Kolumbianische Banden spannen Schmuggelnetz bis nach China

Kolumbien ist der weltweit größte Kokainexporteur.

Bild: © Cheeese - Dreamstime

Mit einer Bevölkerungszahl von 1,3 Milliarden und einer aufsteigenden Mittelschicht steigt auch der Drogenkonsum in China deutlich an. Insgesamt werden Rauschmittel im Wert von 82 Milliarden US-Dollar konsumiert, daher steigt die Attraktivität für kolumbianische Drogenbanden. Parallel dazu verstärkt sich auch der Kokainschmuggel in das asiatische Land. Es stehen in China zwar hohe Strafen bis hin zu lebenslanger Haft und Todesstrafe auf Drogenschmuggel, dennoch wird nur ein Teil der Händler inhaftiert. Dabei werden oft die Drogenschmuggler, sogenannte „Maultiere“, festgenommen. Die Drogenbanden im Hintergrund können von Kolumbien aus weiterhin operieren. Das Kokain, das Kolumbiens Banden mithilfe von Schiffen nach China bringen, wird auf eine beachtliche Menge geschätzt.1

13 Tonnen Drogen und 55 Tonnen Chemikalien zur Herstellung wurden in den letzten Monaten entlang des Mekongflusses in China und seinen südlichen Nachbarländern beschlagnahmt. Desweiteren wurden rund 10 000 Verdächtige festgenommen. Der knapp 4500 Kilometer lange Mekongfluss dient dabei als Transportroute für die illegalen Rauschmittel.2  Im sogenannten „Goldenen Dreieck“ wird Schlafmohn in großen Mengen kultiviert: Es ist nach Afghanistan die zweitgrößte Anbauregion der Welt. Ende 2014 wurde in dieser Region auf einer Fläche von knapp 65 000 Hektar Schlafmohn angebaut. Der Handel mit den Drogen bringt der Region rund 16 Milliarden Dollar ein. Wird das Geschäft mit synthetischen Amphetaminen hinzugerechnet, liegt der Betrag bei geschätzten 30 Milliarden Dollar.

Hauptabnehmer der Region ist dabei China; dort entspringt der Mekongfluss. Die Volksrepublik bezieht 70 Prozent des in Asien konsumierten Heroins. Das spiegelt auch die Zahl der Heroinabhängigen wieder: 1,3 Millionen Chinesen sind süchtig.3  Neben Heroin wird auch Kokain aus Südamerika nach China geschmuggelt. Erst Mitte 2016 wurden 56 Kolumbianer festgenommen, da sie versuchten, Kokain illegal in das asiatische Land einzuführen. Allerdings reichen dort 50 Gramm des weißen Pulvers aus, um die Todesstrafe verhängt zu bekommen. Weltweit sind insgesamt über 7 000 Kolumbianer außerhalb ihres Heimatlandes wegen Drogenschmuggel inhaftiert.4

Neben Drogenhandel wird zwischen Kolumbien und China auch Geldwäsche in enorm großen Stil betrieben. So werden drei Kolumbianer von den USA nun beschuldigt, fünf Milliarden US-Dollar in China gewaschen zu haben. Das Trio bezeichnet sich als „Guangzhou Firma“. Das Grundkapital entnahm die „Firma“ aus dem weltweiten Drogenhandel und wusch es anschließend in chinesischen Casinos und Import- sowie Exportfirmen. Danach wurde das Geld für den Kauf guter Produktfälschungen verwendet, welche dann am internationalen Markt verkauft wurden. Neben diesem Markt betrieben die drei Kolumbianer Geldwäsche auch in ihrem Heimatland. Makler boten das Geld aus dem Drogenhandel in Dollar zu einem billigen Preis an, im Gegensatz erhielten sie „saubere“ kolumbianische Pesos.5

Während sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Südamerika verbessern, steigt zunehmend die Nachfrage nach Kokain in der Volksrepublik und führt zu einem immer größeren Schmugglernetz der kolumbianischen Kartelle.

  1. InSightCrime: Over 50 Colombians Detained in China for Drug Trafficking: Report; Artikel vom 24.06.2016 []
  2. rp-online: Tausende Festnahmen nach Drogenrazzia in China; 13 Tonnen Rauschgift gesichert; Artikel vom 219.11.2016 []
  3. FAZ: Freihandel für die Drogenmafia; Bericht der Vereinten Nationen; Artikel vom 09.12.2014 []
  4. El espectador: Los colombianos detenidos en China bajo condenas de otro época; Artikel vom 22.06.2016 []
  5. InSightCrime: Colombianos acusados de participar en enorme esquema de lavado de dinero en China; Artikel vom 14.09.2015 []

Über Lorina / earthlink

Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und interessiere mich für internationale Zusammenhänge und soziales Engagement. Ich möchte in verschiedene Berufe Einblick erhalten und deswegen freue ich mich EarthLink das nächste halbe Jahr als Bundesfreiwillige unterstützen zu können!
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