Amerikanische Nachfrage nach mexikanischen Drogen so hoch wie nie

Heroin

Bild: © WBEZ [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko sorgt seit vielen Jahren für Aufsehen. Der neue US-Präsident Donald Trump beharrt auf seinem Vorhaben, die beiden Länder durch eine Mauer zu trennen. Mexiko soll dafür zahlen. Wie, ist ungewiss.

Mexikaner überqueren seit jeher die nördliche Grenze ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Sie hoffen auf Arbeit und darauf dem gewaltvollen Alltag in ihrer Heimat zu entkommen. Die Amerikaner – insbesondere Trumps Amerikaner – möchten dem scheinbar nicht stoppenden Zuzug der südlichen Nachbarn ein Ende setzen.

Doch nicht nur Menschen überqueren die Grenze. Der Fluchtgrund der  meisten Mexikaner begleitet sie. Tonnenweise Drogen werden jährlich in die USA geschmuggelt. Schuld daran ist die enorme Nachfrage. Diese sorgt in vielen Regionen Mexikos für bürgerkriegsartige Zustände und in amerikanischen Diskotheken für heitere Nächte. Opioide – morphinähnlich, synthetisch hergestellte Substanzen – erleben aktuell den größten Boom. Die meisten kennen sie als Heroin. Knapp 60.000 Todesopfer forderten derartige Rauschmittel im vergangenen Jahr in den USA. Drogen-Überdosen sind derzeit die führende Todesursache aller Amerikaner unter 50 Jahren. 94 Prozent der Nachfrager werden momentan durch Mexiko bedient. Die mexikanischen Produzenten werden mittlerweile den amerikanischen Ansprüchen gerecht und konnten so nach vielen Jahren die Konkurrenz aus Afghanistan oder Kolumbien ausstechen. Kartelle wie das Sinaloa-, Juárez- oder Golfkartell florieren wie nie zuvor, Städte wie New York, Chicago und Washington kaufen fleißig ein. Die Nachfrage bestimmt hier ganz klar das Angebot. Die Amerikaner treiben somit ungewollt Mexikaner ins Land.

Präsident Trump wettert zwar gerne gegen Mexiko, bleibt bislang jedoch tatenlos. Keine Mauer, kein aktiver Krieg gegen die Drogenkartelle und eine geplante finanzielle Kürzung des Gesundheitssystems von über einer Billionen Dollar. Das Geld fehlt wohl bald bei der Behandlung von Drogensüchtigen. Doch sollte die Mauer kommen, wird der Drogenfluss kaum abnehmen. Die Grenzregion um San Diego weist den meisten Verkehr von Drogen auf. Hier steht bereits eine Mauer.1

  1. Council on Hemispheric Affairs: The Opioid Crisis in America and Mexico; Artikel vom 01.08.17 []
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