Drogenhandel in Südostasien profitiert von Laos` Schlüsselposition

Eine asiatische Drogenkonsumentin raucht Opium Bild: © Digitalpress - Dreamstime

In Vietnam wurde am 9. Januar der bislang größte Drogenfund des Landes ausgemacht. Nach Angaben der Polizei wurde ein Pärchen auf zwei Motorrädern aufgehalten –  mit 171 Kilogramm Heroin im Gepäck. Das Paar soll Teil eines Drogenhändlerrings in Laos sein und muss nun schwere Konsequenzen fürchten. Schon bei erheblich geringeren Mengen wird in Vietnam die Todesstrafe über Rauschgifthändler verhängt. Obwohl in Laos Drogenbesitz gleichermaßen sanktioniert wird, blüht der Betäubungsmittelhandel zwischen den beiden Ländern.1

Das an Myanmar, Thailand, Kambodscha, China und Vietnam grenzende Laos fungiert als Transitstaat und Knotenpunkt des Drogenhandels.  Als Teil des „Goldenen Dreiecks“ erregte Laos schon mehrfach Aufmerksamkeit in der Drogenszene und wird als Umschlagplatz für diverse Rauschgiftmittel genutzt.23

Aufgrund der Position Laos‘ ist es schwer, den Drogentransport zu stoppen. Einige Drogennetzwerke sollen nur aufgrund des zwischen fünf Ländern eingeschlossenen  Landes möglich sein. Diverse Geschäfte werden über das südostasiatische Land abgewickelt. Obwohl seit Jahren gegen die Drogenproblematik vorgegangen wird, schwankt die Menge an gehandelten Betäubungsmitteln. Die Zahl der verhafteten Drogendealer scheint der Zahl an neuen Rauschgifthändlern auf dem Markt zu gleichen.3

Abgesehen davon wird der Drogenmarkt von laotischen Kleinbauern unterstützt, die sich dazu gezwungen sehen, Schlafmohn anzubauen. In den unteren Armutsschichten mangelt es an alternativen Einkommensquellen, der Zugang zu Bildung ist schwer. Außerdem ist die Vergütung von Opium rentabel – die Nachfrage in Südostasien ist immens. Die Region zählt 650 Millionen Einwohner, davon sind rund 13 Millionen Einwohner Drogenkonsumenten. Neben Ecstasy ist vor allem das Kaufinteresse an dem tablettenförmigem „Yaba“ und kristallinem „Shabu“ groß.45

Kleinbauern soll daher eine alternative Existenzgrundlage geboten werden. Unter anderem setzen sich die Europäische Union und das UNOCD für entsprechende Programme ein. Schlafmohnanbau soll eliminiert werden. Durch Nahrungssicherstellung, eine Verbesserung der Infrastruktur und zulässigen Pflanzenanbau soll Kleinbauern eine Alternative eröffnet werden.5

Auch die laotische Regierung ist sich der Konsequenzen ihrer geographischen Lage bewusst. Bilaterale und multilaterale Kooperationen sollen den Drogenfluss unterbinden. Laos arbeitet bereits mit China und ASEAN-Staaten an Kontrollstrategien. Dabei soll vor allem der Austausch von Informationen zwischen den Ländern und die Strafverfolgung von Drogenhändlern intensiviert werden.6

  1. Xinhuanet: Vietnam busts biggest-ever drug trafficking case; Artikel vom 01.03.2018 []
  2. NZZ: Das goldene Drogen – Dreieck lebt; Artikel vom 15.06.2017 []
  3. ANN: Drugs a growing problem in Laos; Artikel vom 22.06.2016 [] []
  4. NZZ: Das goldene Drogen – Dreieck lebt; Artikel vom 15.06.2017 []
  5. UNODC: Bringing hope to former Opium – growing Laos communities; Stand 11.01.2018 [] []
  6. Laotiantimes: Laos, China Partner in Drug Control; Artikel vom 23.11.2016 []

Über Malina / earthlink

Ich heiße Malina, bin 23 Jahre alt und studiere Politikwissenschaften und Soziologie in München.
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