Kartelle zwingen die Ärmsten zum Kokainschmuggel

$52 Million in Cocaine

Kokainfund in der Westkaribik im Wer von 52 Millionen Dollar Bild: © Coast Guard News [CC BY 2.0] - flickr

Die Kokainproduktion nimmt immer weiter zu. In Kolumbien können pro Jahr 646 Tonnen des Rauschmittels produziert werden, ein zunehmender Trend der letzten Jahre. Der Grund für den Anstieg: Verstärkter Konsum in den Industriestaaten. Die Zahl der Kokainüberdosen in den USA stieg zwischen 2014 und 2015 um 57 Prozent an.1 Die tatsächlich geschmuggelte Menge an Kokain liegt bei einem Vielfachen der Funde des Rauschgiftes. Zentralamerikanische Länder wie Costa Rica und Karibikinseln wie Puerto Rico sind dabei zentrale Umschlagplätze. Die Leidtragenden des Kokainhandels sind jedoch meist die Schmuggler, da sie unter der Macht der Kartelle stehen und sich in gefährliche Situationen begeben müssen.

Dennoch konnte die Küstenwache Costa Ricas vor knapp drei Wochen eine Tonne Kokain beschlagnahmen. Im Zuge dessen wurden zwei Kolumbianer und zwei Peruaner wegen Drogenschmuggels inhaftiert.2 Neben Costa Rica spielt auch das karibische Land Puerto Rico eine wichtige Rolle beim Drogenschmuggel. Es wurden kürzlich zehn Involvierte eines Drogenrings, unter ihnen auch Flughafenmitarbeiter, gefasst. Seit 1998 schmuggelten sie rund 20 Tonnen Kokain von Puerto Rico in die USA. Bereits im November vergangenen Jahres konnten zwei weitere Mitglieder des Rings inhaftiert werden. Das kleine zentralamerikanische Land fungiert als Drogenumschlagplatz, vor allem für Kokain aus Südamerika.

Sechs der gefassten Drogenschmuggler arbeiteten für die US-amerikanische Transportsicherheitsfirma TSA und in den Flughafensicherheitsbereichen. Sie waren für das sichere Beladen des Gepäcks von Drogenschmugglern zuständig. Sogenannte „Maultiere“, die eigentlichen Schmuggler, transportieren Kokain entweder in Kapseln in ihrem Körper oder in ihren Reisetaschen. Sie sind einer großen Gefahr ausgesetzt. Jede Tasche enthält dabei zwischen acht und 15 Kilogramm Kokain. Der Wert der Schmuggelware über die Jahre betrug laut den Behörden 100 Millionen Dollar. Für die Schmugglerorganisationen ist es  wichtig, sich in den Sicherheitsapparat des Flughafens einzuschleusen, damit der Transport des Kokains möglichst unentdeckt bleibt.

Laut der Antidrogenbehörde der USA stieg der Kokainschmuggel durch Puerto Rico in den letzten Jahren deutlich an. Grund dafür sind verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in der Dominikanischen Republik. Schmuggler müssen deswegen auf alternative Routen ausweichen, um die teure Ware in das Abnehmerland USA zu bringen. Rund 80 Prozent des weißen Pulvers werden dorthin weitergeleitet.3  Daneben stellt auch Europa einen beachtlichen Abnehmer dar.

Dabei sind die Schmuggler das unterste Glied der Drogenringe, denen aus Angst um das Überleben oft keine Alternative zum vermeintlich lukrativen Geschäft bleibt. Sie gefährden ihr Leben durch den Drogenhandel und kommen aus den Fängen der Drogenorganisationen oft nicht mehr heraus. Die Kartelle locken Verzweifelte in Geldnot, mit der Aussicht nach schnell verdientem Vermögen. Ein Ausstieg ist nicht leicht möglich und der Lohn wird selten so wie versprochen ausgezahlt. Die Kuriere werden oft gezwungen, noch weitere Bekannte anzuheuern und sich in immer gefährlichere Lagen zu bringen.4 Meistens werden nur die Schmuggler verhaftet und die wahren Operateure können weiterhin im Hintergrund agieren. Ohne den Konsum in den Industrienationen zu reduzieren, wird sich das Leben für die Schmuggler nicht bessern.

  1. InSightCrime: Multi-Ton Seizures Point to Return of Massive Coacine Shipments; Artikel vom 02.03.2017 []
  2. NZZ: Küstenwache beschlagnahmt über eine Tonne Kokain vor Costa Rica; Artikel vom 17.02.2017 []
  3. InSightCrime: Cocaine Trafficking Network Highlights Puerto Rico´s Role as Transit Point; Artikel vom 14.02.2017 []
  4. TAZ: Konkurs, Koks und Karibik; Drogenschmuggler schreibt über sein Leben; Artikel vom 22.11.2011 []

Über Lorina / earthlink

Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und interessiere mich für internationale Zusammenhänge und soziales Engagement. Ich möchte in verschiedene Berufe Einblick erhalten und deswegen freue ich mich EarthLink das nächste halbe Jahr als Bundesfreiwillige unterstützen zu können!

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