Mexikanische Drogenkartelle nutzen illegalen Menschenschmuggel als Einnahmequelle

Grenzübergang

Bild: © Matt Rhodes [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Die illegale Migration generiert Milliarden von Dollar für kriminelle Gruppen in Lateinamerika, insbesondere in Mexiko.1 Heutzutage zahlen Migranten ihrem Schmuggler 5.000 US Dollar, um in die Vereinigten Staaten ohne Papiere einwandern zu können. Tagelang wandern sie durch die Sonora-Wüste. Der größte Teil dieses Geldes geht an Drogenkartelle, die inzwischen auch den gewinnbringenden Menschenschmuggel in ihre Geschäfte mit aufgenommen haben.2 Aufgrund der steigenden Preise des Schleichhandels infolge der Verschärfung der US-Einwanderungspolitik und der großen Anzahl an Migranten wachsen auch die Gewinne der Kartelle.3 Davon profitierten die kriminellen Netzwerke und haben sich eine Industrie in Milliardenhöhe aufgebaut, welche sie mit brutaler Gewalt schützen. Das allerdings führt zur Destabilisierung Mexikos und zwingt Tausende von Mexikanern in die Flucht.2

Vier Jahrzehnte nachdem Richard Nixon den „War on Drugs“ erklärte,  sind Drogen in Amerika immer noch leicht zu kaufen, trotz Ausgaben in Billionenhöhe für Agenten, Soldaten und Barrieren. Präsident Trump übernahm die Macht an einem Wendepunkt der Drogenpolitik. Die Mehrheit der Amerikaner befürwortet eine Marihuana-Legalisierung, die negative Auswirkungen auf den Profit der Drogenkartelle mit sich zieht. Auch machen die kriminellen Netzwerke Verluste, wenn der Bundesstaat Kalifornien beginnt, Lizenzen zu erwerben, um im nächsten Jahr Cannabis für den privaten Gebrauch zu verkaufen.  Zudem hat Präsident Trump mehr Behandlungsoptionen  für Drogenabhängige gefordert. Dies wäre eine deutlich weisere Option als der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, der ein wichtiger Grundstein seiner Drogenpolitik ist.2 Durch den Bau einer Mauer würden mehr Migranten in die Hände organisierter Kriminalitätsnetzwerke getrieben werden, die dadurch größere Einnahmen erzielen.3

Während der ersten drei Monate der Amtszeit von Präsident Trump gab es eine Zunahme der einwanderungsbedingten Verhaftungen und eine Abnahme der Deportationen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Versprechen der Regierung, einen stärkeren Ansatz der Begrenzung der illegalen Migration zu verfolgen, hat Zweifel über die Wirksamkeit strengerer Grenzkontrollen hervorgerufen.3

Die Verringerung der Einnahmen und Gewinne der kriminellen Netzwerke könnte die Gewalt reduzieren und folglich die Anzahl der Menschen, die in den Norden fliehen. Um allerdings das Problem des Menschenschmuggels zu bekämpfen, müssen die USA den bereits Millionen von Einwanderern  ohne Papiere eine Möglichkeit bieten, an ihre Dokumente heranzukommen und sicherstellen, dass von Unternehmen in Zukunft nur Migranten mit Papieren eingestellt werden. Solange sich illegale Immigranten in den Vereinigten Staaten ihren Lebensunterhalt verdienen können, können Kartelle mit dem Schleichhandel ein Vermögen erwirtschaften. Das Hemmen der Nachfrage für die Dienste der Schmuggler trifft sie an ihrer empfindlichsten Stelle: ihrem Vermögen.2

Nicht nur bei der Einwanderungspolitik sind die Vereinigten Staaten zur Mitverantwortung zu ziehen. Auch bei der Waffenpolitik spielen sie eine wichtige Rolle. Mexikanische Drogenkartelle haben die Möglichkeit, in den Vereinigten Staaten Waffen zu erwerben und rüsten sich mit ihnen aus. Die gekauften Waffen tragen im hohen Maße nicht nur zu Verbrechen, sondern auch zur Gewaltverbreitung in Mexiko bei .4

  1. InSight Crime: Unauthorized Migration Is Worth Billions for LatAm Organized Crime; Artikel vom 04.052017 []
  2. The New York Times: Mexican Drug Smugglers to Trump: Thanks!; Artikel vom 05.05.2017 [] [] [] []
  3. InSight Crime: Unauthorized Migration Is Worth Billions for LatAm Organized Crime; Artikel vom 04.052017 [] [] []
  4. Washington Post: Why Mexico’s drug cartels love America’s gun laws; Artikel vom 14.01.2016 []

Über Jennifer / earthlink

Studentin der Wirtschaftswissenschaften. Ambitioniert und engagiert. Große Optimistin die Welt verbessern zu können. Bei Earthlink möchte ich Informationen zu entwicklungspolitischen Themen verbreiten, die sonst eher vernachlässigt werden.
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