WHO und UNODC: Gemeinsames Engagement gegen Opioid-Überdosierungen

Bild: © Karen Neoh [CC BY 2.0] - Flickr

Da Opioide eine erhebliche Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen, widmet sich auch die Weltgesundheitsorganisation zunehmend diesem Thema und versucht gemeinsam mit der UNODC die Drogennachfrage zu verringern. So soll die Gesundheit der Menschen weltweit geschützt werden. Derzeitiger Schwerpunkt der Zusammenarbeit sind die Verminderungen der Todesfälle durch Opioidüberdosierungen. Diese treten sowohl bei Drogenabhängigen,  als auch durch den Missbrauch von Medikamenten auf. Weltweit sterben jährlich schätzungsweise 69 000 Menschen an einer Opioidüberdosis, davon fast 80 Prozent in Deutschland und den USA. 1 2

Opioide haben eine Wirkung auf den Teil des Gehirns, der die Atmung reguliert. Deshalb sind sie verantwortlich für einen Großteil der tödlichen Drogenüberdosierungen, die in den letzten Jahren weltweit zugenommen haben. Pro Jahr stirbt etwa ein Prozent der Drogen-Abhängigen durch eine Überdosis. Nicht-tödliche Überdosierungen kommen noch sehr viel häufiger vor.3

Gemeinsam wollen WHO und UNODC nun Ideen entwickeln und Maßnahmen umsetzen, um gegen dieses Problem vorzugehen. Es gibt bereits effektive Behandlungsmöglichkeiten gegen Opioidabhängigkeiten. Aber nur etwa die Hälfte der Länder stellen diese zur Verfügung. Deshalb erhalten sie nur 10 Prozent der Menschen, die eine solche Behandlung benötigen.  Das preiswerte Medikament Naloxon beispielsweise kann die Auswirkungen von Opioidüberdosierungen  abmildern und dadurch bedingte Todesfälle vermindern. Ein wichtiger Vorschlag der WHO ist deshalb, allen Personen, die Umgang mit Drogen-Abhängigen haben, den Zugang zu Gegenmitteln wie Naloxon zu ermöglichen. Sie sollen zudem lernen, wie diese Präparate richtig eigesetzt werden. Zu diesen Personen gehören alle Berufe des Gesundheitswesens, Polizisten und Familienangehörige der abhängigen Personen.4

Außerdem will die WHO die Länder bei der Überwachung der Trends im Drogenkonsum unterstützen, um besser zu verstehen, wie Opioidabhängigkeiten und -überdosierungen entstehen. Darüber hinaus soll den Ländern bei der rationellen Verwendung von Arzneimitteln, die unter internationaler Kontrolle stehen, geholfen werden, um eine optimale Verfügbarkeit für medizinische Zwecke und eine Minimierung des Missbrauchs zu gewährleisten.2

UNODC und WHO organisierten am 6. und 7. Dezember ein Treffen, das einen Entwurf eines Studienprotokolls über die Durchführbarkeit eines solchen Ansatzes entwickelt und diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt der Studie wird es sein, die Machbarkeit der Verfügbarkeit von Naloxon  zu erhöhen und Standorte für das Management von Opioidüberdosierung zu bewerten. Das Treffen wurde im Rahmen eines gemeinsamen Programms der WHO und UNODC für Drogenabhängigkeitsbehandlung und -pflege organisiert. Es soll weltweit ethische Behandlungsstrategien fördern und so die soziale Belastung durch Drogenkonsum und -abhängigkeit reduzieren. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die gesundheitlichen Auswirkungen der Präventionsmaßnahmen gegen Überdosierungen, besser abzuschätzen zu können. Die Umsetzung des Protokolls ist für Länder (oder wissenschaftliche Gruppen innerhalb von Ländern) offen, die sich dieser multilateralen Studie anschließen möchten.5

Sollten die Maßnahmen tatsächlich in dieser Form realisiert werden, ist es sicherlich möglich die Todesfälle durch Opioidüberdosierungen zu verringern. Dazu müssten aber alle Länder gemeinsam an einer Umsetzung mitwirken.

 

  1. Wikipedia: Drogentod; aktualisiert am 28.09.2016 []
  2. WHO: information sheet on opioid overdose;  aktualisiert im 11.04.2016 [] []
  3. WHO: information sheet on opioid overdose;  aktualisiert im 11.04.2016 []
  4. UNODC: Promoting measures to prevent drug overdose, in particular opioid overdose;  veröffentlicht am 16.03.2012 []
  5. UNODC: UNODC and WHO discuss community wide opioid overdose responses; veröffentlicht am 05.12.2016 []

Über Marie / earthlink

Ich studiere im vierten Semester Geographie in Bochum. Momentan mache ich für zwei Monate ein Praktikum bei earthlink, weil ich mich sehr für entwicklungspolitische Zusammenhänge interessiere und dabei mitwirken möchte, Menschen über die Probleme zu informieren.
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