Kolumbien: Geld aus Drogenverkauf finanziert illegalen Goldabbau – mit fatalen Folgen für die Umwelt

Goldmine

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Mit dem Geld, das die Drogenkartelle im Laufe der letzten Jahre durch den Anbau von Koka und der Verarbeitung zu Kokain eingenommen haben, wird nun illegaler Goldabbau finanziert. Einem Bericht der kolumbianischen Menschenrechtsorganisation Defensoría del Pueblo zufolge wurden alleine im letzten Jahr 90 Maschinen eines Drogenkartells in illegalen Goldminen in Kolumbien sichergestellt. Diese Maschinen betrugen einen geschätzten Wert von 5,7 Millionen US-Dollar. Allgemein werden Koka und Gold meistens von den gleichen Gruppen organisierten Verbrechens hergestellt und je nach Nachfrage und Profitabilität produziert. Allerdings verlagern sie ihr Geschäft immer mehr auf den illegalen Goldabbau, der jedoch katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt hat.1

Dutzende Bäume werden gefällt und für die Goldwäsche giftiges Quecksilber freigesetzt. Pro Gramm illegal hergestelltem Gold wird eine Tonne Erde mit Quecksilber und Zyanid vergiftet. Kolumbien hat inzwischen eine der höchsten Raten an Quecksilberverschmutzungen in Amerika. Das Metall verunreinigt Flüsse und verursacht Bodenerosionen sowie Gesundheitsprobleme, wie Nierenversagen oder akute Blutarmut. Besonders betroffen sind die Ureinwohner Kolumbiens, die aus Gegenden mit hohen Goldreserven kommen.2

 

Warum aber sind Goldminen so attraktiv für die Kartelle?

Das internationale Goldgeschäft wurde für Drogenorganisationen wie die FARC und andere paramilitärische Gruppen vor allem durch die Wirtschaftskrise um 2011 und die steigenden Preise sehr profitabel. Durch die Gewinne aus den Drogengeschäften ist es zudem für die Kartelle einfacher, die nötigen Maschinen für den Goldabbau zu beschaffen.1 Ein  weiterer Vorteil für den Goldboom ist die mögliche Verarbeitung vor Ort. Koka hingegen wird in verschiedenen Laboren verarbeitet, die meist weiter voneinander entfernt liegen. Andererseits wird bei der Koka Verarbeitung weniger Ausstattung und Geld benötigt und es kann auf gewissem Raum mehr angebaut werden.3

Nun schreitet die kolumbianische Regierung ein. Sie will striktere Sanktionen für den Gebrauch von Quecksilber verhängen. Armeehelikopter und Polizisten kontrollieren Dschungelgebiete mit illegalen Minen, um gegen die Netzwerke organisierten Verbrechens vorzugehen.2

In der Kritik steht jedoch die zu langsame Reaktion der Armeen. Wenn eine illegale Mine geschlossen wird, verlagert sich die Produktion einfach auf eine andere. Ein nahes Ende des Goldbooms ist jedoch nicht in Sicht, zumindest solange die Goldpreise am internationalen Markt nicht fallen.1

  1. Tageswoche:  Drogenkartelle in Kolumbien satteln um auf illegalen Goldabbau – Artikel vom 13.08.14 [] [] []
  2. Voanews: Colombia Mulls Bill to Tackle Mercury Contamination from Illegal Gold Mining – Artikel vom 19.08.16 [] []
  3. COHA: Links between Gold and Coca in Colombia – Artikel vom 22.08.16 []

Über Domenick / earthlink

Ich studiere Politik und Soziologie an der LMU München. Globale und gesellschaftliche Ungleichheiten sind die Hauptgründe für Kriminalität, Kriege und Flüchtlingsbewegungen. Ich bin Praktikant bei earthlink e.V., um die Menschen weiter über diese Zusammenhänge aufzuklären.
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1 Antwort zu Kolumbien: Geld aus Drogenverkauf finanziert illegalen Goldabbau – mit fatalen Folgen für die Umwelt

  1. Paul sagt:

    Interessanter Artikel. Ob du kolumbianische Regierung etwas grundlegend verändern wird, bezweifel ich aber stark. Schade um die Natur und die Menschen in dem Gebiet.

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