Pakistan: HIV breitet sich durch Drogenkonsum aus

Heroin Spritze

Bild: © B.A.D. [CC BY-NC 2.0] - flickr

Am Rande der Stadt Karatschi in Pakistan befindet sich das „Paradies“. Doch es ist alles andere als das. Es ist eine Müllhalde auf der hunderttausende Drogensüchtige leben. Sie liegen dort, umgeben von Dreck und viele starren mit leerem Blick in den Himmel. Rund 750.000 Süchtige aus Pakistan suchen dort Unterschlupf. Die meisten von ihnen sind Heroinabhängig. Aber dieser Ort ist nicht der einzige der Stadt. Die Drogensucht hat deutliche Spuren dort hinterlassen: Überall sind Junkies zu sehen, oft leben sie unter Brücken, auf der Straße oder eben auf Müllhalden. Viele werden von ihren Familien wegen ihrer Sucht verstoßen und landen deswegen auf der Straße.

Heroinkonsumenten stecken sich leicht mit HIV an. Durch bereits benutze Spritzen verbreitet sich der Virus unter den Süchtigen sehr leicht.1 Durch Strafverfolgung im Zuge des Kriegs gegen die Drogen werden viele Süchtige abgeschreckt. Sie wollen aus Angst keine Gesundheitszentren mehr aufsuchen und Aids kann sich so schnell verbreiten. Ein wirksame Maßnahme gegen die Drogensucht sind Präventionsprogramme sowie Entzugs- und Rehabilitationskliniken.2 Laut der UNAIDS, dem Aidsprogramm der Vereinten Nationen, stieg die Zahl der HIV-Infizierten unter den Konsumenten von elf Prozent im Jahr 2005 auf 40 im Jahr 2011.3 Einer von fünf Heroinkonsumenten ist HIV-positiv. In fast ganz Pakistan hindern Polizisten HIV-Infizierte daran, eine medizinische Einrichtung aufzusuchen. Aids kann sich so immer weiter ausbreiten.4 Die  vielen Erkrankten schwächen zunehmend die Gesundheitssysteme Pakistans in finanzieller Hinsicht. Das stellt neben der allgemeinen Drogenproblematik eine weitere Herausforderung dar.

Pakistan spielt vor allem als Transitland eine wichtige Rolle im Drogenhandel. Die zweieinhalbtausend Kilometer lange Grenze zu Afghanistan wird schlecht kontrolliert und erklärt warum Opium leicht in das Land gelangt. Afghanistan ist der weltweit größte Produzent von Opium und Heroin. Nahezu 20 Prozent der Opiate werden über Pakistan gehandelt. Die Weiterverarbeitung zu Heroin findet vor allem an der pakistanisch-afghanischen Grenze statt. In Pakistan wird zunehmend das illegale Rauschgift konsumiert. Jährlich werden der UNODC zufolge 20 Tonnen reines Heroin in Pakistan konsumiert.5 6,7 Millionen Pakistani konsumierten im Jahr 2013 Drogen. Inzwischen gilt dieses Land als größter Heroinkonsument weltweit.6

Das Opium wird in Afghanistan angebaut. Von dort aus gelangt es über verschiedene Wege nach Europa, Afrika oder Asien. Vor allem auf dem Weg Richtung Osten gelangen die Opiate nach Pakistan. Auch im angrenzenden Land Indien ist Heroin bei den Arbeitern beliebt. Auch reiche Großgrundbesitzer greifen zu dieser Droge aus Gruppenzwang, Langeweile und aus Überschuss an Geld.7 In Indien sind inzwischen zwei bis drei Millionen Einwohner HIV-positiv.8

  1. Welt: Dreck und Heroin- Wo das Paradies die Hölle ist; Pakistan; Artikel vom 09.01.2013 []
  2. globalcommissionsondrugs: Der Krieg gegen die Drogen und HIV/Aids; Artikel vom Juni 2012 []
  3. The Diplomat: Pakistan; The Most Heroin-Addicted Country in the World; Artikel vom 24.03.2014 []
  4. tribune: HIV/Aids; Pakistan has one of Asia’s highest HIV prevalence rates; Artikel vom 27.08.2011 []
  5. UNODC: Pakistan; Country Profile; aufgerufen am 20.10.2016 []
  6. The Diplomat: Pakistan; The Most Heroin.Adiccted Country in the World; Arikel vom 24.03.2014 []
  7. srf: An der Handelsroute von Opium und Heroin; Artikel vom 29.06.2013 []
  8. hiv-symptome: HIV in Indien; aufgerufen am 20.10.2016 []

Über Lorina / earthlink

Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und interessiere mich für internationale Zusammenhänge und soziales Engagement. Ich möchte in verschiedene Berufe Einblick erhalten und deswegen freue ich mich EarthLink das nächste halbe Jahr als Bundesfreiwillige unterstützen zu können!
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