Besserung in Sicht? Drogen in Westindien

indisch-pakistanische Grenze

Bild: © sandeepachetan.com travel photography [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Im von Drogenproblemen zerrütteten indischen Bundesstaat Punjab stehen am 04.02.17 die Regionalwahlen an. Die zur Wahl stehenden Parteien greifen diese Problematik in ihren Wahlprogrammen auf. So verspricht beispielsweise die AAP durch verbesserte Gesetzgebung und lebenslangen Haftstrafen für Dealer hart gegen Korruption und Drogenhandel vorzugehen.1

Indien und speziell Punjab hat schon lange ein ernsthaftes Drogenproblem. 2014 wurden in Indien rund 47000 Verstöße gegen den Narcotic Drugs and Psychotropic Substances Act (1985) festgestellt. Dies bedeutet einen Anstieg von 70% über 10 Jahre, wovon die Verstöße in Punjab einen großen Anteil ausmachen.2 Der Bundesstaat ist historisch von sozio-ökonomischen Problemen geplagt, die unter anderem zu einer hohen Zahl an Drogen- und Alkoholabhängigen geführt haben. Besonders problematisch ist der hohe Anteil der minderjährigen und jungen Erwachsenen unter den Abhängigen. Mehr als  drei Viertel der Konsumenten von Opioiden gehören der Altersklasse zwischen 15 und 25 Jahren an.2 Eine der Ursachen für den hohen Drogenkonsum gerade dieser Altersklasse sind Armut und unzureichende Zukunftsperspektiven. Die ganze Situation wird dadurch erschwert, dass Verbindungen von Politikern und Polizei mit dem Drogenhandel bestehen. Gelder aus dem Handel mit Heroin finanzieren so zum Beispiel zu großen Teilen das politische Handeln.3

Wegen seiner Lage in Westindien und der Nähe zu Pakistan ist Punjab stark in den Schmuggel von illegalen Gütern eingebunden. So wurden in den 80er Jahren primär Waffen auf diesem Weg nach Indien gebracht. Nun sind es Drogen. Zum Teil ist es der Polizei Punjabs mit Hilfe von Paramilitärs nach sich häufenden Terroranschlägen im Grenzgebiet gelungen, das Drogenproblem einzudämmen. Dennoch hat die indische Regierung große Probleme, den Drogenschmuggel an der Grenze zu Pakistan entscheidend in den Griff zu bekommen.2

Nun muss es Aufgabe der im Februar gewählten Partei – und nicht nur leeres Wahlversprechen – sein, das Drogenproblem im Bundesstaat Punjab entschieden anzugehen. Dazu müssen vor allem auch Perspektiven und Arbeitsplätze geschaffen werden, da sich die Problematik vor allem auf die junge Bevölkerung konzentriert. Ihr müssen Zukunftschancen geboten werden, damit gleichzeitig die Zukunft des Bundesstaates gesichert ist. Auch muss die Bekämpfung der Schmuggelrouten vorangetrieben werden, auf denen Drogen auch in beliebte Touristengebiete geliefert werden. Es ist an den Kandidaten, ihre Versprechen einzulösen, wer auch immer gewählt wird.

  1. The Indian Express: Drug problem to dominate Punjab polls in triangular contest; Artikel vom 09.01.17 []
  2. Maps of India: Drug Mafia in Punjab and Smuggling Route; Artikel vom 23.03.16 [] [] []
  3. The Indian Express: Drug problem to dominate Punjab polls in triangular contest; Artikel vom 09.01.17 []

Über Johannes / earthlink

Ich studiere derzeit Politikwissenschaft und Soziologie an der LMU in München. Bei Earthlink möchte ich Informationen zu Themen verbreiten, die sonst kaum oder nicht beachtet werden.
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