World Drug Report 2017: Globale Drogenwirtschaft wächst

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Bild: © UNODC [Public Domain] - Wikimedia Commons

Die Vereinten Nationen veröffentlichten kürzlich ihren jährlichen Welt-Drogen-Bericht für das Jahr 2017. Dieser konstatiert weltweit einen konstant angestiegenen Drogenhandel im Jahr 2015. Besonders Heroin und Kokain florieren.

Heroin wird aus Opium gewonnen, welches wiederum aus Schlafmohn erzeugt wird. Die weltweite Produktion von Opium stieg im Jahr 2016 um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr, erreichte jedoch nicht den Rekordwert aus dem Jahr 2014. Derzeit wird Opium in etwa 50 Ländern produziert. Drei Regionen fallen hier besonders ins Gewicht: Afghanistan, Südostasien und Lateinamerika. Besonders in Nordamerika stieg die Zahl an heroinbedingten Todesfällen im Jahr 2015 beträchtlich. Aber auch in Europa scheint Heroin seit einigen Jahren wieder an Beliebtheit zu gewinnen. Auch hier in Deutschland ist die Anzahl der Todesfälle in Verbindung mit Opiaten zwischen 2012 und 2015 um 30 Prozent angestiegen.

Etwa 40 Prozent des weltweit beschlagnahmten Heroins und Morphiums wurde auf der sogenannten „Balkan-Route“ gefunden. Das macht sie zur weltweiten Hauptroute von Opiaten.

Die zweite bedeutende Droge, die auf Pflanzen basiert, ist Kokain. In den letzten Jahren hat sich die Anbaufläche der Koka-Pflanze in Kolumbien – dem größten Kokainproduzenten weltweit – verdoppelt. Nordamerika und Europa sind nach wie vor die Hauptkonsumenten von Kokain. Aber auch in Asien ist Kokain auf dem Vormarsch.

Durch eine Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit der Behörden konnte man einen Anstieg der Effektivität in der Drogenfahndung und in der Strafverfolgung beobachten. 2015 beschlagnahmten Fahnder weltweit so viel Kokain wie noch nie zuvor. Zwischen 2010 und 2015 bestätigten 153 Länder Kokainfunde, 90 Prozent der Menge wurde jedoch in Südamerika beschlagnahmt.

Die hohe Anzahl an Funden ist aber eventuell nicht nur auf die gute Arbeit der Behörden zurückzuführen. Sondern wohl auch auf die gestiegene bewegte Menge an Drogen. Europol schätzt die Anzahl der kriminellen Banden in Europa derzeit auf etwa 5000. Ein Drittel davon soll im Drogengeschäft aktiv sein. Die Globalisierung in Verbindung mit neuen Kommunikationstechnologien begünstigt die Verbreitung von Drogen. Im Darknet kann man sich mittlerweile auf recht sichere Art und Weise Drogen mit Bitcoins kaufen. Auch wenn dieser Markt noch sehr klein ist, wächst er rapide.

Und auch der Terrorismus profitiert von den Drogen. Die Taliban in Afghanistan finanzieren sich durch die Produktion und den Handel mit den illegalen Substanzen. Es wird geschätzt, dass ihr jährliches Einkommen aus dem Drogengeschäft bei etwa 200 Millionen Dollar liegt.1

  1. UNODC: World Drug Report; veröffentlicht Mai 2017 []
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