Thailand möchte Meth entkriminalisieren

Thailand hat zugestimmt, die Entkriminalisierung von einigen Drogen wie Methamphetamin in Betracht zu ziehen.1 Die Vereinten Nationen haben mit Blick auf eine neue Perspektive in der Generelversammlung diese Entscheidung getroffen. Der Justizminister des Landes Gen. Paiboon Koomchaya hat außerdem vorgeschlagen, diese Rauschgiftmittel aus der Liste der gefährlichsten Drogen zu streichen und neue Maßnahmen für die Behandlung der Süchtigen zu finden, aufgrund der hohen Anzahl von Crystal Meth-Konsumenten.2

Im vergangenen Jahr ist die thailändische Drogenpolitik, die  damit die Nutzung und Bereitstellung von Rauschgiftmitteln reduzieren wollte, gescheitert. Seit der Umbenennung von Methamphetamin auf „Ya ba“ (horse Drug) von der Regierung als Abschreckungsmaßnahme in Jahr 1996, die auch von harten Strafen und Nulltoleranz für alle Händler und Konsumenten begleitet wurde, hatte sich der Einsatz und die Lieferung von Drogen erhöht.3  Als Folge muss Thailand immer mehr dem Problem überfüllter Gefängnisse umgehen. Schon jetzt kann die höchste Inhaftierungsrate von Frauen vorweisen – die meisten von ihnen sind wegen Drogendelikten eingesperrt.4

Ya ba früher bekannt als Ya ma, sind Tabletten, die eine Mischung von Methamphetamin und Koffein enthalten. Myanmar ist der größte Produzent von Methamphetamin der Welt. Die Mehrheit der Tabletten wird ins benachbarte Thailand gehandelt, 2010 mehr als eine Milliarde.5

Überfüllte Gefängnisse sind ein wichtiger Grund  hinter dem Vorschlag der neuen politischen Reformen für den Gebrauch von Methamphetamin. Aber das Scheitern des War on Drugs, die negativen Folgen für die Gesundheit und Menschenrechte, die durch die Einführung unverhältnismäßig harter Strafen ausgelöst wurde, sind genügend Gründe für die Überprüfung einer alternativen Drogenpolitik. Damit wird die Regierung die Methamphetamin nicht legalisieren, sondern als weniger gefährlich einstufen. Drogenhändler werden aber noch mit drastischen Maßnahmen konfrontiert, während diejenigen, die unter Drogenmissbrauch leiden, eher zu ihren Verstößen proportionale Strafen erhalten. Allerdings ist Thailand noch nicht bereit, die Todesstrafe in Betäubungsmitteln Fällen abzuschaffen, so Justizminister.6

Vor zwei Jahren gab es 1.3 Millionen Drogenabhängige in Thailand. Mehr als 287.000 Menschen waren im Jahr 2013 im Gefängnis, davon 250.000 waren für ihre Sucht eingesperrte worden. 14 Prozent von ihnen sind Frauen, einen viel höherer Prozentsatz als im globalen Durchschnitts. ICPS berichtet, dass Thailands Überfüllung der Gefängnisse bei 134 Prozent liegt.4

Thailand ist immer noch ein Entwicklungsland. Soziale und kulturelle Normen haben sich verändert und die Menschen wollen eine verbesserte Lebensqualität. Viele junge Menschen sind arbeitslos und es fehlt ihnen Sozialer Unterstützung. Aus diesem Grund fangen sie oftmals sehr früh mit dem Konsum und Handel von Drogen an. Die schlechte wirtschaftliche Situation in den Nachbarnländern sowie die geographische Nähe an Myanmar, den wichtigsten Meth-Produzent der Welt, verschärfen die Drogensituation in Thailand zusätzlich.7

  1. The Nation: Thailand to look at decriminalising ‘meth’ based on UN opinion – nicht mehr verfügbar []
  2. Chiangrai Times: Thailand’s Justice Minister Looks to Possibly Decriminalize Yaba Saying War on Drugs Not Working – am 17. Juni 2016 []
  3. Volteface: Is Drug Decriminalisation on the Cards for Thailand? – am 30. Juni 2016 []
  4. OpenDemocracy: Across Asia, we need to give the women incarcerated by the ‘war on drugs’ a voice – am 19. Mai 2016 [] []
  5. Wikipedia: Ya ba – Stand: 6. July 2016 []
  6. MailOnline: Thailand considering legalising CRYSTAL METH as ruling junta’s general admits the world has lost the war on drugs – am 14. Juni 2016 []
  7. Stanford Medicine: An inside look at drug addiction in Thailand – am 5. April 2016 []
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