Tansania: Präsident Magufuli – Eine neue Hoffnung?

Bild: © World Bank Photo Collection [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

Der tansanische Präsident John Pombe Magufuli erklärte Anfang Februar 2017, er werde härter gegen Drogenhändler durchgreifen. Er verlangt von seinen Sicherheitskräften, jeden festzunehmen, der im Zusammenhang mit Drogenschmuggel steht.1

Magufuli, wegen seines Durchsetzungsvermögens auch „der Bulldozer“ genannt, sprach vor den Anführern der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte: „In diesem Krieg gegen die Drogen ist niemand zu bekannt, um festgenommen zu werden. Selbst Politiker, Offiziere, Minister oder Kinder prominenter Eltern werden nicht verschont.“ 23

Über 100 verdächtige Drogenkonsumenten und -händler wurden bereits seit dem Beginn der von der Regierung verordneten Razzien festgenommen. Darunter befanden sich unter anderem Polizeibeamte und prominente Musiker.4

Die Tansanier beklagen schon lange die unfaire Sonderbehandlung von Politikern und Personen mit Verbindungen zur Regierung. Magufuli machte es sich zum Ziel, dies zu ändern. Er will erreichen, dass jeder, selbst ein hochrangiger Beamter, für Korruption und andere Straftaten zur Verantwortung gezogen wird. Statt vorrangig kleine Dealer und Drogenkonsumenten zu verfolgen, möchte er  sich darauf konzentrieren, die Hintermänner zu fassen, auch wenn diese oftmals von Regierungsmitgliedern in Schutz genommen werden.5 Seit seinem Amtsantritt im November startete Magufuli bereits Kampagnen gegen Korruption, Steuerhinterziehung und Wilderei. 1

Der neue Fokus auf den Kampf gegen Drogen spiegelt die internationale Sorge wieder, dass Ostafrika vermehrt von Schmugglern genutzt wird. Der größte Teil afghanischen Heroins, der nach Europa kommt, wird zwar immer noch über den Iran und den Balkan geschmuggelt, doch steigen die Zahlen der illegalen Schmuggelware derzeit in Tansania und Kenia. Ostafrika wird aufgrund der durchlässigen Grenzen und der schwachen maritimen Überwachung als einfache Transferroute für illegale Drogen gesehen.5 Tansania wird zu einem immer bedeutenderen Transitland für  Drogen, wie Kokain und Heroin. Gleichzeitig wächst der Konsum  der lokalen Bevölkerung. Die tansanischen Schmuggelnetzwerke  werden einflussreicher. Sie operieren  in Afrika, Asien, Australien, Europa und Amerika.6  Zudem produziert Tansania Marihuana, hauptsächlich für den Konsum  im Inland, aber auch für den internationalen Markt.7

Obwohl die tansanische Regierung immer schon gegen die illegalen Drogen vorging, blieb die Korruption ein großes Hindernis für den Erfolg der Drogenbekämpfung. Für die Drogenhändler war es ein Leichtes, Politiker und Polizisten mit ihrem Vermögen zu beeinflussen. Magufulis Kampagne gegen Korruption, sollte sie effektiv sein, verspricht zumindest Aussicht auf Erfolg im Kampf gegen die Drogen.7

  1. Africa News: Even if my wife does narcotics, arrest her – Tanzanian president orders; Artikel vom 07.02.2017 [] []
  2. Africa News: Even if my wife does narcotics, arrest her – Tanzanian president tells security forces to target drug traffickers; Artikel vom 07.02.2017 []
  3. Reuters: Tanzanian president tells security forces to target drug traffickers; Artikel vom 06.02.2017 []
  4. allAfrica: Tanzania: Local Govt Leaders Given Ultimatum On Narcotics Trade; Artikel vom 07.02.2017 []
  5. Reuters: Tanzanian president tells security forces to target drug traffickers; Artikel vom 06.02.2017 [] []
  6. News Ghana: Tanzania to establish anti-drugs authority; Artikel vom 07.02.2017 []
  7. U.S. Department of State: Tanzania; Stand 08.02.2017 [] []

Über Amani / earthlink

Ich habe einen Bachelor in Ethnologie und reise leidenschaftlich gerne. Dadurch habe ich ein großes Interesse für internationale Geschehnisse und soziale Gerechtigkeit entwickelt. Bei earthlink helfe ich Licht auf Themen, wie Kinderarbeit, Umweltverbrechen und organisierten Drogenhandel zu werfen.
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