Unterwegs im Darknet – Dealer weiten ihre Geschäfte auf das Internet aus

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Im Zeitalter der Digitalisierung dehnt sich auch die Branche des Drogenhandels immer weiter im Internet aus. Im Darknet findet man als Käufer alles Verbotene. Über ein ansprechendes Bild und eine vielversprechende Produktbeschreibung sowie zahlreiche Kundenbewertungen entscheidet sich der Konsument aus einem umfangreichen Katalog für die Droge seiner Wahl. Nachdem er mit dem Händler verschlüsselt in Kontakt getreten ist und die Bitcoins überwiesen sind, wird die Ware schon per Post verschickt.

In den vergangenen Jahren wurden im kleinen Kreis Drogen immer wieder virtuell gehandelt, im großen Rahmen wurde dies erstmals im Jahr 2013 bekannt. Auf der amerikanischen Seite Silk Road wurden mit Stoffen jeder Art über 4000 Verkäufer und 150 000 Käufer 1,2 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Nachdem der damalige Gründer mit dem Pseudonym Dread Pirate Roberts im Oktober 2013 verhaftet worden war, wurden viele weitere Seiten gegründet.1

Aber was verbirgt sich hinter dem Begriff Darknet eigentlich? Das Darknet, auch Hidden Services genannt, beinhaltet alle verschiedenen anonymen Netzwerke. Die Nutzer gelangen über spezielle Zugangsprogramme hinein. Die Links bekommt man meist nicht mehr über Browser, sondern über bestimmte geheime Listen und andere Nutzer. Allerdings gibt es dort kaum Überwachungsmöglichkeiten, entsprechend ist das Angebot aufgestellt: Zwischen Raubkopien, illegalen Softwarelizenzen und gestohlenen Zugangsdaten findet man auch Waffen und Drogen. Ebenso verstecken sich Abzocker hinter vielen Anbietern.2

Auch im digitalen Handel herrscht ein starker Konkurrenzkampf, wobei hier Anbieter untereinander sowie mit ihren Kunden nicht mehr handgreiflich werden können. Deshalb müssen Verkäufer mit positiven Bewertungen punkten – ein schlechtes Image zerstört das Geschäft. Auch die Qualität der Drogen steigt auf ein Niveau, wie man es im Straßenhandel nie finden würde. Der moderne Drogendealer muss sich also durch Kundenfreundlichkeit, technisches Geschick und gute Ware bewähren. Außerdem ist er oft gebildeter und friedlicher; im rauen Straßenhandel würde er nicht bestehen. Will er auch gar nicht mehr.1

Eine amerikanische Anbieterin namens Angelina charakterisiert ihren Alltag als den einer normalen Kauffrau. In einem Interview mit dem Onlinemagazin „Mashable“ beschreibt sie die virtuellen Händler weniger als Drogendealer, sondern mehr als Internet-Einzelhändler. Sie bekämen Aufträge, bearbeiten diese, verpacken die Ware und verschicken sie. Man handelt Deals aus, beruhigt nervöse Erstbesteller und verfolgt Sendungen. Für sie ist dies eindeutig die Zukunft des Drogenhandels. Immer weniger Konsumenten werden das Risiko in Kauf nehmen wollen, auf der Straße ihre Drogen zu kaufen, während sie es viel sicherer und gemütlicher von zu Hause aus tun können.3

Aber genau deshalb wird der Handel über das Internet bei Konsumenten immer beliebter. Viele steigen vom leichter überschaubaren Straßenhandel auf die geregelte digitale Variante um und die Ausmaße sind bei Weitem nicht erkennbar. In den vergangenen zwei Jahren hat das deutsch-österreichische Kooperationsprojekt „Organisierte Kriminalität zwischen virtuellem und realem Drogenhandel“ den materiellen aber auch virtuellen Drogenschwarzmarkt in Hinblick auf organisierte Kriminalität analysiert. Auf der Abschlusstagung am 22.12.2016 werden die Ergebnisse an der Universität in Frankfurt vorgestellt. Ebenso werden Handlungsempfehlungen für Strafverfolgungs- und Justizbehörden sowie Institutionen der Drogen- und Suchthilfe vorgestellt und mit Experten diskutiert.4

  1. brand eins: Darknet; ein guter Deal; Artikel vom März 2016 [] []
  2. computerbild: Darknet: Waffen, Drogen & Co – die dunkle Seite des Internets!; Artikel vom 11.8.2016 []
  3. mashable: Exclusive: Inside the World of a Silk Road Drug Dealer; Artikel vom 2.10.2013 []
  4. metropol news: Frankfurt: Organisierte Kriminalität und Drogenhandel; Artikel vom 30.9.2016 []

Über Zoë / earthlink

Ich bin Zoë und habe dieses Jahr die Schule mit dem Abitur beendet. Vor meinem Studium möchte ich mich hier sozial engagieren und mehr über entwicklungspolitische Hintergründe erfahren. Als Bundesfreiwillige freue ich mich earthlink für 6 Monate begleiten zu dürfen!
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