Europäische Nachfrage nach Kokain treibt Trinidad und Tobago in den Ruin

Kokain wird auf der ganzen Welt gehandelt.

Brasilien ist ein wichtiger Transitstaat für Kokain und hat einen der größten Konsummärkte weltweit. Bild: © The National Crime Agency [CC BY 2.0] - flickr

Über 400 Morde hat der Inselstaat Trinidad und Tobago jährlich zu verzeichnen. Die Mordrate in der Karibikregion ist mit 40 Tötungsdelikten auf 100 000 Einwohner eine der höchsten weltweit. Grund dafür sind organisierte Bandenkriminalität und Drogenhandel. Ermöglicht wird die hohe Verbrechensrate durch weite Verbreitung von Kleinwaffen. Daneben spielt auch die geographische Lage der Insel eine Rolle, denn sie dient als Umschlagplatz von Kokain aus Südamerika.12 Daneben wird in Trinidad und Tobago selbst vor allem Cannabis angebaut.3  Durch Drogenhandel, Kriminalität und Korruption ergibt sich eine prekäre Sicherheitslage für den Inselstaat.4

Über das karibische Meer werden schon seit den 1980ern Drogen, vor allem Kokain, aus Südamerika in die USA geschmuggelt. In diesem Gebiet operieren mexikanische Kartelle, kolumbianische und dominikanische Drogenbanden bis hin zur italienischen Mafia. Im den letzten Jahren erreichte der Kokainschmuggel durch karibische Staaten ein neues Höchstmaß. Die Kleinen Antillen, zu denen Trinidad und Tobago gehörten, sind zentraler Umschlagplatz für Kokain, Marihuana und andere Drogen vor allem aus Südamerika. Daneben werden auch wenn nur kleinere Mengen Heroin und Ecstacy über den Inselstaat geschmuggelt. Lange Küstenstreifen machen die Kontrolle für die Sicherheitsapparate schwer bis unmöglich, weswegen sich Schiffs- und Flugzeugschmuggel anbietet.5  Die Marihuanaproduktion findet auf kleinen Farmen in bewaldeten und Bergregionen statt. Zwischen Jamaica und Trinidad und Tobago sollen auch Tauschgeschäfte zwischen Marihuana und Kokain stattfinden. Als erschwerender Faktor im Kampf gegen Drogen kommt weitverbreitete Korruption hinzu.3

Europa ist der hauptsächliche Absatzmarkt für die illegalen Rauschmittel. Angebot und Nachfrage stehen auch bei Drogenhandel in direktem Zusammenhang. Folglich kann die Produktion bei bestehendem Bedarf niemals ausgelöscht werden und bleibt Antriebskraft des Drogenhandels. Demnach ist aber auch der Konsum von illegalen Rauschmitteln vor allem in Industrienationen mitverantwortlich für Waffenhandel, einer hohen Kriminalitätsrate und vielen Menschenrechtsverletzungen.

Die Regierung hat mit dem Drogenproblem zu kämpfen, auch wenn teilweise illegale Suchtmittel beschlagnahmt werden können. Erst vor einem halben Jahr wurden auf dem Inselstaat 7,2 Tonnen Marihuana im Wert von fast 100 000 Dollar sichergestellt.6 Etwa 400 Kilometer vor Irland wurde im Jahr 2014 eine Yacht, die aus Trinidad kam, mit Kokain im Wert von etwa 80 Millionen Dollar an Bord beschlagnahmt.7

Die Nähe Trinidad und Tobagos zum Kokainumschlagplatz Venezuela und durchlässige Grenzen führen zu verstärktem Drogenhandel auf dem Inselstaat. Der südliche Teil der Insel ist ein eigenes Transitland geworden. Da Venezuela von Kriminalität zerrüttetet ist, wird auch eine deutliche Verschlechterung der Sicherheitslage und eine Zunahme von illegalem Waffenhandel in Trinidad und Tobago befürchtet. Die Anzahl von Schusswaffen und die mit diesen verübten Morde könnten auf dem Inselstaat noch weiter ansteigen. Der Regierung fällt es schwer, die Tötungsdelikte aufzuklären und die Gewalt in den Griff zu bekommen. Vor allem Gangs und Dogenbanden sind in Besitz von illegalen Waffen.8

  1. bpb: Gewaltkriminalität; Morde, Raubüberfälle; aufgerufen am 02.03.2017 []
  2. amnesty international: Trinidad und Tobago; Amnesty Report 2015 []
  3. US Department of State: Trinidad and Tobago; 2014 International Narcotics Control Strategy Report [] []
  4. Auswärtiges Amt: Trinidad und Tobago; aufgerufen am 02.03.2017 []
  5. InSightCrime: Caribbean Profile; aufgerufen am 02.03.2017 []
  6. The Guardian Trinidad & Tobago: Drug smugglers caught in act; Artikel vom 05.09.2016 []
  7. Focus: Irische Militärs beschlagnahmen auf Jacht eine Tonne Kokain; Artikel vom 25.09.2014 []
  8. InSightCrime: Trinidad and Tobago Sees Worsening Security Situation; Artikel vom 06.06.2016 []

Über Lorina / earthlink

Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und interessiere mich für internationale Zusammenhänge und soziales Engagement. Ich möchte in verschiedene Berufe Einblick erhalten und deswegen freue ich mich EarthLink das nächste halbe Jahr als Bundesfreiwillige unterstützen zu können!

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