Ecuador meldet Erfolge in der Drogenproblematik – „Zero Drug Mission“ hilft

„Mision Educacion Cero Drogas“ Bild: © n.v. [CC BY-SA 2.0] - Agencia de Noticias ANDES

Zwischen 2007 und 2016 konnten in Ecuador rund 520 Tonnen illegaler Drogen beschlagnahmt werden, deutlich mehr als die 81 Tonnen in der vorangegangenen Dekade. Damals wurde der Kampf gegen die Drogen noch durch den US-amerikanischen Militärstützpunkt in der Hafenstadt Manta unterstützt. In jüngster Vergangenheit bereitet das Land nicht nur als Transitland Sorgen,  auch der Konsum wird ein immer größeres Problem. Einige Drogenbanden konnten bereits aufgespürt werden, ihr Einfluss auf staatliche Behörden ist allerdings immer noch bedenklich. 700 Polizisten wurden aus diesem Grund schon entlassen.1

Ecuador befindet sich in Bezug auf den internationalen Drogenhandel wortwörtlich in einer schwierigen Lage. Ein Nachbarland ist Kolumbien, das Land, das das meiste Kokain weltweit produziert; ein anderes nahegelegenes Land ist Bolivien, das mit die meisten Kokaplantagen besitzt. So wurde Ecuador zu einem wichtigen Transitland. Ein Teil der kolumbianisch-ecuadorianischen Grenze wird von der FARC kontrolliert; diese ist für ihr Mitwirken im Drogenhandel, mit dem sie ihre Aktivitäten finanziert, bekannt. Dieser Teil der Grenze, der unter ihrer Kontrolle liegt, ist für ihre Operationen maßgebend. Ecuador exportiert massenweise Drogen, zum Beispiel auch nach Portugal und Spanien.

Wo Drogen gehandelt werden, sind auch Kriminalität und Morde nicht weit. Mit dem Handel über Bolivien verstärkte sich auch die Anzahl der Gewalttaten. Kartelle aus Kolumbien operieren ebenfalls in Bolivien und Ecuador. Obwohl in Ecuador im Vergleich zu andere lateinamerikanischen Staaten weniger Menschen Drogen konsumieren, sind dennoch Hundertausende von Opiaten, Kokain, Cannabis und Amphetaminen abhängig. Auch der Missbrauch von Ecstasy stieg an, als Folge von Handel mit europäischen Ländern: Ecstasy für Ecuador und Kokain für Europa.

In Ecuador führen u.a. Armut und Arbeitslosigkeit Menschen in den Drogenhandel und –Konsum. Das hat auch deutliche Auwirkungen auf Kinder, da sie auf ihre Eltern angewiesen sind. Die Drogengesetze sind hart, für kleinste Drogendelikte kann schon die Gefängnisstrafe verhängt werden. Das macht effektive Behandlungsmaßnahmen besonders erforderlich.2

Deshalb setzt die Regierung, die sich gerade im Wahlkampf befindet, jetzt unter anderem auf das staatliche Bildungsprogramm „Mision Educacion Cero Drogas“ („Mission Null Drogen“), bei der auch Schulen und Eltern in den Kampf gegen die Drogen einbezogen werden.3 An dieser Kampagne nehmen schon 189.000 Eltern (Stand 24.11.16) aus dem ganzen Land teil. Das Ziel der Regierung ist es, die Drogenproblematik im ecuadorianischen Bildungssektor zu bekämpfen. Auch wenn nur ein Kind die falsche Entscheidung treffe und Drogen konsumiere, würde das umgehend ein Problem für alle, so Freddy Peñafiel, Bildungsminister. Er betonte auch, dass der Erfolg von Eltern, Autoritäten und jedem, der in das Schulsystem eingebunden ist, abhängt. Er ermutigte die Kinder und jungen Erwachsenen abschließend, an ihre Träume zu glauben. Und jeder könne ein guter Student werden. Das wichtigste für ein Land seien Kinder und junge Leute; man müsse sicher gehen, dass ihre Zukunft die bestmöglichste werde, erklärte er.4

  1. amerika21: Ecuador meldet Erfolge bei Bekämpfung des Drogenhandels; Artikel vom 15.2.17 []
  2. Narconon: Ecuador Drug Addiction; Stand 22.2.17 []
  3. amerika21: Ecuador meldet Erfolge bei Bekämpfung des Drogenhandels; Artikel vom 15.2.17 []
  4. ElCiudadano: 189.000 parents are part of the project “Mision Educacion Cero Drogas”; Artikel vom 24.11.16 []

Über Zoë / earthlink

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