Afghanisches Opium finanziert Terrorismus in Zentralasien

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Trotz zahlloser Versuche der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten, die Opium-Produktion in Afghanistan einzudämmen, konnte das Land am Hindukusch dieses Jahr wieder eine Rekordernte verzeichnen.1

Noch immer ist der Staat für knapp 70 Prozent des weltweiten Opiums verantwortlich – die Grundlage für Heroin. Der Großteil davon erreicht ferne Märkte über den sogenannten „northern corridor“, auf dem die Drogen vom Herkunftsort bis nach Europa transportiert werden.2 Dabei passieren sie diverse zentralasiatische Länder und stellen somit ein ernsthaftes Problem für die gesamte Region dar.3

Gemäß Alexandr Fedulov, Leiter des UNODC-Büros in Kirgistan, unterwandert der Drogenhandel die Sicherheit der zentralasiatischen Transitstaaten und nährt dabei internationale Terroristenvereinigungen sowie religiöse Extremistengruppierungen. Mehr als 120 Schmuggelrouten führen an knapp 35 Punkten über die afghanische Grenze nach Zentralasien. Die Umsätze aus dem Verkauf der Drogen finanzieren Gruppen, deren Ziel es teilweise ist, die Regierungen der Länder der Region zu stürzen. Zu diesen Gruppen gehören beispielsweise die Islamic Movement of Uzebekistan und Jamaat Ansarullah, eine in Tadschikistan agierende Extremistenbewegung.2

Zudem bringt der Durchfluss an illegalen Substanzen weitere Probleme für die betroffenen Staaten mit sich. Mehr und mehr finanzielle Institutionen und Regierungsbehörden werden von kriminellen Organisationen ausgebeutet und korrumpiert, um Drogengeld zu waschen und somit den Handel und Transport der prekären Ware sicherzustellen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Drogenkonsumenten in der Region, denn auch auf lokalen Märkten erfreuen sich die Drogen an wachsender Beliebtheit.4

Die Probleme Afghanistans gehen also weit über dessen Grenzen hinaus. So sind es nicht mehr nur die Taliban, die am Opium- bzw. Heroinhandel verdienen und somit die Bildung einer legalen Ökonomie im Land verhindern. Die Tatsache, dass Terroristen in ganz Zentralasien von Drogen aus Afghanistan gespeist werden, bereitet Sicherheitsexperten in der Region große Sorgen. Die Begleiterscheinungen Korruption und Abhängigkeit, die sich entlang der Schmuggelrouten ausbreiten, verschärfen die Lage in den Ländern zusätzlich.

  1. WPR: To Promote Global Security and Tackle Extremism, Decriminalize Drugs; Artikel vom 1.12.2017 []
  2. Caravanserai: Uzbekistan, Afghanistan battle to undermine militant drug trade; Artikel vom 22.12.2016 [] []
  3. Caravanserai: Drug trafficking terrorist groups undermine security: observers; Artikel vom 20.3.2017 []
  4. Caravanserai: Uzbekistan, Afghanistan battle to undermine militant drug trade; Artikel vom 22.12.2016 []

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