Uruguay: Fokus auf Prävention und Behandlung

Therapieeinrichtung - Texas

Therapieeinrichtung. Bild: © Billy Hathorn [CC BY-SA 3.0] - Wikimedia Commons

2005 wurde in Uruguay ein Fond gegründet aus Mitteln, die von Drogenhändlern beschlagnahmt werden. Seit 2010 flossen 14 Millionen US-Dollar in den Fond. Damit soll die Kriminalität gestoppt werden. Dies beinhaltet die Finanzierung von Drogenprävention, Behandlungs- und Rehabilitationsprogrammen und Strafverfolgungsinstitutionen, so Uruguays Nationaler Drogenrat (Junta Nacional de Drogas – JDN). Die Gesellschaft soll von den beschlagnahmten Geldern profitieren, indem durch Institutionen verschiedene Dienstleistungen bereitgestellt werden.

Beschlagnahmte Vermögenswerte wurden in der Vergangenheit häufig in Strafverfolgungsinstitute investiert, was bedeutet, dass das Geld für die Verbesserung der Gesetzesvollstreckung genutzt wurde. Nun verkündeten die Behörden in Uruguay, dass zwei Millionen US-Dollar für eine ‘Kriseninterventionseinrichtung‘ in Montevideo genehmigt wurden, was den Drogenabhängigen zugutekommt. Die neue Einrichtung hat 16 Bereiche für Kurzaufenthalte, in denen Patienten bis zu sieben Tage bleiben können. Das Personal soll spezielles Training bekommen und von Drogen-Experten unterstützt werden. Dies soll die 120 bereits bestehenden Rehabilitationseinrichtungen ergänzen. In diesen Zentren wird den Patienten ein Aufenthalt zwischen drei und sechs Monaten angeboten.

Das Suchtbehandlungszentrum in Uruguay ist ein Beispiel dafür, dass beschlagnahmtes Geld sinnvoll für  Suchtkranke verwendet werden kann, um sie letztendlich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Dies ist das Produkt einer Politik, die darauf abzielt, dem organisierten Verbrechen im Bereich Drogen den wirtschaftlichen Nutzen zu nehmen. In anderen Teilen  Amerikas wird beschlagnahmtes Geld häufig für den Kauf teurer und nur minimal nützlicher Geräte ausgegeben. Es gibt auch Fälle, in denen dieses Geld einfach verschwunden ist oder verschwendet wurde.1

Schon vor über 40 Jahren wurde der Besitz von allen Drogen in Uruguay entkriminalisiert. Jedoch konnten Drogen weder Angebaut noch verkauft werden. So war der Konsum und Besitz kleiner Mengen von Drogen legal, man konnte jedoch nur auf illegalem Weg an sie gelangen. 2013 war Uruguay das erste Land weltweit das Cannabis explizit legalisierte. Alle über achtzehn Jährige können, nachdem sie registriert wurden bis zu sechs Marihuana Pflanzen anbauen oder einem ‘Cannabis-Club‘ beitreten, um dort die Droge zu erhalten. Im Juli konnten Kunden erstmals Marihuana in Apotheken kaufen, auch ohne ärztliches Rezept. Bereits Anfang des Jahres begannen die Behörden die Käufer zu registrieren. Für 1,30 US-Dollar je Gramm können bis zu 10 Gramm in der Woche bzw. maximal 40 Gramm pro Monat gekauft werden. Es ist allerdings verboten, die Pflanze an Minderjährige zu verkaufen, unter ihrem Einfluss Auto zu fahren und für die Droge zu werben.

Die Legalisierung ist eine Konsequenz aus dem gescheiterten ‘War on Drugs‘. Der Staat versucht nun den Handel und Konsum zu regulieren. Der Fokus wurde auf Aufklärung, Gesundheit und Schadensminimierung gerichtet, statt auf Bestrafung.2345

  1. Insight Crime: Uruguay to Use Seized Assets for Addiction Treatment; Artikel vom 01.08.17 []
  2. El Pais: Uruguay inicia el registro para la compra legal de marihuana; Artikel vom 05.05.17 []
  3. Business Insider: This South American coutry has decriminalized all drugs for 40 years; Artikel vom 10.06.16 []
  4. Huffpost: Uruguay, First Country In The Wolrd To Legally Regulate Marijuana Begins Retail Sales; Artikel vom 20.07.17 []
  5. AbNachUruguay: Gesundheitsausschuss informiert sich über Staatliche Drogenpolitik in Argentinien und Uruguay; Artikel vom 13.11.17 []
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