Die Opioid-Krise in den USA nimmt epidemische Ausmaße an

Fentanyl

Opioide, wie beispielsweise Fentanyl, sind in den USA für die meisten Drogentode verantwortlich. Bild: © Boris Ott [CC BY-NC 2.0] - Flickr

Zu diesem Schluss kommt die US-amerikanische Anti-Drogenbehörde DEA in einem am Montag veröffentlichten Bericht, dem National Drug Threat Assessment (NDTA). Der NDTA zeigt jährlich die Gefahren und Risiken für die USA auf, die von in- und ausländischen Drogennetzwerken sowie dem Konsum von illegalen Drogen ausgehen. Die DEA warnt vor einem weiteren gravierenden Anstieg des Drogenkonsums. Die Zahl der Drogentode sei so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen.12

Konkrete Zahlen für das Jahr 2017 liegen im Bericht noch nicht vor, diese werden erst Ende des Jahres veröffentlicht. 2015 lag die Zahl der Drogentode in den USA bei 52.404 Menschen – rund 140 am Tag – und dürfte seitdem deutlich gestiegen sein. „Der Bericht zeigt das ganze Ausmaß der aktuellen Opioid-Krise in den USA auf“, so Robert Patterson, der Leiter der DEA. Weiterhin kommt der Bericht zu folgenden Ergebnissen:32

Die Drogenlandschaft in den USA hat sich in den letzten zehn Jahren verändert. Die Opioid-Krise hat Auswirkungen auf einen großen Teil des Landes. Im Fokus der Aufmerksamkeit steht der Konsum von abhängig machenden, verschreibungspflichtigen Medikamenten wie dem Schmerzmittel Fentanyl. Aber auch andere Drogen wie Crystal Meth, Marihuana, Kokain und psychotische Substanzen bleiben weit verbreitet.

Seit 2011 sind in den USA auf den Konsum von illegalen Drogen die meisten Unfalltode zurückzuführen. Durch Drogen sterben in den USA aktuell jedes Jahr mehr Menschen, als durch Schusswaffen, Verkehrsunfälle, Morde oder Selbstmorde.

Seit 2001 sind die meisten Drogentode auf verschreibungspflichtige Medikamente zurückzuführen. Darunter zählt die DEA Opioide, die als Schmerzmittel verschrieben werden, wie Fentanyl oder Oxycodon, aber beispielsweise auch Antidepressiva wie Valium oder Stimulationsmittel wie Ritalin. Der Konsum dieser Medikamente ist etwas zurückgegangen, trotzdem sind sie immer noch für mehr Überdosen verantwortlich als Kokain, Heroin, Crystal Meth und Ecstasy zusammen.

Heroin stellt weiterhin ein großes Problem dar. Die bereits zahlreichen Tode, die auf die Droge zurückzuführen sind, steigen weiterhin kontinuierlich an. Die Situation wird dadurch verschlimmert, dass Heroin zunehmend mit Fentanyl und anderen synthetischen Opioiden gemischt wird. Immer öfter wird auch nur Fentanyl mit Verdünnungsmitteln gemischt und anschließend als Heroin verkauft. Die Verfügbarkeit von Fentanyl steigt, weil mittlerweile vielerorts gefälschte Fentanyl Verschreibungspillen auf der Straße verkauft werden.

Die Gefahr, die von Metamphetaminen ausgeht, ist gleichbleibend groß. Seit 2010 ist die Menge an beschlagnahmtem Meth aus Mexiko jedes Jahr gestiegen, während die inländische Produktion gesunken ist. Kokain stellt wieder ein zunehmendes Problem dar. Der Kokainhandel und die Verfügbarkeit der Droge sind sprunghaft angestiegen. Dafür dürfte vor allem der Ausbau der Kokaanbauflächen in Kolumbien verantwortlich sein. Auch die Mariuhanaproduktion in den USA ist wegen der hohen Nachfrage gestiegen.

Die größte kriminelle Gefahr geht weiterhin von den mexikanischen Kartellen aus. Kolumbianische Kartelle kontrollieren zwar die Produktion, die mexikanischen Kartelle aber die Lieferkette bis hin zum Verkauf. Sie liefern die Drogen an US-Gangs, die dann den Straßenhandel übernehmen. Das Sinaloa Kartell ist in den USA das vorherrschende Drogennetzwerk, aber das Kartell Jalisca Nueva Generación ist gerade dabei, seine Präsenz im Land zu erhöhen.32

  1. dea.gov: DEA releases 2017 National Drug Threat Assessment; Artikel vom 23.10.17 []
  2. Spiegel Online: So viele Drogentote wie nie, US-Behörde warnt vor Epidemie; Artikel vom 24.10.17 [] [] []
  3. dea.gov: DEA releases 2017 National Drug Threat Assessment; Artikel vom 23.10.17 [] []

Über David / earthlink

Ich bin David und habe dieses Jahr mein Abi gemacht. Als Bundesfreiwilliger möchte ich mich jetzt für die nächsten Monate bei earthlink engagieren und mehr über entwicklungspolitische Themen erfahren.

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