Trinidad: Ein Paradies – auch für Drogen und Gewalt

Ein Mitglied einer Gang zeigt seine Narbe nach einer Schießerei.

Ein Mitglied einer Gang auf Trinidad zeigt seine Narbe nach einer Schießerei. Bild: © BBC World Service [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Trinidad, eine Insel der Kleinen Antillen, war schon immer ein wichtiges Drehkreuz für den Schiffshandel in der südlichen und östlichen Karibik. Doch eine neue Entwicklung lässt die Region immer mehr zu einem Hauptumschlagplatz für den Drogenhandel werden.

Ein Grund für diesen Negativtrend ist die fortschreitende Isolierung des benachbarten Venezuelas. Dort rücken Schiffe, die das Land verlassen, zunehmend in den Fokus von Drogenfahndern und werden immer häufiger kontrolliert. Das macht Trinidad, das direkt vor der Küste Venezuelas liegt, als Standort für den Drogenschmuggel bei den großen Drogenkartellen attraktiver. Die weit verstreuten und meist eher mäßig bewachten Häfen der Insel erleichtern das Drogengeschäft und so können die kriminellen Vereinigungen von Trinidad aus ihre Ware Richtung USA und Europa voranbringen.

Beispiele, wie die Schmuggler vorgehen, gibt es zahlreich. So werden beispielsweise einige Yachten, die im Hafen von Chaguana über die Hurrikane-Saison ankern, verdächtigt, im Golf von Paria zwischen Venezuela und Trinidad auf Drogenhändler aus Venezuela zu treffen. Dort wird dann die illegale Ware auf offener See an Bord genommen und weiter zum Zielhafen in Europa und vor allem in die USA gebracht. Aber auch in üblichen Handelsschiffen werden Drogen über Trinidad zum Zielhafen geschmuggelt. So wurden zum Beispiel im Januar 2014 über 330 Kilogramm flüssiges Kokain, als Orangensaft getarnt, nach Virginia in die USA geschmuggelt. Die Regierung der Karibik-Insel steht nun in der Pflicht, etwas gegen den florierenden Drogenschmuggel zu unternehmen. Doch nicht einmal der Fall der als Orangensaft getarnten Drogen, der schon über 3 Jahre zurückliegt, konnte von den Behörden aufgeklärt werden.1

Weitere Gründe, wieso gerade die Insel Trinidad immer mehr zum Drogen-Transitstaat avanciert,  sind die offenen Grenzen, das hohe Level an Korruption im Land, kriminelle Gangs, eine schwache Regierung und der Status Trinidads als eines der Finanz- und Industriezentren der Karibik.

Zwei weitere Probleme, welche der Drogenschmuggel mit sich bringt und die ihn wiederum nur noch mehr befeuern, sind ein immenses Level an Gewalt und ein Überangebot an Kleinwaffen. Auch unter diesen Problemen leidet Trinidad zunehmend. Über die Handelsschiffe und das Nachbarland Venezuela werden nicht nur Drogen ins Land gespült, sondern auch eine große Menge an Schusswaffen. Aber nicht nur Venezolaner verschiffen Waffen Richtung Trinidad, sondern auch Einwohner Trinidads selbst reisen gezielt in das benachbarte Land, um sich mit Feuerwaffen einzudecken. Die Polizei konnte bisher jedoch nur wenig der illegalen Ware beschlagnahmen. Zudem ist die Zahl der Gewaltverbrechen in Trinidad extrem hoch. Die hohe Mordrate hat Trinidad & Tobago den zweifelhaften Titel „Mord-Hochburg der Karibik“ eingebracht.2

Die Bandenkriminalität, bei der es vor allem auch um den Drogenhandel geht, hat daran einen erheblichen Anteil und durch die immense Anzahl an Handfeuerwaffen wird die brutale Vorgehensweise der Drogenbanden noch gesteigert. Durch das korrupte Polizei- und Justizsystem hat die schwache Regierung der Drogen- und Bandenkriminalität nicht viel entgegenzusetzen. Aufgrund der tiefen Verstrickung von einzelnen Teilen des Staats- und Sicherheitsapparates Trinidads in illegale Drogengeschäfte ist es auch nicht verwunderlich, dass nur halbherzige Aufklärungsarbeit, wie zum Beispiel beim vorher genannten „Orangensaft-Fall“,  betrieben wird. Wenn sich die Korruption im Staat nicht verringert und die Regierung ihre Position gegenüber den Drogenkartellen nicht verbessern kann, ist es wohl nicht möglich, den Drogenschmuggel auf Trinidad einzudämmen.34

  1. The Crime Report: Drugs, Gangs & Radical Islam in a Caribbean Paradise; Artikel vom 12.09.17 []
  2. Sicherheitsportal.maradentro: Trinidad und Tobago; Stand vom 21.09.17 []
  3. Auswärtiges Amt: Trinidad und Tobago: Reise- und Sicherheitshinweise; Stand vom 21.09.17 []
  4. Insight Crime: Caribbean; Stand vom 21.09.17 []

Über Katharina / earthlink

Zurzeit studiere ich Politikwissenschaft an der LMU in München. Um meine freie Zeit in den Semesterferien sinnvoll zu nutzen, engagiere ich mich bei earthlink für eine gerechtere und nachhaltigere Welt.
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