Mexiko: Drogenkrieg verursacht Massengräber

Bild: © Renaud Philippe - Dreamstime

In Veracruz, einem der inzwischen gefährlichsten Bundesstaaten Mexikos, haben Angehörige von Vermissten 75 Massengräber entdeckt. Das Drogenkartell Jalisco Nueva Generación kämpft mit anderen Banden in der Region um die Herrschaft über die profitable Schmuggelroute in die USA.1
Seit die mexikanische Regierung Ende 2006 den Kampf gegen den Drogenschmuggel ankündigte, wurden bereits 166.000 Menschen getötet.2

Kritiker meinen, die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln häufig nicht aus Angst vor den Drogenkartellen oder seien sogar in das organisierte Verbrechen verwickelt. Familien von Vermissten haben eine Organisation, Colectivo Solectito, gegründet, um einzugreifen. Sie suchen teilweise seit sechs Jahren nach Verschwundenen und machen Drogenkartelle sowie staatliche Sicherheitskräfte für die Entführungen und die Massengräber verantwortlich.1

Entführungen und Vermisstenfälle sind in Mexiko durchaus keine Seltenheit. Laut amtlichen Statistiken werden aktuell mehr als 27.000 Menschen vermisst. Eine Expertin von Amnesty International, Erika Guevara-Rosas, erklärt an einem Beispiel von 43 verschwundenen Studenten vor zwei Jahren, dass die mexikanische Regierung absolut fahrlässig und menschenrechtsverletzend ermittelt. Täglich verschwinden Personen, und wenn überhaupt eine Untersuchung eingeleitet wird, ist das eher provisorisch, um die Bevölkerung zu beruhigen. Bei einer Vermisstenanzeige unterstellen die Behörden den Opfern meist die Zugehörigkeit zu einem Drogenkartell. Beweismaterialen werden kaum untersucht.3

Der blutige Drogenkrieg hat Mexiko viel Leid und Gewalt gebracht. Immer mehr Massengräber werden entdeckt und Menschen entführt. Die Polizei ist von den Drogenkartellen teilweise korrumpiert und handelt kaum oder zu langsam.
Seit der Anführer des Sinaloa-Kartells „El Chapo“ inhaftiert wurde, sollten seine Söhne das Vermächtnis weiterführen. Einer von ihnen wurde jedoch letzte Woche von verfeindeten Drogenbanden entführt. Diese Tat löste einen noch brutaleren Konflikt aus.4

Nun werden immer mehr Massengräber gefunden. Einige Leichen können nicht identifiziert werden, da sie enthauptet wurden, ihnen andere Körperteile fehlen oder sie bereits verwest sind.5

Den USA wird vorgeworfen das organisierte Verbrechen zu unterstützen. Die meisten Waffen der mexikanischen Kartelle stammen aus den USA. Diese Tatsache wurde zuerst 2009 unter Präsident Obama zugegeben. Zudem sei die immense Nachfrage der US-Amerikaner nach Drogen der Grund für den Machtstreit über die Schmuggelroute und den damit verbundenen Krieg.6

  1. Taz: Organisierte Kriminalität in Mexiko, Massengräber entdeckt; Artikel vom 04.09.16 [] []
  2. Neue Züricher Zeitung: Mexikanerinnen finden Massengräber auf der Suche nach Angehörigen; Artikel vom 14.08.16 []
  3. Amnesty International: Mexiko: Tausende Menschen „verschwunden“; Artikel vom 14.01.16 []
  4. Faz: Drogenkrieg in Mexiko, Die Familien und der Tod; Artikel vom 18.08.16 []
  5. The Telegraph: Mexican state buries over 100 people in mass grave, including torture victims; Artikel vom 24.08.16 []
  6. Planet Mexiko: Verhältnis zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten; Stand von Februar 2016 []

Über Alex / earthlink

Ich studiere seit einem Jahr Wirtschaftswissenschaften an der Universität Passau. Seit dem Studium und meinem halbjährigen Auslandsaufenthalt in Nepal interessiere ich mich sehr für entwicklungspolitische Themen und bin froh nun für sechs Wochen das Earthlink-Team unterstützen zu können :)
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