Argentinien: Kartelle profitieren von laxer Drogenpolitik und hoher Nachfrage

Argentinien grenzt an Bolivien und Paraguay. Durch die geographische Lage fungiert Argentinien als Transitstaat Bild: © birasuegi [CC BY-SA 2.0] - Flickr

Der Drogenhandel in Argentinien ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Überwachungen und Kontrollen der Regierung haben nun für einen Rückgang von Drogentransporten gesorgt. Dem in den letzten Jahren zunehmenden Transport der Rauschgiftmittel durch Dritte wird seit einiger Zeit entgegengewirkt. Ob der Drogenhandel dadurch gestoppt werden kann, ist fraglich – Argentinien scheint sich als Transitstaat zu etablieren.1

Das südamerikanische Land wurde in den letzten Jahren zunehmend Teil des Betäubungsmittelhandels. Das liegt vor allem an der geographischen Lage. Paraguay und Bolivien zählen zu den größten Drogenexportländern und grenzen an Argentinien. Insbesondere aus Bolivien nahm mit den Jahren der Drogenschmuggel nach Argentinien zu. Dabei setzen die Händler oftmals Menschen und sogar Tiere ein, um die illegale Ware in das Nachbarland zu exportieren. Die Grenzsituation Argentiniens spielt den Schmugglern dabei in die Karten. Unzählige Routen ermöglichen es den Kriminellen, ihre Verbrechen fortzuführen. Allein von Paraguay nach Argentinien gibt es 37 Grenzüberquerungen, von denen jedoch nur ein Bruchteil kontrolliert wird.2

Wie auch in andren Ländern haben die kriminellen Geschäfte  vor allem Gewalt zur Folge. Seitdem argentinische Gruppen sich an den illegalen Machenschaften beteiligen, ist auch die Kriminalität in den Grenzregionen deutlich gestiegen. Den Angaben eines argentinischen Anwaltes aus Salta zufolge, muss dieser rund 10.000 Fälle bearbeiten, die mit Drogengeschäften in Verbindung stehen. Besonders alarmierend ist auch der rege Verkauf von Drogen innerhalb des Landes – 25 Prozent der gesamten Bevölkerung Argentiniens gibt an zu wissen, wo Drogen erworben werden können. Der Zugang zu Kokain ist beispielsweise deutlich leichter als in den benachbarten Staaten. Drogenkartelle aus Mexiko und Kolumbien haben sich in dem südamerikanischen Land niedergelassen. Aufgrund der laxen Drogenpolitik ist es den Drogenbanden ein Leichtes, zu expandieren – und zu verkaufen. Denn die Nachfrage in Argentinien ist immens. Zu Beginn galt Kokain als  die Droge der Armen. Allein in Buenos Aires leben geschätzte 4 Millionen Menschen, die zu Betäubungsmitteln greifen, in Armut. Mittlerweile konsumieren jedoch sämtliche Gesellschafts- und Altersschichten.345

Außerdem zählt Argentinien der UN zufolge mittlerweile zu den fünf größten Exporteuren von Kokain nach Europa und Asien und ist der drittgrößte Produzent von Kokain weltweit. Obwohl Drogenkuriere teilweise gestoppt werden konnten, kann der Drogenhandel nicht aufgehalten werden, solange die Nachfrage nach Betäubungsmitteln innerhalb und außerhalb des Landes nicht sinkt.67

  1. insightcrime: 3 (Other) Reasons Why Drug Traffickers Might Be Turning to ‚Mules‘ in Argentina; Artikel vom 30.01.2018 []
  2. inisghtcrime: Breaking Down Argentina’s Drug Trade; Artikel vom 29.11.2013 []
  3. kas: Argentinien im Rausch; Drogenbericht 03.2014 []
  4. The New York Times: Once Just a Stopover for Drug Traffickers, Argentina Has Now Become a Destination; Artikel vom 07.07.2012 []
  5. insightcrime: Argentina Feeling Impact of Domestic Drug Abuse; Artikel vom 22.07.2015 []
  6. kas: Argentinien im Rausch; Drogenbericht 03. 2014 []
  7. businessinsider: ‚No idea what they are up against‘: Argentina is stepping up its offensive against drug trafficking; Artikel vom 16.11.2016 []

Über Malina / earthlink

Ich heiße Malina, bin 23 Jahre alt und studiere Politikwissenschaften und Soziologie in München.
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