Wie der Drogenmissbrauch Pakistan vor Probleme stellt

Drogenpolitik

Drogen üben viel Macht innerhalb der Politik eines Landes aus. Bild: © West Midlands Police [CC BY-SA 2.0] - Flickr

Pakistan liegt im sogenannten Goldenen Halbmond und gilt mit den Staaten Afghanistan und Iran als das Hauptproduktionsgebiet für illegales Opium (90 Prozent). Aus Afghanistan wurden im Jahr 2016 zwei Drittel des weltweiten Schlafmohns auf 201.000 Hektar angebaut. Somit macht es dieses Land zum größten Hersteller von Opiaten weltweit.123

Die Abhängigkeit der Menschen ist in diesem Land hoch. 8,9 Millionen haben laut Berichten mit Drogen zu tun und 4,25 Millionen sind drogenabhängig. Dabei sterben dort jeden Tag ca. 700 Menschen an Problemen, die aus Drogenkonsum resultieren. Dennoch ist es sehr wichtig, sich mit den Süchtigen zu beschäftigen bzw. ihnen zu helfen, da das Land von den Millionen Menschen wirtschaftlich und ökonomisch stark profitieren könnte. Denn Angebot und Nachfrage bedingen sich gegenseitig. Bei weniger Drogenkonsum würde es weniger Kriminalität aufgrund des Verfahrens der Beschaffung der Drogen geben, niedrigere Krankheitsraten von zum Beispiel Hepatitis C und HIV/AIDS und zum Schluss weniger Drogenhandel und Drogen. Dann wäre das Problem zum Teil gelöst.

Die pakistanische Regierung konzentriert sich nicht auf dieses Kernproblem, sondern versucht seit Anfang des Jahres 2010 den Drogenhandel mithilfe eines neu konzipierten Plans einzudämmen. Trotzdem kommen Drogen ungehemmt aus dem Goldenen Halbmond. Diese Strategie scheint nicht gut aufzugehen, da der Goldene Halbmond das sogenannte Goldene Dreieck bei der Monopolstellung der Drogenproduktion vor Jahren überholte.4

Die Anti-Narcotics-Force (ANF) wurde geschaffen, um die heutige Drogensituation Pakistans mit den internationalen Anforderungen der Drogenpolitik seit 1993 besser zu vereinen und damit  die globalen Beziehungen zu diesem Thema zu stärken. Die politischen Maßnahmen weisen einen Dreipunkteplan auf: Das Drogenangebot und die Drogennachfrage zu reduzieren sowie international zu kooperieren. Unter Berufung des Dreipunkteplans zur Bekämpfung des Problems wird eine hohe Zieltreffsicherheit für die Funktionalität dieser Strategie gegeben.4

Folgendes hat sich die ANF vorgenommen: Das Drogenangebot soll durch die Beseitigung der „Schlafmohnkultur“ einen mohnfreien Status des Staates gewährleisten. Der Schwarzhandel, die Produktion von Rauschgift (-arzneien), Psychopharmaka und Vorläuferstoffe müssen im Plan gezielt verhindert werden. Außerdem werden die Strafverfolgungsbehörden gestärkt und ihre Tätigkeiten rationalisiert.

Die Drogennachfrage ist das schwächste Glied der Kette: Die Regierung nimmt sich vor, mehr Anstrengungen zur Verhinderung der Nachfrage durch die Ausbildung von Gemeinschaftsmobilisierungskampagnen und Projekten zu erreichen. Sie will eine wirkungsvollere, zugänglichere und eine gute medikamentöse Behandlung in Rehabilitationszentren einführen sowie Umfragen zur Drogenabhängigkeit durchführen, um das aktuelle Ausmaß des Drogenproblems zu bestimmen.

Bei der internationalen Kooperation wolle man eine Förderung und aktive Teilnahme an bilateralen, regionalen und internationalen Anstrengungen unternehmen, um Rauschgifte (sowie illegale Arzneien) zu bekämpfen. Pakistan will eine Kontrolle des Problems an der Quelle in „Mohnblumenanbauländern“ erreichen. Zusätzlich soll die Nachfrageverminderung in Zielstaaten ein wichtiger Teil von internationalen Anstrengungen sein.4

Der Transit der illegalen Drogen von Afghanistan nach Pakistan stellt den Staat immer mehr vor Herausforderungen. Doch bei der Drogennachfrage mangelt es am ordnungsgemäßen Eingreifen des Staates. In Privatschulen und privaten Universitäten in Islamabad sind beispielsweise Highend-Drogen bei den 12 – 19 jährigen beliebt wie nie und werden in Unmengen, auch im Unterricht, konsumiert. Dabei kann diese Altersgruppe die Drogen auch beim Lehrer „bestellen“ bzw. anfragen. Zwar wurde der Anführer einer Drogenbande in Verbindung mit den Ereignissen in Islamabad gefasst und verhaftet, doch es stellt sich die Frage, wie die Regierung eine solche Tragödie überhaupt zulassen konnte.56

Die Antwort wäre ein stärkerer Fokus auf die Drogenprävention. Denn ob die Kinder und Jugendlichen sich von ihren ständigen „Trips“ erholen können und ob die nötige Krankenhausausstattung zur Verfügung steht, wagt man zu bezweifeln, da in Pakistan nur vier solcher Krankenhäuser existieren, die pro Jahr etwa 30.000 Menschen behandeln können. Viel zu wenig, um eine gute Rehabilitation der Menschen zu erreichen.7

Wenn dieser Diskurs weiter so geführt wird, wird die Macht der Drogen das ganze Land ergreifen. Der Staat braucht dringend bessere Rehabilitationsmaßnahmen für Drogenabhängige, bevor es weitere hunderttausende Tote gibt.

 

  1. Wikipedia: Goldener Halbmond; 31.03.2013 []
  2. Frankfurter Allgemeine: Opium-Rekordernte in Afghanistan; 12.11.2014 []
  3. UNODC World Drug Report 2017 []
  4. Anti Narcotics Force: National Anti Narcotics Policy; August 2011 [] [] []
  5. Geo.tv: Alarming rate of drug use among private school students in Islamabad: report; 19.10.2016 []
  6. Geo.tv: ANF busts gang selling high-end drugs at Islamabad schools; 06.02.2017 []
  7. Daily Times: Countering drug abuse; 21.09.2017 []

Über Arystarkh / earthlink

Ich bin der Arystarkh, 20 Jahre alt und engagiere mich freiwillig bei earthlink e.V. Ich will etwas für meine persönliche Entwicklung unternehmen und Menschen über Geschehnisse weltweit informieren. Darum mache ich den Bundesfreiwilligendienst.

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