiko transportiert und weiterverarbeitet.4

Besonders gefährlich ist das Suchtmittel, weil es extrem schnell süchtig macht. Schon Hautkontakt mit der Droge kann zu einer Abhängigkeit führen. Das ist ein weiterer Vorteil für Drogenkartelle, denn durch den hohen Suchtgehalt des Fetanyls steigt die Nachfrage rasch an. Durch die enorme Wirkung, kostengünstige Produktion und hohen Umsatz der Droge, ist sie in den letzten Jahren zur wohl lukrativsten für Drogenhändler geworden. 2013 starb Polizeiangaben zu Folge ein Drogenabhängiger im US-amerikanischen Manchester an einer Fentanyl-Überdosis. 2015 waren es mindestens 46 Fentanyl-Tote.5 Dieses Jahr forderte das Betäubungsmittel ein prominentes Opfer: Der Sänger Prince starb im April an einer Überdosis der Droge. Es ist allerdings noch unklar, ob ihm das Fentanyl von seinem Arzt verschrieben worden ist, oder ob er es auf illegalem Weg erworben hat.6

  1. DEA Intelligence Brief: Counterfeit Prescription Pills Containing Fentanyls: A Global Threat; Juli 2016 []
  2. Tages Anzeiger: Fentanyl: Eine Droge breitet sich aus wie eine Epidemie; 12. Juli 2016 []
  3. InSight Crime: Mexico, China Are Key Nodes in Fentanyl Trade: DEA; 27. Juli 2016 []
  4. InSight Crime: Mexico, China Are Key Nodes in Fentanyl Trade: DEA; 27. Juli 2016 []
  5. The Guardian: Fentanyl: Drug 50 times more potent than heroin ravages New Hampshire; 04. Februar 2016 []
  6. Tages Anzeiger: Fentanyl: Eine Droge breitet sich aus wie eine Epidemie; 12. Juli 2016 []
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Ein Kommentar zu Schneller, billiger, tödlicher: Fentanyl ist weit gefährlicher als Heroin

  1. Katrin sagt:

    Leute last die Finger von fentanylplaster, mein Sohn, sehr intelligent, ist am 29.06.2016 an dem zeug gestorben, er War 22 , uns ich hab ihn gefunden, tot, es ist nicht nachvollziehbar und ein Verlust, der nicht zu ersetzen ist

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