Bolivien: Regierung geht gegen Koka-Aussaat in nicht autorisierten Gebieten vor

Koka-Pflanzen

Koka darf dem Gesetz zufolge in Yungas und im tropischen Tiefland von Cochabamba als Nahrungsmittel, Medizin und zu spirituellen Zwecken angebaut werden. Bild: © Pablo Andrés Rivero [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Nachdem im März 2017 das neue Koka-Gesetz in Kraft getreten ist, hat Bolivien nun damit begonnen, überschüssige Koka-Aussaat zu vernichten. Der Vize-Minister für soziale Verteidigung und kontrollierte Substanzen, Felipe Cáceres, informierte nun darüber, dass die gemeinsame Spezialeinheit aus Militär und Polizei (FTC) fünfzig Hektar illegaler Koka-Anpflanzungen außerhalb des traditionellen Gürtels in Yungas zerstört habe. In nicht autorisierten Gebieten sei kein Koka-Anbau geduldet, so die Regierung.

Die Bewohner von La Asunta in Yungas sollen die Spezialeinheit während dem Einsatz angegriffen haben. Zwei Polizisten und drei Soldaten sollen dabei verletzt worden sein, heißt es aus dem Innenministerium. Es sollen zudem elf Gemeindemitglieder verhaftet worden sein, nachdem sie das Lager der FTC attackiert hatten. Der Vize-Innenminister macht den Gewerkschaftsvorstand des Asociación Departamental de Productores de Coca (Adepcoca) für die Vorfälle in La Asunta verantwortlich.

Der Konsum der Koka-Blätter ist in Bolivien erlaubt, da es sich um eine über tausend Jahre alte Praxis handelt. Die Regierung hatte im März verkündet, dass das bisher geltende Koka-Gesetz aus dem Jahr 1988 ausgeweitet werde. Die Höchstgrenze wird damit von 12 000 Hektar legalem Anbau auf 22 000 Hektar angehoben – traditioneller Anbau wird damit anerkannt. Koka darf dem Gesetz zufolge in Yungas auf 14 300 Hektar und im tropischen Tiefland von Cochabamba auf 7 700 Hektar als Nahrungsmittel, Medizin, zu spirituellen Zwecken und zu Forschungszwecken angebaut werden.

Bolivien ist laut Aussage des Regierungsministers Carlos Romera weiterhin das Herstellerland von Koka-Blättern mit der kleinsten Anbaufläche in der Region.

Koka ist für die indigenen Völker in Bolivien, Peru und Kolumbien seit Jahrtausenden eine heilige Pflanze. Ihr Kauen lindert Hunger, beugt der Höhenkrankheit vor und soll das Atmen auf großer Höhe erleichtern. Des Weiteren hält es wach und hilft gegen vielerlei Schmerzen – nur auf diese Weise können die Bergbauern in den Anden in tausenden Metern Höhe ihre harte Arbeit verrichten. Im Jahr 2013 haben die Vereinten Nationen auf Drängen der Regierung von Präsident Evo Morales die traditionelle Nutzung von Koka in Bolivien anerkannt und eine Ausnahme der UN-Betäubungsmittelkonvention zugelassen, die jeglichen Koka-Konsum verbietet.1

  1. Amerkia21: Regierung von Bolivien geht gegen Koka-Aussaat in nicht autorisierten Gebieten vor; 26.10.2017 []

Über Lara / earthlink

Ich studiere Soziologie und Rechtswissenschaften an der LMU in München.
Durch meine Arbeit bei earthlink möchte ich auf entwicklungs- und umweltpolitische Themen aufmerksam machen.

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