Drogenanbau verschärft Umweltschäden in Mittelamerika

Das Abholzen von Wäldern in Mittelamerika ist leider keine Seltenheit | Bild: © CIFOR [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

Kalifornien zählt zu den ersten Bundesstaaten Amerikas, die die medizinische Anwendung Marihuanas legalisiert haben. Doch wie so oft wird Cannabis nicht nur krankheitsbedingt konsumiert. Die Nachfrage in Kalifornien ist groß und dementsprechend groß ist auch der illegale Anbau, Verkauf und Verbrauch der Droge. Gewalt und Korruption stehen mit Rauschgifthandel eng in Verbindung. Doch es gibt auch Schattenseiten, die weniger bekannt sind. Der Anbau von Marihuana verursacht  in Kalifornien erhebliche Umweltschäden. Der sonnige Staat hat ohnehin mit einer Wasserkrise zu kämpfen, diese wurde durch die Reformen im Jahr 1996 noch verschärft. Der Wasserbedarf bei der Anpflanzung des Betäubungsmittels ist immens:  Es wird damit gerechnet, dass die künstliche Bewässerung bis zu 3 Milliarden Liter Wasser pro Quadratkilometer erfordert. Die Kapazität von Fließgewässern nimmt dadurch stark ab. Außerdem werden Fisch- und Amphibienarten durch die Behandlung von Plantagen mit Pestiziden bedroht. Die Chemikalien gelangen in Gewässer und schaden den Tieren erheblich.1

Die amerikanische Regierung ist alarmiert. Folglich wurden diverse Maßnahmen ergriffen, um den illegalen Drogenanbau in den USA zu unterbinden. Die USA und Mexiko gehen militärisch gegen den Rauschgifthandel und die Anpflanzung vor.  Doch die Drogenhändler können nicht gestoppt, sondern höchstens vertrieben werden – nach Mittelamerika.

Leidtragender der Drogengeschäfte in Mittelamerika ist unter anderem der Regenwald. Betroffen sind dabei vor allem Honduras, Nicaragua und Guatemala. Die immer weiter in den Süden ziehenden Kartelle roden dort Flächen ab und schlagen Schneisen in die Böden, um eine Infrastruktur aufzubauen. Doch auch in diesen Staaten wird gegen das Betäubungsmittelgeschäft vorgegangen. Nachdem Honduras im Jahr 2012 begonnen hat, die Kartelle zu bekämpfen, ist die Waldrodung drastisch zurückgegangen. Die Drogenproblematik intensivierte sich folglich in Ländern wie Kolumbien, Peru und Bolivien.2

Der Anbau in den Andenländern wirkt sich ebenfalls massiv auf Waldgebiete sowie diverse Tierspezies aus. Angaben zufolge sollen dort durch den Drogenanbau innerhalb von zwanzig Jahren 2,4 Millionen Hektar Wald vernichtet worden sein. Trotz der intensiver werdenden Bekämpfungsmethoden wird angenommen, dass der Anbau nicht abnimmt, sondern verlagert wird. Rauschgiftproduzenten schrecken dabei auch vor Schutzgebieten und Nationalparks nicht zurück. Dort suchen sie abgelegene Orte wie das Amazonasbecken oder Bergnebelwälder auf, um unentdeckt anpflanzen zu können. Diese Gebiete weisen oftmals eine hohe Biodiversität auf und beheimaten seltene Tierspezies, die aufgrund der Drogenproduktion teilweise kurz vor der Ausrottung stehen.

Natürlich sehen sich die Regierungen der Andenländer dazu gezwungen, zu reagieren. Vor allem in Peru und Kolumbien werden Pflanzengifte und Feuer genutzt, um zu zerstören, was Drogenhändler angebaut haben. Dabei regnen regelrechte Giftwolken auf die Pflanzen herab. Abgesehen von der Vernichtung von 170.000 Hektar Mohn- und Coca- Feldern, bedroht das Gift auch Lebewesen, darunter Menschen. Geraten diese mit dem Gift in Berührung, kann das zu Krebs, Fehlgeburten oder anderen gesundheitlichen Beschwerden führen. Aufgrund von Schlammlawinen in Peru, die von den Wäldern nicht mehr gehalten werden konnten, wurden sogar zahlreiche Menschen getötet.

Betroffen sind davon allerdings nicht nur die USA und Mittelamerika. Auch Thailand, Laos und Myanmar, das Goldenen Dreieck, haben mit den Umweltschäden und ihren verheerenden Konsequenzen zu kämpfen.3

  1. Spektrum: Marihuana belastet die Umwelt; Artikel vom 26.06.2015 []
  2. bild der wissenschaft: Drogenopfer Regenwald; Artikel vom 31.01.2014 []
  3. Spektrum: Der ökologische Fluch der Drogen; Artikel vom 29.06.2007 []

Über Malina / earthlink

Ich heiße Malina, bin 23 Jahre alt und studiere Politikwissenschaften und Soziologie in München.
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