Pakistan, Islamabad: Elite-Unis und Highend-Drogen

Bild: © DFID - UK Department for International Development [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

53 Prozent aller Studenten an privaten Universitäten und Schulen  in Islamabad sollen drogenabhängig sein. Sie besuchen meist Elite-Universitäten und stammen oft aus reichen Familien. Aber auch in anderen Bildungseinrichtungen breitet sich eine regelrechte Drogenepidemie aus. Sie konsumieren selbst während ihrer Kurse. Erwerben können sie die Drogen von Kommilitonen und sogar Lehrern in der Kantine oder auf den Straßen. Dieser Bericht schockierte Pakistan, wie in den Medien der letzten Tage deutlich zu erkennen war, als ein Land, das bis jetzt an präventiven und akuten Maßnahme eher gespart hatte.1

Besonders betroffen sind die Altersgruppen 12-16 und 16-19 beim Konsum sanfterer und später auch härterer Drogen. Das Problem ist nicht nur in Islamabad verbreitet, sondern weitet sich auf die umliegenden Regionen aus und schließt verschiedenste Bildungseinrichtungen mit ein. Die Betroffenen kommen vor allem durch ihre Kommilitonen aber auch durch Lehrer mit den Drogen in Kontakt. Alkohol, Marihuana, Kokain, Ecstacy und Heroin sollen für die Schüler und Studenten leicht erhältlich gewesen sein.2

Aufgrund der schockierenden Meldungen forderte die Regierung einen Untersuchungsbericht in 15 Tagen, um baldmöglichst präventive und akute Maßnahmen einleiten zu können. Im Lichte der Ereignisse erklärte Senator Rehman Malik den Drogenkrieg und appellierte an die Zivilgesellschaft, Politiker und Medien, ihre Rolle für das Wohlergehen der Betroffenen zu tragen, um kommenden Generationen zu retten.3 Die ANF (Anti Narcotics Force) setzte spezielle Überwachungsteams ein, um die Aktivitäten an den Schulen und Universitäten zu erfassen.2

Oft benutzen Drogengangs Studenten und Schüler selbst als „Frontmänner“, um gegen eine Belohnung die Drogen an die Jugendlichen zu bringen. Am 6. Januar konnte der Anführer einer solchen Bande durch die neuen Überwachungssysteme verhaftet werden. Er wird angeklagt, Marihuana und LSD an Studenten pädagogisch angesehener Bildungseinrichtungen verteilt zu haben. Im letzten Monat soll die ANF schon sechs solcher Operationen durchgeführt haben und elf Dealer gefasst haben.4

Um die nachfolgende Generation, die für die Entwicklung des Landes besonders wichtig ist, zu schützen beauftragte Mail die Senatoren, Vorschläge zur weiteren Verbesserung der Drogen-Abteilung in Abstimmung mit den Bundes- und Landesbehörden vorzubereiten und zu implementieren.3

Ohne sofortiges und konsequentes Handeln würde nicht nur die Zukunft der Kinder und Jugendlichen, sondern auch die des ganzen Landes bedroht. Weniger Schüler würden womöglich ihre Schule abschließen, weniger studieren. Die, die später Führungskräfte, Inhaber großer Konzerne, Lehrer, Professoren, Politiker – also wichtige Mitglieder einer funktionierenden Gesellschaft werden, werden schon früh in ihrer Entwicklung geschwächt. Wird der Drogenkonsum für Kinder Teil des Schulalltags, kann das verheerende Auswirkungen auf  Pakistans Entwicklung haben, politisch wie sozial.

  1. geo.tv: Alarming rate of drug use among private school students in Islamabad: report; Artikel vom 19.10.16 []
  2. geo.tv: Drug peddlers continue to rule Islamabad schools; Artikel vom 7.1.17 [] []
  3. geo.tv: Alarming rate of drug use among private school students in Islamabad: report; Artikel vom 19.10.16 [] []
  4. geo.tv: ANF busts gang selling high-end drugs at Islamabad schools; Artikel vom 6.1.17 []

Über Zoë / earthlink

Ich bin Zoë und habe dieses Jahr die Schule mit dem Abitur beendet. Vor meinem Studium möchte ich mich hier sozial engagieren und mehr über entwicklungspolitische Hintergründe erfahren. Als Bundesfreiwillige freue ich mich earthlink für 6 Monate begleiten zu dürfen!
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