Drogenhändler profitieren vom Klimawandel

Bild: © go_greener_oz [CC BY-ND 2.0] - Flickr

Die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, sich von einer globalen Vereinbarung zur Bekämpfung des Klimawandels zurückzuziehen, beeinträchtigt die Bemühungen der Bewältigung der Umweltprobleme in Lateinamerika und in der Karibik, die seit langem mit dem organisierten Verbrechen in Relation stehen. Denn die Schwächung des Kampfes gegen den Klimawandel spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Herausforderungen für die globale Sicherheit. Zwar kann der Klimawandel nicht direkt Gewalt verursachen, aber er interagiert mit ihr und verschärft bestehende Probleme.1

Nach einem Bericht des Interessenverbands Germanwatch sind vier der zehn am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder in Lateinamerika und in der Karibik. Dabei handelt es sich um Honduras, Haiti, Nicaragua und Guatemala. Zusätzlich berichten Experten, dass in der gesamten Region die Vorbereitung gegen klimabedingte Sicherheitsbedrohungen unzureichend sei.1

Städte sind besonders anfällig für die Sicherheitsbedrohungen infolge des Klimawandels, insbesondere, da in den Städten die meisten Menschen leben und dort am häufigsten gewalttätige Kriminalität vorkommt. Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen aus den ländlichen Regionen aufgrund des Fehlens einer Existenzgrundlage in die Städte ziehen. Zudem können es sich die Städte nicht einfach leisten, die Maßnahmen zur Reduzierung der globalen Erderwärmung zu verzögern. Es besteht die Gefahr, dass die am schnellsten wachsenden Städte veraltete Planungsmodelle verabschieden, die zu ressourcenintensiven Handlungen und Infrastrukturen führen. Letztlich liegt die Zukunft des Klimawandels in den Entscheidungen der Städte in Gebieten mit der am schnellsten wachsenden Wirtschaft und Bevölkerung.1

Veränderungen in der Umwelt bedeuten Chaos und Chaos öffnet die Tür zum Verbrechen. Auch das US-Militär beschrieb den Klimawandel als einen „Bedrohungsmultiplikator“ in einem Bericht an den Kongress vom Juli 2015. „Der globale Klimawandel wird in absehbarer Zeit weitreichende Auswirkungen auf die nationalen Sicherheitsinteressen der USA haben, da er bestehende Probleme wie Armut, sozialen Spannungen, Umweltzerstörung, ineffiziente Führung und schwache, politische Institutionen, die die heimische Stabilität bedrohen, in mehreren Ländern verschärfen wird“, heißt es in diesem Bericht. Viele Länder in Süd- und Mittelamerika haben keine Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel, was sie besonders anfällig für die negativen Auswirkungen macht. „Sie sind politisch zerbrechlich, sie haben sehr schwache Institutionen, zersplitterte Bevölkerungsgruppen – vor allem arme Bevölkerungsgruppen – und sie haben die Sicherheitsbedenken, die vom Drogenhandel angeheizt werden. Und die Sache ist, dass all diese Faktoren zusammenlaufen“, erklärte Oliver Leighton Barrett, ein pensionierter Marineleutnant, der mit dem Pentagon zusammengearbeitet hat, um die Sicherheitsimplikationen des Klimawandels in Lateinamerika und der Karibik zu beurteilen. Nicht nur der Klimawandel ist der Auslöser, sondern all diese Trends, die zusammenkommen – Überbevölkerung, Urbanisierung und auch schlechte Regierungsführung.1

In bestimmten Fällen hat die organisierte Kriminalität immer einen Weg gefunden, um davon zu profitieren, auch wenn die Regierungen versucht haben, auf klimabedingte Katastrophen zu reagieren. Angeblich war ein honduranisches Verbrechernetzwerk, auch bekannt als Cachiros, in der Lage, die Hilfeleistungen nach einem verheerenden Hurrikan in 2010 zu verwenden, um geschätzt 6,4 Millionen US-Dollar illegalen Einkommens zu waschen. Zusätzlich sind kriminelle Netzwerke in Honduras auch dafür bekannt, Gewalt gegen Umweltaktivisten anzuwenden, die versuchen, Gebiete des Landes vor potenziellen Umweltschäden im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Entwicklungsprojekten zu schützen.1

Auch die organisierte Kriminalität selbst kann zum Klimawandel beitragen, indem sie bestehende Sicherheitsprobleme verstärkt. Der Drogenhandel sowie andere illegale Industrien wie der illegale Bergbau tragen zur Entwaldung und anderen Formen von Umweltschaden bei. Dies führt zu mehr Migration in die Städte, in denen der Großteil des Verbrechens auftritt.1

Schließlich wird der Klimawandel zu einem Wachstum des Drogenhandels, Menschenhandels und Waffenschmuggels führen, da sich die Händler mit verzweifelten Migranten bereichern. Somit würde nicht nur die Kriminalität in den Städten ansteigen, sondern auch an den Grenzübergängen, da immer mehr Menschen versuchen, die Grenzen zu den Nachbarstaaten zu überschreiten.2

 

  1. InSight Crime: How Trump’s Environmental Policy Undermines LatAm Security; Artikel vom 02.06.2017 [] [] [] [] [] []
  2. Climate Home: Climate change could exacerbate drug smuggling and human trafficking; Artikel vom 16.01.2014 []

Über Jennifer / earthlink

Studentin der Wirtschaftswissenschaften. Ambitioniert und engagiert. Große Optimistin die Welt verbessern zu können. Bei Earthlink möchte ich Informationen zu entwicklungspolitischen Themen verbreiten, die sonst eher vernachlässigt werden.
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