In Laos steigt der Methamphetaminkonsum unter der jüngeren Generation

Opium und Heroin

Opium und Heroin Bild: © Jordi Bernabeu Farrús [CC BY 2.0] - Flickr

Das landumschlossene Laos ist ein wichtiger Transitstaat für Methamphetamin, produziert in China und Myanmar, welches anschließend in den Süden nach Thailand, Kambodscha und Malaysia transportiert wird. Zudem liegt der Staat an der östlichen Spitze des sogenannten Goldenen Dreiecks, dem weltweit zweitgrößten Gebiet der Drogenproduktion nach Lateinamerika, und führendem Opiumhersteller. Schwach kontrollierte und durchlässige Grenzübergänge sowie zügellose Korruption haben den lukrativen Drogenhandel gedeihen lassen. Auch die wirtschaftliche Entwicklung und die Verbesserung der Infrastruktur und des Kommunikationsnetzes bieten eine günstige Gelegenheit für das Drogengeschäft.1 Im Vergleich zu Lateinamerika sind die Anführer der Kartelle wenigen Risiken ausgesetzt.2

Die laotische Regierung erkennt die illegale Betäubungsmittelproduktion und den Rauschgifthandel als eine Bedrohung an.3 Der Drogenhandel ist „ein Hindernis für die nationale soziale und wirtschaftliche Entwicklung und eine wichtige Ursache von Verbrechen und Korruption, ganz zu schweigen von einem enormen Verlust von Drogenopfern und deren Familien“, berichtete Thoungloun Sisoulith, laotischer Premierminister. Im September letzten Jahres startete er eine Anti-Drogen-Kampagne, die Teil seines kommunistischen Regimes ist. Mithilfe der Kampagne sollen die Korruption, die steigende Kriminalitätsrate und die regionale Wahrnehmung des Landes als Hauptquelle und Transitroute für illegales Rauschgift bekämpft werden.4 Insbesondere soll der dadurch steigenden Ungleichheit und Armut des Landes entgegengewirkt werden.5 Ferner verstärkten die Lao-Behörden in den vergangenen Monaten die regionale Zusammenarbeitet, unter anderem mit chinesischen Dienststellen, um Lösungsansätze für den grenzüberschreitenden Drogenhandel zu diskutieren. Im Januar unterstütze Laos Kambodscha, als dort ebenfalls eine Anti-Drogen-Kampagne startete.6

Im vergangenen Jahr verhaftete die Polizei 3.740 in den Drogenhandel verwickelte Personen, teilte die Abteilung für Drogenprävention und Kontrolle des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit mit. Gleichzeitig beschlagnahmten die Sicherheitskräfte über 2.600 Kilogramm Amphetamin, Heroin, Cannabis und Kristallmethamphetamin.6

Seit Beginn der Anti-Drogen-Kampagne der Regierung kam es zu Inhaftierungen von fünf Drogenbaronen. Im Januar wurde der angebliche Lao-Drogenhändler Xaysana Keopimpha mit einem Drogenhandelsnetzwerk, welches von Myanmar nach Malaysia reicht, in Thailand verhaftet. Vor seiner Verhaftung scheute Xaysana sich nicht vor der Öffentlichkeit. Er besuchte regelmäßig hochkarätige Veranstaltungen in Laos und war auch in den sozialen Medien sehr aktiv, zum Beispiel zeigte er regelmäßig seine Sammlung an Luxusautos. Darüber hinaus wurden mindestens zwei Dutzend Mitglieder von Xaysanas Drogenkartell verhaftet. Von den Kartellmitgliedern wurden Waffen und Bargeld beschlagnahmt, während reale Vermögenswerte, einschließlich Hotels, Restaurants und Tankstellen eingefroren wurden.6

Jedoch werden der Rauschgifthandel sowie andere illegale Aktivitäten in Laos, durch offizielle Mittäterschaft behindert. Sehr häufig werden Polizisten, Staatsanwälte und Richter von Drogenkriminellen bestochen. Auch der ehemalige Premierminister Thongsing Thammavong startete in seinen ersten Monaten der Amtszeit eine Anti-Drogen-Kampagne. Allerdings wurde seine sechs-jährige Amtszeit durch Korruptionsvorwürfe geschädigt. Diese Vorwürfe und weitere öffentliche Spekulationen über mögliche Verbindungen zwischen Spitzenpolitikern und mutmaßlichen Drogenhändlern wurden bekräftigt. Da einige hochrangige Beamte den Drogenhandel erleichtern, ist es schwerer das Problem der Drogengeschäfte zu lösen und die Verantwortlichen zu verhaften. Aufgrund dessen fand die Verhaftung des Drogenbosses Xaysana in Thailand statt, da er in Laos durch mächtige politische Persönlichkeiten geschützt ist.6

Außerdem findet Premierminister Thongloun öffentliche Unterstützung für seine hochkarätigen Bemühungen zur Bekämpfung der Korruption und bürokratischen Misswirtschaft. Seit seinem Amtsantritt hat er Vermögenswerte von Beamten prüfen lassen, was zu einer Reihe von Verhaftungen aufgrund von Korruptionsverdacht führte.7 . Diese sowie die Verhaftungen der berühmten Drogenbarone zeigen auf, dass die Anti-Drogen-Kampagne Fortschritte macht bei der Unterdrückung des Rauschgifthandels und die Freiheiten der Drogenkriminellen einschränkt. Allerdings gilt Laos immer noch als eine besondere Schwachstelle bei der Bekämpfung des Rauschgifthandels.2 Zum Einen leidet die Strafverfolgung des Landes unter unzureichenden Ressourcen zur Bekämpfung der internen Drogenkriminalität. Zum Anderen müssen 3.000 Meilen an Berg- und Flussgebieten, die von Drogenhändlern genutzt werden, überwacht und kontrolliert werden.3

Sowohl der heimische Konsum, insbesondere unter der jüngeren Generation, von Methamphetamin, lokal bekannt als „Yaba“ oder „crazy medicine“, als auch der internationale Konsum befindet sich im Aufstieg.6 Somit ist auch die Verantwortung der Konsumenten bei der Bekämpfung des Drogengeschäfts nicht zu vernachlässigen.

  1. U.S. Department of State: Laos; Stand vom 02.05.17 []
  2. Daily Mail Online:  Laos ‚drug kingpin‘ denies Thai smuggling charges; Artikel vom 18.04.17 [] []
  3. U.S. Department of State: Laos; Stand vom 02.05.17 [] []
  4. Asia Times: Laos tackles its drug problem; Artikel vom 18.04.17 []
  5. Asia Times: Little Laos tackles big corruption; Artikel vom 16.02.17 []
  6. Asia Times: Laos tackles its drug problem; Artikel vom 18.04.17 [] [] [] [] []
  7. Asia Times: Little Laos tackles big corruption; Artikel vom 16.02.17 []

Über Jennifer / earthlink

Studentin der Wirtschaftswissenschaften. Ambitioniert und engagiert. Große Optimistin die Welt verbessern zu können. Bei Earthlink möchte ich Informationen zu entwicklungspolitischen Themen verbreiten, die sonst eher vernachlässigt werden.
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