Die Herstellung von Drogen verseucht die Natur und Gewässer

Wasserverschmutzung

Bild: © Marion Chi [CC BY-SA 2.0] - flickr

Das Musikfestival „Spring Scream“ ist die größte Musikveranstaltung in Taiwan. Vier Tage lang werden Drogen ohne Ende konsumiert. Das hat auch Folgen für die Umwelt. So wurden in den Flüssen in der Umgebung des Festivals erhöhte Mengen von MDMA gefunden.1 Die Droge ist eine chemische Verbindung und gehört strukturell zur Gruppe der Amphetamine, also zur Gruppe der synthetischen Aufputschmittel. Es ist der Grundstoff von Ecstasy und wirkt euphorisierend und soll die Wahrnehmung der eigenen Gefühle und die Neigung zu sozialem Umgang steigern. Ebenfalls kann eine erhöhte Aggressivität Folge des Konsums sein. Daneben gibt es noch viele körperliche Wirkungen wie die Verminderung des Schmerzempfindens und eine erhöhte Atemfrequenz.2

Man nimmt an, dass die Rückstände im Flusswasser von MDMA wirbellose Tiere bedrohen; Verhaltensänderungen von Moskitofischen sind bereits belegt. Durch Gewässerproben kann auf den Drogenkonsum geschlossen werden. So fanden Wissenschaftler heraus, dass Ecstasy in den Niederlanden und Großbritannien besonders häufig in den Abwässern vorkommt.1 Bei der Herstellung von einem Kilogramm dieser Partydroge entstehen mehrere Liter hochgiftiger Säuren und andere ätzende chemische Stoffe. Diese werden meist nicht umweltgerecht entsorgt und führen so zu einer Verschmutzung der Natur und der Gewässer.

Der Anbau der Kokapflanze und die Herstellung von Kokain schädigen ebenfalls die Umwelt stark. Die Fläche, auf der angepflanzt werden kann, ist begrenzt und einige Felder werden im Zuge der Drogenbekämpfung vernichtet. Deswegen werden chemische Substanzen eingesetzt, um die Produktivität der vorhandenen Felder zu erhöhen. Es wird geschätzt, dass jährlich 800 000 Liter an Insektiziden und Unkrautbekämpfungsmitteln im Kokaanbau in Peru eingesetzt werden. Diese vergiften die Böden und verseuchen die Flüsse. Um aus den Kokablättern Kokain zu gewinnen, werden sehr viele Chemikalien benötigt, wie Schwefelsäure, Ammoniak, Kerosin und Aceton. In Peru erfolgt die Verarbeitung oft versteckt im Regenwald und nach dem Gebrauch werden die Substanzen in die Flüsse oder ins Erdreich geschüttet.3

In der VRAE, eine Kokaanbauregion im zentralen Peru, haben Kinder, die dort aufwachsen, zunehmend gesundheitliche Probleme. Auch irreversible genetische Mutationen können die Folge des Anbaus sein.4 Dabei spielt die US-amerikanische Regierung eine nicht unwesentliche Rolle: Es werden auf Anweisung sehr viele Kokaplantagen mit Pflanzenschutzmitteln besprüht, um gegen den Anbau vorzugehen. Die Erde ist danach meist nicht mehr für den Anbau anderer Pflanzen zu gebrauchen. Auch eine zunehmende Erosion stellt ein Problem dar sowie die Wasser- und Bodenvergiftung. Wenn die USA nicht den Krieg gegen die Drogen beenden, kann sich die ökologische Situation in der Andenregion nicht bessern.5

  1. SZ: Was vom Rausch übrig bleibt; Drogenrückstände in der Natur; vom 24.03.2015 [] []
  2. Wikipedia: MDMA; letzte Änderung am 22.08.2016 []
  3. Konrad-Adenauer-Stiftung: Die Drogenindustrie in Peru; vom „heiligen Blättchen“ zum politischen Fluch; vom August 2011 []
  4. info región: Contaminación del narcotráfico y tala ilegal son los problemas ambientales más graves del VRAE; vom 06.06.2010 []
  5. leftvision Politik und Gesellschaft: Umweltrisiken bei der Herstellung von Drogen; vom 08.10.2011 []

Über Lorina / earthlink

Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und interessiere mich für internationale Zusammenhänge und soziales Engagement. Ich möchte in verschiedene Berufe Einblick erhalten und deswegen freue ich mich EarthLink das nächste halbe Jahr als Bundesfreiwillige unterstützen zu können!
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