Argentinien: Papst Franziskus` Kampf gegen Drogen in seinem Heimatland

Papst auf dem Petersplatz

Bild: © Nick Postorino [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Der Kampf gegen Drogen beschäftigt schon lange nicht mehr nur nationale und internationale Politiker. Seit der Wahl von Papst Franziskus im März 2013 wendet sich nun auch die Katholische Kirche verstärkt diesem Thema zu. Da Franziskus selbst in Argentinien zur Welt kam und seinem Heimatland noch immer sehr verbunden ist, widmet er Südamerika dabei besondere Aufmerksamkeit. Bereits im letzten Jahr warnte er vor einer „Mexikanisierung“   Argentiniens. Viele Menschen hätten Angst vor der steigenden Drogengewalt.1

Im September 2016 sprach er auf dem Petersplatz in Rom bei einer Sonderaudienz zum „heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ über Drogenmissbrauch und verurteilte ihn als Ausdruck falsch verstandener Freiheit.2 „Ich nehme Drogen, weil es mir gefällt, ich bin frei“, heiße es oft. In Wirklichkeit sei dies eine „falsche Freiheit“, welche die Menschen letztlich zu Sklaven mache. „Wir alle haben Leute dieser Art gesehen, die am Ende auf dem Boden liegen“, so der Papst vor rund 30.000 Zuhörern. 3

Einen Monat später traf sich der Papst dann zu zweiten Mal mit dem argentinischen Präsidenten Mauricio Macri, um über Rauschmittel und ihre Folgen sowie den Zusammenhang mit Armut zu diskutieren. Marci bezeichnete die Debatte als außergewöhnlich gut und sagte: „Wir hatten ein langes Gespräch über das, was in Argentinien und in der Welt passiert.“ 4

Das Engagement des Papstes geht aber noch weiter. Letzte Woche fand auf seinen Wunsch hin eine zweitägige Konferenz  mit dem Titel „Drogenabhängigkeit: Probleme und Lösungen eines globalen Themas“ statt. In den Fokus stellte der Papst erneut Argentinien. Er äußerte seine Besorgnis über die Entwicklung des illegalen Drogenhandels und sprach die wachsenden Sicherheitsprobleme seines Vaterlandes an.5

„Ich denke an meine Heimat: Vor dreißig Jahren war es ein Drogen-Umschlagsland und jetzt ist es ein Land des Konsums und sogar der Produktion bis zu einem gewissen Punkt“, sagte Franziskus. Er rief dazu auf, die wichtige Rolle zu betrachten, die Korruption bei der Erleichterung des Drogenhandels spielt. Dazu verglich er Korruption mit Drogen. Ihm zufolge nimmt man diese anfangs auch kaum ernst, aber die Konsequenzen sind dann vernichtend.
In diesem Zusammenhang  wies er auf die Herausforderungen hin, denen sich staatliche Institutionen gegenübersehen, die versuchen, eine so große kriminelle Industrie zu bekämpfen. Zur Verdeutlichung erzählte er von einem argentinischen Richter, der bedroht wurde, nachdem er Beteiligte des Drogenhandels verurteilte.1

Die Besorgnis des Papstes über den Anstieg des Drogenkonsums in Argentinien ist nicht unbegründet. Besonders synthetische Drogen erleben momentan einen Aufschwung. Bis Oktober 2016 beschlagnahmten die Behörden bereits 500 Prozent mehr Tabletten als im Vorjahr.1 Auch die angesprochene Korruption ist weiterhin ein großes Problem Argentiniens. Erst Mitte des Jahres wurde der ehemalige Sekretär für Öffentliche Beschäftigung beim Schmuggel eines Millionenbetrags erwischt. Präsidentin Fernández de Kirchner hatte ihre Amtszeit im Dezember beendet. Gegen sie ist ebenfalls wegen Vorwürfen der Geldwäsche ermittelt worden. Ihr Nachfolger hat nun versprochen, die Korruption zu bekämpfen.6

Die Zusammenarbeit mit der Kirche ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, gerade weil 76,5 Prozent der argentinischen  Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche angehören. Inwieweit das Engagement des neuen Papstes aber wirklich Einfluss auf den Drogenschmuggel nehmen kann bleibt abzuwarten. 7

  1. InsightCrime: Pop Francis Warns of Increasing Drug Consumption in Argentinia; veröffentlicht am 25.11.2016 [] [] []
  2. kathpress: Papst ruft bei Tagung im Vatikan zum Kampf gegen Drogen auf; veröffentlicht am 24.11.2016 []
  3. domradio: „Falsche Freiheit“; veröffentlicht am 10.09.2016 []
  4. Radio Vatikan: Papst und Argentiniens Präsident sprechen über Armut und Drogen; veröffentlicht am 15.10.2016 []
  5. domradio: „Neue Form der Sklaverei“; veröffentlicht am 24.11.2016 []
  6. ZDFheute: Korruption in Argentinien; nicht mehr verfügbar []
  7. Wikipedia: Argentinien; aktualisiert am 24.11.2016 []

Über Marie / earthlink

Ich studiere im vierten Semester Geographie in Bochum. Momentan mache ich für zwei Monate ein Praktikum bei earthlink, weil ich mich sehr für entwicklungspolitische Zusammenhänge interessiere und dabei mitwirken möchte, Menschen über die Probleme zu informieren.
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