US-amerikanische Diplomaten dürfen wieder zurück nach Venezuela

Caracas

Ende Juli diesen Jahres hatte die US-Regierung die Familien ihrer Abgesandten zum Verlassen des Landes aufgefordert und den Mitarbeitern der Botschaft freigestellt, ebenfalls abzureisen. Bild: © Wilfredorrh [CC BY-NC-ND 2.0] - Flickr

Die Diplomaten der US-Regierung von Donald Trump werden nach Venezuelas Hauptstadt Caracas zurück geschickt. Dies geht aus einer am Montag veröffentlichten Mitteilung des US-Außenministeriums hervor. Darin wird zugleich die Reisewarnung für das südamerikanische Land „wegen sozialer Unruhen, Gewaltverbrechen und allgegenwärtiger Nahrungsmittel- und Medikamentenknappheit“ aktualisiert. Die politische und sicherheitspolitische Lage in Venezuela sei unberechenbar, heißt es in der Mitteilung.1

Ende Juli dieses Jahres hatte die US-Regierung die Familien ihrer Abgesandten zum Verlassen des Landes aufgefordert und den Mitarbeitern der Botschaft freigestellt, ebenfalls abzureisen. Dies wurde mit Befürchtungen einer weiteren Eskalation der Gewalt im Zusammenhang mit den im Juli dieses Jahres stattgefundenen Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung begründet. Regierungsgegner von Präsident Nicolás Maduro hatten seit April zu Protesten aufgerufen, in deren Verlauf mehr als 120 Menschen ums Leben gekommen sind. Im August endeten die Proteste und den Mitarbeitern und Angehörigen der US-Regierung in der Botschaft von Caracas wurde nun mit Wirkung zum 23. Oktober 2017 die Rückreise in die Hauptstadt Venezuelas ermöglicht.2 Jedoch gelten für das Botschaftspersonal und seine Familienangehörigen weiterhin strenge Sicherheitsbestimmungen. Es ist ihnen beispielsweise untersagt, ohne vorherige Genehmigung im Umkreis von 80 Kilometern an der Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien zu reisen. Des Weiteren wurden Autofahrten in der Nacht außerhalb des Wohngebiets der Botschaft eingeschränkt – diese  müssen in gepanzerten Fahrzeugen oder in Gruppen von nicht weniger als zwei Fahrzeugen durchgeführt werden. Reisen und Übernachtungen außerhalb von Caracas müssen genehmigt werden.3

Venezuela befindet sich seit Monaten in einer massiven Staatskrise. Das einst reiche Land krankt an einer Hyperinflation –  den Menschen dort bleibt nicht einmal genug Geld für den täglichen Bedarf an Nahrung. Die Entwicklungen werden schon seit längerem mit wachsendem Unmut gesehen, da insbesondere Drogenbanden von einem schwachen Staat profitieren. Für sie ist Venezuela zu einem Transitpunkt des internationalen Drogenhandels geworden. Besonders die USA verfolgen die Situation in dem Land mit Besorgnis, da es zunehmend zu einem gefährlichen Umschlagplatz für Kokain vor der eigenen Haustür werden könnte.45

  1. U.S. Department of State: Venezuela Travel Warning; 23.10.2017 []
  2. ENews Park Forest: U.S. State Department Updates Venezuela Travel Warning; 24.10.2017 []
  3. Amerika21: US-amerikanische Diplomaten wieder zurück in Venezuela; 26.10.2017 []
  4. InSightCrime: Arrest of Drug Flight ‚Emperor‘ Shows Venezuela´s Role as Departure Point; 24.05.2017 []
  5. National Review: The U.S. Needs to Act in Venezuela; 13.06.2017 []

Über Lara / earthlink

Ich studiere Soziologie und Rechtswissenschaften an der LMU in München.
Durch meine Arbeit bei earthlink möchte ich auf entwicklungs- und umweltpolitische Themen aufmerksam machen.

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