Peru: Guerilla-Gruppierung verteidigt Einfluss auf Kokainhandel

Militär überwacht VRAEM Region Bild: © Galeria del Ministerio de Defensa del Perú [CC BY 2.0] - Flickr

Guerillas der kommunistischen Partei und Guerillaorganisation Perus, bekannt unter dem Namen Leuchtender Pfad / Shining Path, haben drei Polizisten ermordet. Das ist als Zeichen dafür zu sehen, dass die Gruppe beabsichtigt, ihren Einfluss auf Perus kriminelle und lukrative Gebiete zu wahren, in denen Koka produziert wird. Indizien weisen darauf hin, dass die Kokainproduktion im Land erstmalig seit 2011 wieder zunehmen könnte. VRAEM (Valle de los Ríos Apurímac, Ene y Mantaro), das Gebiet, aus dem das meiste Kokain stammt, wird immer zentraler für den Handel.12

Am 18. März griffen Schützen des Leuchtenden Pfades einen Polizistenkonvoi an, in dem sich auch drei Spezial Agenten der „División de Operaciones Especiales Antidrogas“ befanden. Der Anschlag forderte das Leben dreier Männer, wie El Pais berichtete. Der stellvertretende Innenministerien Vargas sagte daraufhin, dies sei ein Resultat der wirksamen Operationen gegen den Drogenhandel im VRAEM und fügte hinzu, in den vergangen eineinhalb Wochen seien zwei Tonnen Kokain von der Polizei beschlagnahmt worden.

Am 19. März beschlagnahmten die Behörden 1.417 Kilogramm Kokain in Perus Hafenstadt Callao, das angeblich für die Vereinigten Staaten und Belgien bestimmt war. Es soll ebenfalls aus der VRAEM stammen und einen Wert von 85 Millionen Dollar haben und zu einem der 20 italienischen Mafia-Clans gehört haben. Die Massenbeschlagnahmung zeigt, dass Callao, größter Seehafen Perus, immer mehr zum Hauptumschlagplatz für den Drogenhandel des Landes wird, wo Mexikaner und Europäer Preise für das Kokain aushandeln. Das meiste Kokain wird allerdings über die Luftwege nach Bolivien geschmuggelt. Auch wenn die Behörden glauben, die Linie zwischen VRAEM und Bolivien unterbrochen zu haben, zeigen Insight-Crime-Feldrecherchen, dass sie dennoch Drogen über Flugzeuge schmuggeln, und in schlechter kontrollierten Bereichen in und um VRAEM landen und nicht mehr neben den Militärbasen.3

Zwischen den Strategien der Guerillas des Leuchtenden Pfades und den FARC- oder ELN-Rebellen lassen sich immer mehr Parallelen erkennen. Der immer größere Einfluss der Guerillas lässt sich auch darauf zurückführen, dass, laut den peruanischen Behörden, die Kokaanbauflächen seit 2011 erstmalig wieder wachsen könnten. Eine Zunahme des Anbaus und der Produktion würde den Rebellen das Potential geben, sich zu stärken.42

Im Oktober wurde deshalb erneut der Ausnahmezustand für die VRAEM-Region ausgerufen und das Militär wieder an die Spitze des Krieges gegen die Drogen gestellt. Das könnte sich wiederum kontraproduktiv auswirken, da das Militär in der Vergangenheit in Drogengeschäfte verwickelt gewesen war.56

  1. Insight Crime: Recent Attack on Peru Police shows Shining Path Still Strong; Artikel vom 20.3.2017 []
  2. Insight Crime: Is Peru’s Cocaine Production Rising Again?; Artikel vom 17.3.2017 [] []
  3. Insight Crime: Recent Attack on Peru Police Shows Shining Path Still Strong; Artikel vom 20.3.2017 []
  4. Insight Crime: Recent Attack on Peru Police shows Shining Path Still Strong; Artikel vom 20.3.2017 []
  5. Insight Crime: Recent Attack on Per Police Shows Shing Path Still Strong; Artikel vom 20.3.2017 []
  6. Insight Crime:Peru Renews Military Operations in VRAEM Coca Hub; Artikel vom 11.10.2017 []

Über Zoë / earthlink

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Ein Kommentar zu Peru: Guerilla-Gruppierung verteidigt Einfluss auf Kokainhandel

  1. Julius Odenkluth sagt:

    Das Drogengeschäft ist eine Hydra, bei der drei Köpfe nachwachsen, wenn man einen
    abschlägt. Dennoch muss man hartnäckig bleiben um die furchtbaren Folgen des Missbrauchs zu verhindern. Die Peruaner sind mit ihrer Spezialeinheit auf dem richtigen Weg.

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